Vor einem Jahr konnte sich wohl noch niemand vorstellen, dass in ganz Deutschland – und vielen Teilen der Welt – das Tragen einer Maske wegen Corona zum Alltag dazugehört. Heute, mitten in der zweiten Welle der Pandemie haben sich die meisten von uns an den Mund-Nasen-Schutz gewöhnt. 

Und so wie es aussieht, sollten wir uns damit abfinden, dass sie auch nach Corona zu unseren Leben dazugehören. wmn erklärt, welche Gründe dafür sprechen.

Maske in anderen Ländern seit Jahren normal

Schon lange vor Corona war das Tragen einer Maske in Ost- und Südostasien Normalität. Dieses Bild von Menschen mit Mund-Nasen-Schutz in Metropolen dürfte früher für viele Europäer befremdlich gewirkt haben.

Jetzt aber tragen wir in Bus und Bahn, im Supermarkt und bei großen Menschenansammlungen Maske – und ginge es nach Expert:innen könnte das auch nach der Pandemie so bleiben.

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Maske hat nicht nur großen Effekt auf Corona

Denn, so lassen neuste Zahlen vermuten, die Maske hat auch auf andere Krankheiten einen großen Einfluss. So ist die Zahl der Grippefälle dieses Jahr äußerst gering. Laut einer Auswertung von Versichertendaten der Krankenkasse Barmer waren zwischen November und Weihnachten 2020 nur durchschnittlich zwischen 435 und 763 Versicherte der Barmer im Wochenschnitt wegen einer diagnostizierten Grippe arbeitsunfähig gemeldet. Zum Vergleich: In den beiden Vorjahren waren das pro Woche noch zwischen 923 und 1721 Personen. Das schreibt die Zeitung Welt, der die Auswertung exklusiv vorliegt.

Laut dem Blatt sollen die wöchentlichen Grippefälle im Vergleich zu den Vorjahren zeitweise um mehr als 60 Prozent zurückgegangen sein. „Die Grippe spielt zu Beginn dieses Jahres bisher eine sehr geringe Rolle“, sagt Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer laut Welt und schließt daraus: „Die Abstand- und Hygieneregeln zum Schutz vor Corona senken offensichtlich auch das Influenza-Risiko.“

Viele Ärzt:innen setzen sich deswegen für das Tragen einer Maske ein, auch wenn die Pandemie überstanden ist. „Das Tragen von Masken in den Praxen kann eine Option sein“, sagte Virchowbund-Vorsitzender Dirk Heinrich der Welt. Allerdings seien diese nicht der Herd von Infektionen. Vielmehr könnte das Maskentragen vor allem dort, wo es zu Menschenansammlungen kommt, nützlich sein. Sprich: In den öffentlichen Nahverkehrsmitteln.

Maskentragen ist (leider) nicht alles

So erfreulich die Zahlen über die zurückgegangen Grippefälle sein mögen – noch ist der Winter und die Grippe-Saison nicht vorbei. Heißt: Eine verlässliche Aussage über die Grippesaison 2020/2021 kann erst Ende des Frühjahrs vorgenommen werden. 

Doch es scheint deutlich, dass das Tragen einer Maske auch die Verbreitung der Grippeviren verringert. Allerdings lässt sich schwer nachzuvollziehen, welchen Anteil allein die Masken an der Eindämmung von Krankheitserregern haben. Denn es dürfte wohl eher eine Kombination aus verschiedenen Corona-Maßnahmen sein, die zu geringeren Infektionen führen. Denn auch die Durchfallerkrankungen haben sich deutlich verringert. Diese werden aber anders als Coronaviren nicht durch die Luft, sondern durch Kontakt mit dem Stuhl, Erbrochenem oder verunreinigten Gegenständen übertragen. Hier scheint vor allem das H in den AHAL-Regeln der Corona-Maßnahmen zur Eindämmung geführt zu haben. Ärzt:innen sind sich zumindest sicher, dass das häufigere Desinfizieren und Händewaschen der Grund für die geringen Zahlen ist.

Auch Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, ist sich laut Welt sicher: „Die Kontaktbeschränkungen, die verminderte Mobilität im Lockdown und natürlich die Einhaltung der AHA-Regeln dämmen nicht nur die Corona-Pandemie ein, sondern erschweren auch die Übertragung anderer Infektionskrankheiten.“ 

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