Haben etwa die Antibabypille und das Rauchen zu Thrombosen bei Astrazeneca-Geimpften geführt? Expert:innen vermuten einen Zusammenhang. Wir erklären, was bisher bekannt ist.

11 Blutgerinnsel bei 1,2 Millionen Impfungen – diese Zahl geisterte kürzlich vor allem in den sozialen Medien herum. Sie ist verschwindend gering, trotzdem löste diese Meldung über Sinusvenenthrombosen bei Millionen von Menschen Verunsicherung aus. Selbst die Bundesregierung stoppte zwischenzeitlich die Impfungen mit Astrazeneca wegen der gemeldeten Thrombosen. Jetzt wird untersucht, welche Rolle das Rauchen und die Pille bei den Fällen spielten. wmn erklärt, was bisher bekannt ist.

Astrazeneca & Thrombosen: Das ist bisher bekannt

Nach Impfungen mit dem Corona-Impfstoff Astrazeneca ist es vereinzelt zu schweren Thrombosen in den Hirn-Venen gekommen. Noch immer ist offen, ob die Thrombosen unabhängig von der Impfung aufgetreten sind oder tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Nach erneuter Prüfung hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff Astrazeneca wieder zum Impfen freigegeben. Das Vakzin sei „sicher und wirksam“. Allerdings werde man eine Warnung vor möglichen Blutgerinnseln in den Beipackzettel aufnehmen.

In ganz Europa hat es bisher 18 gemeldete Fälle von Sinusvenenthrombosen bei mehr als 20 Millionen Geimpften gegeben. Die meisten von ihnen waren Frauen, die unter 55 Jahre alt sind.

Rauchen & Pille eine zusätzliche Gefahr?

Sowohl bei der Antibabypille als auch beim Rauchen ist das erhöhte Risiko für Thrombosen bekannt. Wie extrem die Thrombosegefahr für Pillenanwenderinnen ist, wurde durch den Vergleich von Astrazeneca deutlich gemacht. Tatsächlich bekommen 8-10 von 10.000 Pillenanwenderinnen ein Blutgerinnsel.

Allerdings lassen weder die verschiedenen Thrombose-Arten nicht miteinander vergleichen. Zudem ist eine Impfung etwas ganz anderes als ein Arzneimittel. Trotzdem ist das Risiko für Blutgerinnsel für die Pille wissenschaftlich belegt.

Abtreibungspille
Die Pille erhöht das Thromboserisiko deutlich. (Foto: Milos Dimic / Milos Dimic/istock)

Ähnliches gilt für das Rauchen. Es ist bekannt, dass Rauchen eine höhere Thrombosegefahr darstellt. Dabei können Blutplättchen in den Venen und Arterien zusammenkleben und dadurch die Gerinnsel auslösen.

Doch passiert, wenn sich jemand eine Astrazeneca-Impfung verabreichen lässt und die Pille nimmt oder raucht – oder sogar beides? Laut dem britischen Telegraph geht man nun genau diesem Problem nach. Emer Cooke, Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur Emer erklärte demnach gerade, untersucht würde, was genau die Thrombosen von Astrazeneca-Geimpften ausgelöst hat. Laut dem Blatt können Rauchen oder die Pille laut Expert:innen durchaus ein Auslöser der Blutgerinnsel sein.

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Fazit: Die Forschungen zu Astrazeneca dauern an

Klar ist aber, dass Raucher:innen und Pillenanwenderinnen ein allgemein erhöhtes Thromboserisiko haben. Wer sogar raucht UND die Pille nimmt, setzt sich einer noch größeren Blutgerinnsel-Gefahr aus.

Welche Rolle dem Rauchen und der Pille bei den Thrombosefällen von Astrazeneca-Geimpften zukommt, ist leider noch nicht bekannt. Die Wissenschaftler:innen stecken mitten in ihren Untersuchungen zu den Vorfällen.

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