Mit den klassischen Rollenbildern ist Schluss! Feminismusbewegungen setzen sich für mehr Gleichberechtigung und mehr Selbstakzeptanz ein. Die Folge: Der gesellschaftliche Wandel zwingt den modernen Mann, sich neu zu positionieren. 

Schenkt man den medientypischen Dramatisierungen glauben, dann gilt der Mann als Verlierer der gesellschaftlichen Entwicklungen. Doch ist der traditionelle Mann tatsächlich ein Auslaufmodell? Das verlangen Medien und Gesellschaft jungen Männern:

Irgendwo zwischen Biomarkt & wichtigem Meeting

Die Werte der jungen Männer haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Es findet eine Modernisierung von Männlichkeit statt, die konventionelle Muster ablehnt und neue Herausforderungen mit sich bringt.

Neben dem typischen Businessman, der hektisch von einem Termin zum anderen hechtet und wild auf seinem Smartphone rumtippt, ist eine neue Rolle des Mannes dazu gekommen: Jener, der als Hausmann daheim den Überblick über Haus und Kinder behält und im Biomarkt nach den gesündesten Produkten sucht.

Einkaufen Mann, Bio
Der moderne Mann achtet auf eine gesunde Work-Life-Balance.(Photo: VGstockstudio/Shutterstock)

Dem modernen Mann ist es wichtig, aktiv am Familienleben teilzunehmen, statt beruflich extrem erfolgreich zu sein. 

Das bedeutet nicht, dass viele junge Männer auf eine berufliche Karriere verzichten, sondern vielmehr, dass auf eine gesund Work-Life-Balance geachtet wird. 

Ziel des modernen Mannes: Die beste Version von sich selbst zu sein

Das klassische Stereotype-Männerbild scheint Geschichte zu sein. So stimmen 90 Prozent der Millenials der Aussage zu, dass es Ihnen wichtiger ist glücklich zu sein, als die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen. 

Das Klischeebild des Mannes als Macho und Alleinversorger der Familie gilt als veraltetet. Auch wenn die Mehrheit der Eltern der Millenials noch versuchten, diesem Rollenbild gerecht zu werden, steht für die junge Generation das individuelle Glück im Vordergrund.

Der moderne Mann möchte für seine Familie da sein – und das nicht nach dem Motto: Die Frau steht am Herd und der Mann geht arbeiten. Dennoch hat der moderne Mann auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Warum auch die Männerpille zur Gleichberechtigung beiträgt, erfährst du hier.

Es mangelt an einer klaren Definition des modernen Mannes

Der moderne Mann steht immer irgendwie zwischen den Stühlen. Beruflich erfolgreich sein, sich um die Familie sorgen und sich trotzdem auf die Suche nach sich selbst zu machen. 

In einer Studie des Deutschen Jugendinstituts gaben 95 Prozent der Befragten an, dass sich der Vater genügend Zeit für das Kind nehmen und zugleich zum Lebensunterhalt des Kindes beitragen sollte. 

Mann, Kind, Bett, Spielen
Der moderne Mann würde trotz Familie seinen Beruf nicht vernachlässigen.(Photo: fizkes/Shutterstock)

Deutlich wird laut der Studie jedoch auch, dass der moderne Mann nur soweit bereit ist, Erzieher zu sein, wie es die Erwerbsarbeit zulässt. 

Wie der moderne Mann es schafft, aktiv am Familienleben teilzunehmen, finanziell gut aufgestellt zu sein und sich dabei nicht selbst zu vergessen, bleibt ihm selbst überlassen.

Hinzukommt, dass der moderne Mann besonders das Wohl anderer im Blick hat.

Einen Beitrag zum Wohl anderer Menschen machen

Der moderne Mann will zum Wohl anderer Menschen beitragen – Gemeinschaft ist ihm daher besonders wichtig. Ebenso für das einzustehen, was für ihn von Bedeutung ist und damit einen positiven Einfluss auf andere Menschen zu haben. 

Dass der moderne Mann seine einfühlsame Seite zeigt, wird auch dadurch deutlich, dass weinende Männer längst keine Seltenheit mehr sind.

Der moderne Mann weint – aber nur in Maßen!

Männertränen sind in der heutigen Gesellschaft angekommen. So gehören sie auch außerhalb des Fußballstadions zum gängigen Gefühlsrepertoire.  

Das zeigen auch Alphatiere wie Wladimir Putin, Gerhard Schröder oder Uli Hoeneß, bei denen bereits in der Vergangenheit in ergreifenden Situationen ein kleines Schluchzen zu erkennen war.

Mann, weinen
Der moderne mann darf weinen.(Photo: My Agency/Shutterstock)

Deutlich wird: Männertränen stehen für die neue Spezies Mann. Ein offener Umgang mit Gefühlen und melancholischen Stimmungen ist in der Gesellschaft sogar erwünscht. 

Dennoch belegen verschiedene Studien, dass ein Mann im Schnitt noch immer weniger weint als Frauen. Auch spielen kulturelle Unterschiede eine Rolle, sodass italienische Männer mehr weinen als italienische Frauen und in wohlhabenden Ländern mehr geweint wird als in ärmeren.

Der moderne Mann wird zum gefühlvollen Allrounder

Der moderne Mann kann nicht mehr nur dominant, autoritär und stark auftreten, sondern muss sich ebenfalls von seiner sensiblen Seite zeigen. Nicht ganz einfach, wenn das neue Rollenbild nicht klar definiert ist, sondern aus einem Zusammenschluss von verschiedenen Charaktereigenschaften gebildet wird.

Außerdem entscheidet die Wirkung des Mannes darüber, ob eine Frau ihn als creepy man einstuft. Mehr dazu, erfährst du hier. Entgegen allen Klischeeshat dieser Mann sogar schon sein drittes Kind geboren. Auch Männer können Kinder gebären.