In den Kommentarspalten bekannter Medien, in Telegram-Gruppen oder im Freundeskreis: Immer wieder wird davor gewarnt, dass wir noch gar nicht wissen, ob die Corona-Impfungen Langzeit-Nebenwirkungen haben könnte.

Nur: Wie wahrscheinlich sind solche Impfschäden wirklich? Zwei Expertinnen klären auf.

Coronavirus-Impfungen: Drohen Langzeit-Nebenwirkungen?

Auf diese Frage antwortet die Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts im ZDF: „Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt“. Die meisten Nebenwirkungen, so die Expertin, treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf. „In seltenen Fällen auch mal nach Wochen“. Und eben genau diese Nebenwirkungen können Komplikationen zur Folge haben.

Beispielhafter erklärt es Petra Falb. Sie ist Gutachterin für die Zulassung von Impfstoffen in Österreich. „Sehen wir uns eine „alte“ Impfung an, die Pockenimpfung. Für diese herrschte Impfpflicht, Ende der 1970er Jahre konnten die Pocken als ausgerottet erklärt werden; die weltweite Impfkampagne war also ein durchschlagender Erfolg. 

Die Pockenimpfung war jedoch im Vergleich zu unseren modernen Impfungen deutlich reaktiver, in seltenen Fällen gab es auch Impfschäden durch eine impfbedingte Encephalitis (Gehirnentzündung). Diese Impfung konnte somit Langzeitschäden verursachen – einfach weil JEDE Encephalitis dauerhafte Schäden hinterlassen kann, egal, wodurch sie entsteht“. 

Weiter erklärt sie, dass der Begriff „Langzeitschaden“ häufig falsch verwendet wird. Nämlich als Beschreibung dafür, dass sich ein Schaden durch eine Impfung erst nach langer Zeit bemerkbar macht. „Das Auftreten dieser Encephalitis geschah jedoch im Schnitt innerhalb einer Woche nach der Impfung. Das heißt, das AUFTRETEN dieser Schädigung geschah zeitnah, nicht erst nach Jahren, auch wenn die Auswirkungen jahrelang bestehen blieben“, so die Expertin.

Ja, und was ist mit den mRNA-Impfstoffen?

Auch für sie gilt dasselbe Prinzip. Wie Susanne Stöcker im ZDF erklärt, sind keine spät auftretenden Schäden durch diese Corona-Impfung zu erwarten. 

Die Bestandteile des neuartigen Impfstoffs sollen sich schnell im Körper abbauen. Nach ungefähr 50 Stunden, so erklärt es Stöcker, ist die Ribonukleinsäure mRNA nicht mehr im Körper nachweisbar.

Übrigens: Die Sicherheit der Impfstoffe wird ständig überwacht, indem Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen erfasst und ausgewertet werden.

Im Video erklären wir dir noch einmal genauer, wie die mRNA-Impfung funktioniert.

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Kann uns der Arbeitgeber zur Impfung zwingen? Ja oder Nein? Hier erfährst du die Antwort.

Achtung, aus diesem Grund solltest du nach und vor einer Corona-Impfung keinen Alkohol trinken!