Derzeit wird schwer um das große und wichtige Thema Weihnachten gerungen. In der Politik genauso wie bei den Menschen Zuhause am Küchentisch. Was dürfen wir in den Weihnachtsferien 2020 überhaupt? Was ist vollkommen indiskustabel und wer hat das eigentlich zu entscheiden?

Weihnachten 2020: diese Ferien dürfen andere entscheiden

Nunja, zu entscheiden haben das erst einmal die MinisterpräsidentInnen der einzelnen Länder. Und das ist meistens auch gut so. Doch infrage stellen sollte man die Entscheidungen, die derzeit aufgrund der Coronaangst getroffen werden, dennoch. Noch sind die endgültigen Verbote für dieses Weihnachtsfest noch nicht klar. 

Doch wir wissen bereits, dass in NRW die Ladengeschäfte nicht am Sonntag öffnen dürfen. Alleine dieses Verbot sorgt für riesige Empörung unter den Ladenbesitzern, genauso wie unter den Weihnachtsshoppern. Hier liest du nach, warum dieses Verbot tatsächlich als sinnlos betitelt werden kann.

Frau Straße Weihnachten
Die Weihachtszeit wird dieses Jahr ziemlich trostlos. Nicht mal Shoppen kann da helfen.(Photo: imago images/TT)

Weihnachtsferien zu früh & Schulen zu spät 

Was kommt noch? Die Weihnachtsferien beginnen dieses Jahr schon am 19. Dezember. Das sind ganze vier Tage früher, als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Was erst einmal nicht so problematisch klingt, (immerhin macht man doch in den letzten Tagen vor Weihnachten sowieso nichts mehr in der Schule, oder?) ist aber ein Ausdruck absoluter Inkonsequenz, was den Umgang mit den Schülern angeht. 

Schüler und Lehrer haben derzeit heftig unter den Konsequenzen der neuen Coronaregeln zu leiden: Im Unterricht Maske tragen, sich beim ständigen Lüften den Popo abzufrieren und die Abstandsregeln in den winzigen Klassenzimmern nicht einhalten zu können ist nur der Anfang. Noch immer sind ohnehin viele im Homeschooling und bekommen virtuellen Unterricht auf ihr Tablet oder Smartphone. Das ist Scheiße, aber das ist allemals besser als nichts.

Weihnachtsferien vorverlegt. Weil die Schüler dieses Jahr noch nicht genug Ferien hatten?

Mal ganz ehrlich: Die Weihnachtsferien vorzuverlegen erscheint mir wie eine Verzweiflungstat. Man weiß einfach nicht mehr, was mit den Schülern zu tun ist, die nunmehr seit Monaten immer wieder neue Regeln und Vorschriften einhalten sollen. Schon die Frühlings- und die Sommerferien liefen nicht wie gewohnt ab.

Das Lernen fällt dabei so flach wie die Sozialkontakte. Der Beschluss, die Weihnachtsferien vorzuverlegen, bringt die Kids nur ein paar Tage früher in die heimische Langeweile und das coronabedingte Nichtstun herein. 

Diese Coronamythen wurden übrigens bereits aufgeklärt.

Was ist die Alternative? In der Schule frieren? Ne. Sich in die Sporthalle setzen, wo vielleicht genug Abstand gewährleistet werden könnte? Vielleicht. Das Homeschooling ausbauen, sodass es nicht mehr lernen zweiter, sondern erster Klasse ist? Auf jeden Fall. Die Schulen unterstützen, sodass in Zukunft jedes Klassenzimmer über eine Lüftungsanlage verfügt? Unbedingt.

In Deutschland zeigt die Coronakrise vieles. Unter anderem zeigt sie uns auf, wie tief und fest wir beim Ausbau und der Sanierung der Schulen geschlafen und gespart haben. Ist schon ziemlich peinlich, dass jetzt die einzige Rettung vorgezogene Weihnachtsferien sind.

Wenn wir schon beim Thema Schule sind: Wusstest du wie wichtig Lehrer mit Migrationshintergrund für unsere deutschen Schulen sind?

Wenn ihr euch mal gefragt habt, wie stressig es tatsächlich ist, Kinder zuhause zu haben, dann geht es euch wie mir. Zusammen mit meiner Kollegin habe ich die größten Unterschiede eines kinderfreien und eines kindervollen Lebens erforscht. Mit erstaunlich witzigen Ergebnissen.