Die Medien & das Problem am Weltfrauentag: Viele Influener:innen werden am Weltfrauentag ausgenutzt.

Der Weltfrauentag ist kein Tag wie jeder andere. Klar, das können wir theoretisch über jeden Tag sagen, aber dieser liegt uns bei wmn eben besonders am Herzen. Der Weltfrauentag ist vor 110 Jahren ins Leben gerufen worden, um die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann zu zelebrieren und für weitere Entwicklungen zu kämpfen. Ein Unterfangen, mit dem wir hier in Deutschland schon sehr weit gekommen sind, aber auch wir sind eben noch nicht am Ende angekommen.

Die Medien & das Problem am Weltfrauentag

Der Weltfrauentag wird von den meisten Magazinen und Medien penibel vorbereitet. Jede:r will Content zu diesem Thema produzieren. Wichtigen Content, keine Frage. Doch die Art und Weise, wie das gemacht wird, ist eben doch oft problematisch. Der Grund dafür: Manche Frauen werden am Weltfrauentag ausgebeutet, ohne, dass viele es verstehen würden.

Influencer:innen sollen gratis arbeiten?

Inlfuencer:innen leben davon, dass sie Content für Social Media Plattformen produzieren, dass sie ihre Audience damit unterhalten und ihren Lifestyle widerspiegeln. Sie verdienen Geld, indem sie beispielsweise Werbekooperationen eingehen. Viele Influencer:innen haben sich gerade das Thema “Weiblichkeit, Frausein und Gleichberechtigung” auf die Fahne geschrieben. Mit ihrer Reichweite bringen sie ihre Fans und Followerschaft dazu, über gesellschaftliche Probleme nachzudenken und sich ihrerseits dafür stark zu machen. 

Alexa Grassmann von Alexas Earth
Influencer:innen wie Alexa Grassmann verdienen ihr Geld mit Instagram und Co. Sie macht unter anderem feministischen Content. Credit: Alexa Grassmann /


Der Weltfrauentag ist ein gefundenes Fressen

Gerade am Weltfrauentag hagelt es bei diesen “woke”-Influencer:innen natürlich Anfragen für Kooperationen. Magazine und Medien sind daran interessiert, dezidierte Meinungen von ihnen einzuholen und wollen ihre Reichweite dafür nutzen, ihren eigenen Content zu pushen. Theoretisch ist das eine schöne Idee, denn so lässt sich nicht nur werblicher Content produzieren, sondern es ist auch noch für einen guten Zweck.

Doch hier kommt der Aufschrei vieler Influencer:innen: Viele Medienhäuser planen kein Budget für die Arbeit dieser Menschen ein. Der O-Ton: „Ein kleiner Instagrampost hier, eine Story da, vielleicht sogar ein kurzer Gastbeitrag? Das sollte doch nichts kosten?“

Gerade weil es für einen guten Zweck ist, gehen sie davon aus, dass die Influencer:innen ihre Zeit ohne Bezahlung hergeben. Dabei vergessen sie aber, dass die Influencer:innen davon leben müssen, ihre Miete bezahlen und das Essen auf den Tisch bringen. 

DariaDaria
DariaDaria ist Influencerin und fordert eine faire Bezahlung für ihre Arbeit. Credit: Maximilian Salzer

Die Unternehmerin und Influencerin Dariadaria hat sich über dieses Paradoxon des Weltfrauentages in ihrer Instagramstory bereits lustig gemacht. Ihrer Meinung nach ist es eine Frechheit, dass immer wieder Anfragen in ihre DMs flattern, die ihr vorschlagen, umsonst zu arbeiten. Gerade am Weltfrauentag sei das besonders absurd, denn es gehe doch an diesem um die Gleichberechtigung von Frauen. Doch nun werden Frauen ihres Berufsstandes vermehrt unter Druck gesetzt, umsonst zu arbeiten. 

Woran liegt es, dass Inlfuencer:innen so viele Gratis-Anfragen bekommen? 

Der Beruf des Influencers ist bei vielen noch nicht als solcher akzeptiert worden. Viele denken sich, dass das Teilen des eigenen Lebens in hübschen Bildchen und Videos keine Arbeit bedeutet. Doch tatsächlich ist es ein enormer Zeitaufwand, sich täglich etwas Neues für die eigene Community einfallen zu lassen. Dass die Influencer:innen Werbung machen und für ihre Arbeit bezahlt werden wollen, ist da nur verständlich.

Wusstest du, dass sich gerade viele deutsche Influencer:innen in Dubai befinden? Warum sie dorthin ausgewandert sind, kannst du hier nachlesen.

Weitere Paradoxe am Weltfrauentag: Kennst du schon das Küchenparadox? Darum sind so viele Frauen zwar im eigenen Heim die Köchin, aber im Restaurant kochen sie nur sehr selten.