Für Geld machen viele Influencer:innen alles! Das zumindest war die Vermutung von Marvin Wildhage. Um das zu beweisen, drehte der Youtuber den Stars auf Insta & Co. eine neue Gesichtscreme mit dem Namen Hydro Hype an und schaffte es tatsächlich – gegen Bezahlung versteht sich – die neue Wunderwaffe der Kosmetikindustrie zu bewerben.

Dabei handelte es sich bei der Anti-Aging-Creme um handelsübliches Gleitgel. Jetzt erklärte Marvin noch mal seine Beweggründe hinter der Aktion und zeigt sich auch überrascht, was dann bei den Infleuncer:innen passierte …

Was Marvin Wildhage mit Hydro Hype bezwecken wollte

Allein auf Youtube sahen sich bereits drei Millionen User:innen den Clip über die Aktion mit Hydro Hype an. Darunter Szenen, wie diese: Die bekannte Influencerin Enisa Bukvic schwärmte auf ihrem Account von dem Anti-Aging-Effekt der Creme mit einem Vorher-Nachher-Bild. Besonders kurios: Ihren 762.000 Follower:innen erklärte sie, dass Hydro Hype „durch Urangestein gefiltertes Wasser“ enthalten würde. Anscheinend war sich Enisa nicht bewusst, das Uran radioaktiv ist.

Seine vermeintliche Super-Creme „Hydro Hype“ zeigte, wie käuflich die Influencer:innen oft sind. Credit: Screenshot Instagram marvin.wildhage

Im Gespräch mit dem News-Portal watson erklärte Marvin Wildhage jetzt noch einmal, was genau er mit der Aktion bezwecken wollte. „Influencer:innen bewerben, sobald das Geld stimmt, alles. Im Laufe dieser Recherche habe ich festgestellt, dass das natürlich nicht bei 100 Prozent der Influencer:innen der Fall ist“, so der Youtuber. Es habe auch welche gegeben, die abgesagt hätten. „Ein Influencer wollte für eine Story sehr viel Geld haben – und zwar 40.000 Euro. Das konnte ich dann finanziell nicht realisieren.“

„Meine These ist weitgehend aufgegangen, weil ich drei Influencer bekommen habe, die diese Creme beworben und auch die kleinen Lügen, die ich ihnen an die Hand gegeben habe, einfach unreflektiert übernommen haben“, so Marvin im Gespräch weiter.

Seine Aktion führte zu Hasswelle gegenüber Influencer:innen

Meist habe er für seine Hydro Hype-Aktion positives Feedback bekommen. „90 Prozent der Zuschauer haben auch verstanden, dass diese Influencer nur als Paradebeispiel für einen Missstand der Influencer-Kampagnenwelt stehen“, so der Youtuber im watson-Interview.

Es habe aber auch Leute gegeben, die das zum Anlass genommen haben, auf den Profilen der Influencer:innen einen Shitstorm auszulösen. „Ich konnte das ein Stück weit abfedern, indem ich gesagt habe: ‚Leute, haltet euch zurück. Ich finde es persönlich nicht gut, wenn ihr jetzt auf die Profile der Influencer geht und sie dann beleidigt oder drangsaliert. Das war nicht das Ziel des Ganzen.‚“

Teilweise kann er die Influencer:innen sogar verstehen. „Man kann nicht alle Influencer über einen Kamm scheren. Ich lebe auch von Werbung, habe Placements in meinen Videos und werde wieder Werbung auf Instagram machen.“ Aber der Unterschied sei, dass er sich damit auseinandersetze und sich überlege, ob das Produkt zu ihm passe.

Auch Enisa Bukovic hat aus der Hydro Hype-Aktion gelernt. Auf Instagram bezog sie klar Stellung und entschuldigte sich, sagte aber auch: „Ich wurde dafür von Tausenden von Menschen beschämt, ausgelacht, gehasst.“ Sie habe ihrem Fehler gelernt und werde in Zukunft nur noch mit Marken arbeiten, die ihr bekannt seien.

Hier kannst du noch mal das Video zur Hydro Hype-Aktion sehen:

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