Es klingt ein bisschen als hätte Michael Müller, Bürgermeister von Berlin, sich vor dem Gespräch vor dem Corona-Gipfel mit Donald Trump zusammengesetzt. Vorschläge wie „Lasst uns doch mal versuchen, den Impfstoff zu strecken“ klingen gefährlich ähnlich wie „Spritzt den Leuten doch einfach das Desinfektionsmittel in die Adern. 

Michael Müller, so schreibt es Christoph Hollender auf Twitter, soll vorgeschlagen haben, die bereits vorhandenen Imfpstoff zu strecken. Darauf soll der Bildreporter geantwortet haben: „Als ob man im Görlitzer Park wäre beim Drogendealer.“

Dieser Tweet hat bereits für Empörung und Aufsehen gesorgt.

Interessant ist aber, dass Christoph Hollender sich in seinem eigenen Tweet selbst den Wind aus den Segeln nimmt. Er kommentiert nämlich unter dem Tweet:

… unsicher bleibt – persönliche Ergänzung! – ob Müller das Strecken im Sinne von Verdünnung tatsächlich meinte. Oder ob er das Hinauszögern der zweiten Impfung meinte, um nun „Reserven“ jetzt zu nutzen.  (2)

Unabhängig davon ist die das Thema „#Impfung“ in #Deutschland peinlich, beschämend. Zu wenig Impfstoff, ein riesiges Chaos, Schuldzuweisungen und eine starre #EU…! (3)

Es wird klar, was mit dem Tweet erreicht werden sollte. Michael Müller steht da wie ein Volltrottel á la Donald Trump und die Kritik von Hollender ist nur die allgegenwärtige Kritik an der Regelung des Impfsstoffes, wie wir sie seit Tagen und Wochen in der Bundesregierung immer wieder hören. Er lässt es so aussehen, als wolle Michael Müller den Impfstoff mit Milch oder Wasser verlängern. Was er eigentlich sagt ist, dass der der Abstand zwischen den Impfdosen zeitlich verlängert werden könne.

Der Vorschlag zum Strecken ist gar nicht so verkehrt

Den vorhandenen Impfstoff zeitlich zu strecken ist eine Idee, die bereits vielerorts diskutiert wird. Auch Jens Spahn, deutscher Gesundheitsminister, weiß um die Tücken und um die Vorteile, die Impfdosen zeitlich zu strecken. 

Der Corona­impfstoff von Biontech und Pfizer sieht vor, nach einer ersten Impfung eine zweite Impfung folgen zu lassen. Diese soll spätestens nach 42 Tagen erfolgen. Da aber derzeit so wenig Impfstoff zur Verfügung steht, wird darüber beraten, ob man diese Zeit verlängern könne, um mehr Menschen impfen zu können.  

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts soll das aber zunächst prüfen und dann sobald wie möglich eine Empfehlung abgeben, heißt es in einem Schrei­ben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums vom 3. Januar.

Das sind übrigens die bis jetzt bekannten Nebenwirkungen der Impfstoffe.

In dem Schreiben wird auf die in Großbritannien geübte Praxis verwiesen, den zeitlichen Abstand zwi­schen der ersten und der zweiten Impfung weit über die in der Zulassung maximal vorgesehenen 42 Ta­ge hinaus zu verlängern. „Eine solche Entscheidung in Abweichung von der Zulassung bedarf einer ver­tieften wissenschaftlichen Betrachtung und Abwägung“, heißt es in dem Papier des Ministeriums.

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