„Unsere Welt ist für Männer gemacht.“ Diese Aussage haben wahrscheinlich schon die meisten Frauen mindestens einmal in ihrem Leben gesagt. Und wenn man sich das von außen anschaut, stimmt das wahrscheinlich auch. Die meisten Dinge, die wir als Menschen in dieser Welt nutzen, ist für Männer gebaut worden, und nicht für Frauen. Die TikTokerin allie_202_ erklärt diesen Missstand anschaulich in einem Video. Wir haben uns auch ein paar Beispiele angeschaut, in denen die Ungleichheiten auffallen.

Gender Gaps in unserem alltäglichen Leben

Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nennt man im Groben das „Gender Gap“. Dieser Überbegriff enthält alles zwischen dem Gender Pay Gap bis zum Gender Health Gap und soll die Ungleichheit in unserer Gesellschaft belegen.

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1. Fortbewegungsmittel

Lange Zeit waren die Menschen sich nicht darüber bewusst, dass Frauen physisch und psychisch zu denselben Dingen in der Lage sind wie Männer. Niemand ahnte zu Beginn des 19ten Jahrhunderts, als Autos gerade in Mode kamen, dass auch Frauen sie fahren konnten. Das war auch bei so als die ersten Dampfloks entstanden sind. Frauen wurden angehalten, nicht damit zu fahren. Der Grund? Man dachte, dass ihre zerbrechlichen Körper nicht dazu gebaut seien, so schnelle Geschwindigkeiten wie 50 Meilen (ca. 80 km) in der Stunde zurückzulegen. Man war der Überzeugung, dass dadurch ihr Uterus aus ihrem Körper gequetscht würde.

Die Menschheit traute Frauen nicht sonderlich viel zu – und so designte sie einfach alles für den Mann. So erklärt es uns die TikTokerin allie_202_ in ihrem Video.

2. Crash Test Dummies

Crash Test Dummies sind noch immer größtenteils an einen männlichen Standard angepasst. Das hat zur Folge, dass Frauen bei Autounfällen schwerer verletzt werden können. Crash Test Dummies wurden erstmals in den 1950er Jahren eingeführt und basierten jahrzehntelang auf Männern. Der am häufigsten verwendete Dummy ist 1,77 m groß und wiegt 76 kg (deutlich größer und schwerer als eine durchschnittliche Frau). Zusätzlich hat der Dummy hat auch männliche Muskelmasseanteile und eine männliche Wirbelsäule.

3. Temperatur im Büro

In gewöhnlichen Büros ist es durchschnittlich viel zu kalt für Frauen – das liegt an ihrem Stoffwechsel und der vergleichsweise unterschiedlichen Fettverbrennung im Gegensatz zu Männern. Eine Studie der Universität Maastricht hat festgestellt, dass Frauen einfach höhere Temperaturen im Büro brauchen. Die Büro-Klimasysteme sind nach wie vor auf Männer eingestellt.

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4. Damentoiletten

Vor den Damentoiletten ist meistens eine riesige Schlange, was darauf zurückführt, dass es nicht genug Toiletten für Damen gibt. Laut dem Deutschen Architektenblatt schreibt die Versammlungsstättenverordnung beispielsweise vor, dass für 1000 Frauen zwölf Toiletten ausreichend sind. Jedoch sind für 1000 Männer acht Toiletten und zwölf Urinale vorgeschrieben. Laut Arbeitsstättenrichtlinien sind zusätzliche Urinale für männliche Beschäftigte bereitzustellen.

5. Künstliche Intelligenz

Stimmerkennungen wie beispielsweise Siri oder Alexa haben angeblich Mühe, Frauenstimmen im Vergleich zu den tieferen Stimmen von Männern zu verstehen. Dies liegt neben dem Tonhöhenunterschied zwischen den Geschlechtern sind Frauen tendenziell leiser und haben weichere Stimmen, sagt Dr. Rachael Tatman, Datenwissenschaftlerin bei Kaggle, der Datenwissenschaftsfirma von Google.

Die Wissenschaftlerin hat in einem Interview mit The Register gesagt, dass der Lernalgorithmus in den KI-Spracherkennungsgeräten nicht von Natur aus Männer bevorzugt, sondern, dass Männer ein besseres Signal liefern. Sie erklärt: „Es gibt ein etwas weniger robustes akustisches Signal für Frauen. Frauenstimmen werden leichter durch Hintergrundgeräusche überdeckt, was es für Spracherkennungssysteme schwieriger macht.“

Eine männliche Welt – Frauen haben sich dran gewöhnt

Dass die Welt eher für die Herren der Schöpfung anstatt für die Damen designt ist, ist den meisten Menschen bereits klar. Viele haben aus unserer Geschichte bereits einiges dazugelernt und wir laufen nicht mehr vollkommen blind durch die Gegend. Frauen arrangieren sich aber nicht mehr nur mit dieser Ungerechtigkeit, sondern sie tun aktiv etwas dagegen – und sei es nur, darauf aufmerksam zu machen, dass diese Unterschiede bestehen.

Viele Männer fühlen sich angesichts solcher TikTok-Videos und dem immer wieder aufkommenden „Outcallen“ von Ungerechtigkeiten gegen Frauen diskriminiert. Sie sagen „Wir können doch nichts dafür“. Und sie haben recht damit. Niemand kann etwas für die Welt, in die er oder sie hineingeboren ist. Das bedeutet aber nicht, dass wir Frauen aufhören sollen, über diese Missstände aufzuklären.

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