Mit einigen Werbeclips wendet sich Neuseeland jetzt direkt an Influencer:innen. Was will das Land von den Blogger:innen? Hier erfährst du die Antwort.

Die Arme ragen in die Luft, ein Grinsen überzieht das Gesicht, zu Füßen liegt eine malerische Landschaft aus Bergen und Wasser, die fast schon zu perfekt aussieht. Jedes Jahr posieren hier zahlreiche Influencer:innen. Sie alle kommen nach Neuseeland. Denn hier gibt es beeindruckende Foto-Hotspots, die in den Sozialen Medien vor allem eines bedeuten. Nämlich zahlreiche Likes und Herzchen.

Doch nun wendet sich das Tourismusbüro von Neuseeland in mehreren Videos direkt an die Influencer:innen und will sie sowie weitere Touristen dazu ermuntern, andere Reiserouten auszuprobieren.

Neuseeland: Videobotschaften an Influencer:innen

In einem Werbeclip spielt der Komiker Tom Sainsbury einen Ranger, der die Influencer:innen davon abhalten will, Fotos im typischen Blogger-Stil zu knipsen.

Er zeigt auf sein Smartphone, scrollt durch die immer gleichen Posen an den immer gleichen Orten und sagt: „Das habe ich alles schon einmal gesehen. Das haben wir alle“. Statt immer die gleichen Fotos zu machen, fordert er die Touristen auf, „etwas Neues“ auszuprobieren. Denn in Neuseeland, so die Message, gibt es mehr zu sehen, als die typischen Insta-Hotspots. 

Lust, ein Video der Kampagne zu sehen? Dann schaue es dir hier an.

In den Sozialen Medien kommen die Videos gut an. Zahlreiche User feiern den Humor. Andere hingegen kritisieren, dass die Tourismusbehörde zwar für andere Aktivitäten wirbt, aber kaum Alternativen im Video nennt. Und auch daran, dass sich die Tourismusbehörde  so stark auf Influencer:innen einschießt, obwohl einige von ihnen das nachhaltige Reisen promoten, stören sich andere daran.

Dabei offenbaren die Werbeclips vor allem eines: Die Sozialen Netzwerke können Segen und Fluch zugleich für die Tourismusbranche sein. Denn die perfekte Foto-Kulisse kann innerhalb kürzester Zeit zum Tourist:innen-Magnet werden und so die Einnahmen ordentlich ankurbeln. Teilweise stehen die Menschen sogar Schlange, um einen Schnappschuss an einem berühmten Hotspot machen zu können. Aber damit nicht genug. Der Foto-Tourismus führt auch immer wieder zu Unfällen und zur Zerstörung von Natur.

Das Bild hinter dem Bild.

Wenn der Foto-Tourismus zum Problem wird

In Kalifornien musste etwa vor zwei Jahren der Walker Canyon schließen, weil die Instagram-Tourist:innen die Wildblumen niedertrampelten und ein Verkehrschaos anrichteten, nur weil sie dort das perfekte Foto schießen wollten.

In Island ignorierten Tourist:innen Sicherheitsbarrieren, um Bilder an Felsvorsprüngen zu machen. Sie setzten sich auf die Gletscher, zertrampelten das Moos, oder ließen ihren Müll einfach inmitten der Natur fallen. 

Und auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Problemen. Etwa im Nationalpark Berchtesgarden. Lärm, Müll oder illegale Lagerfeuer sind nur wenige Beispiele für die Probleme, die durch den Foto-Tourismus entstehen. Darüber hinaus haben sich bereits zahlreiche Menschen in Lebensgefahr begeben, weil sie unbedingt in einem „Natur-Pool“ baden wollten. Mehrere Menschen rutschten dabei bereits ab und verletzten sich schwer, drei starben bei dem Versuch. 

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