Donald Trump hat gestern Abend seine Abschiedsrede im Weißen Haus gehalten. 20 Minuten lang bauchpinselt der abgewählte Präsident am letzten ganzen Tag seiner Amtszeit sich selbst. Unzählige Male erklärt er, wie toll er doch die USA durch die letzten Jahre gebracht habe und was er generell für ein geiler Typ ist. Naja, wenn es ihm sonst keiner sagt, muss er es wohl selber machen. Wir zeigen euch die wichtigsten Aussagen aus Donald Trumps Rede. 

Donald Trumps Abschiedsrede: Eine Anleitung, um Amerika richtig zu regieren

Trumps Abschiedsrede ist eine Aneinanderreihung von Klischeesprüchen und motivierend klingenden Ausrufen. “Make America Great Again” ist da nur der Anfang. Weiter geht es nach dem Motto “We are the greatest nation in the history of the nations” und “We proudly wave our American flag” …blablabla. Donald Trump scheint sich am Ende seiner 4-jährigen Amtszeit sicher zu sein, dass er sein Land nicht hätte besser regieren können. Der großzügige Opa gibt aber natürlich gern sein Fachwissen an weniger Qualifizierte weiter.

Donald Trump
Donald Trump war nie ein Mann kleiner Worte. Das zeigt auch seine Abschiedsrede.(Photo: imago images/ZUMA Wire)

Donald Trumps Anleitung für ein besseres Amerika

“4 years ago I came to Wahsington as the only true outsider ever to become a president. I knew the potential for our nation would be infinite (..) if properly done.” So sieht Donald Trump das, was in den letzten vier Jahren passiert ist: Amerika ist ein Rohdiamant, den man nur genug schleifen muss und schwups mit wenigen Handgriffen blüht die Nation auf. 

“We only need to put America first.” America first war immer sein Schlachtruf und er wird es auch in Zukunft bleiben. Für Donald Trump ist klar: Wenn wir uns nur selbst ernst genug nehmen, dann werden auch die anderen Nationen es tun. 

“Our agenda was not about being a democrat or republic. It was about the whole nation.” Donald Trump versucht hier wie jeder scheidende Präsident, das Land zu einen, statt zu entzweien. Das scheint ihm aber recht spät eingefallen zu sein, denn die US-amerikanische Gesellschaft spaltet sich gerade beim Trump-Thema gewaltig.

“We got hit with the China virus.” Noch immer nennt er den Coronavirus nicht bei seinem Namen, sondern bei dem Spitznamen, den er ihm höchstpersönlich gab. Das zeigt erneut, wie sehr Trump versucht, die USA gegen andere Nationen aufstacheln. America first, alle anderen sind doof. 

Doch es geht noch weiter: Sogar seinen Umgang mit der Pandemie lobte der heute scheidende Präsident in den Himmel. Er betonte, dass die USA in kurzer Zeit nicht einen, sondern sogar zwei Impfstoffe auf den Markt gebracht hatte. Ein “medical miracle”, wie er es nennt. Dass inzwischen unter Trumps Regierung mehr als 400.000 Menschen (20.01) an oder mit Corona in den USA gestorben sind, lassen wir mal eben außen vor.

“We built the greatest economy in the world and we achieved recordlow unemployment for african Americans, hispanic Americans, asian Americans and women. Almost everyone.” Wieder ein Versuch, die Nation zu einen. Dass es mitten im Jahr noch bürgerkriegsähnliche Zustände im ganzen Land gegeben hatte, weil die USA ein fettes Rassismusproblem hat, wird nicht thematisiert.

“The American dream was restored. It was a miracle.” Natürlich will Trumps sich in seiner Abschiedsrede auf die guten Dinge berufen, die in den letzten 4 Jahren passiert sind. Das kann jeder nachvollziehen. Vor dem Hintergrund, dass Donald schon zum zweiten Mal ein Impeachmentverfahren über sich ergehen lassen musste, ist eine Rechtfertigung nur verständlich. Was Donald Trump dabei vergisst ist, dass wir alle 2020 dabei waren. Live und in Farbe. Wir wissen ganz genau, was Donald für einen Mist gebaut hat. Da kann er sich nicht mehr rausreden. 

So sah Donald Trumps Leben bisher aus.

Trump endet seine Aufzählung seiner wunderbaren Taten mit einer Bitte an uns

“Please don’t lose respect for America.” Interessant ist auch, dass Trump die Länder dieser Erde bittet, nicht den Respekt vor seiner Nation zu verlieren, den er sich über seine Amtszeit im Schweiße seines Angesichts verdient hat. Der Respekt vor der amerikanischen Nation hat aber leider vor wenigen Wochen vor dem Kapitol einen Tritt mit Schuhsohle in den Mülleimer erfahren, lieber Donald. 

Auf eine Sache kann Trump allerdings wirklich sehr stolz sein und das betont er tatsächlich am Ende seiner Rede mit Nachdruck: “I am the first president in decades who has started no new wars.” Da hat der gelbe Opa recht. Er sollte stolz darauf sein, dass er in der größten Krise, die die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen hat, nicht noch einen Krieg draufgesetzt hat. 

Donald und Melania scheißen übrigens auf jede Tradition. Eigentlich hätten sie die Bidens im Weißen Haus begrüßen müssen, doch sie machen lieber Urlaub. 

Heute Morgen sind Donald und Melania mit großem Hallo aus dem Weißen Haus abgereist. Und haben dabei Staatseigentum entwendet.