Es gibt in Deutschland circa 8 % Lehrer und Lehrerinnen mit Migrationshintergrund.

Doch: Genau sie könnten eine entscheidende Rolle beim Lernen einnehmen. Denn eine Studie des RWI-Leibizinstitut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass sie einen positiven Einfluss auf die Sprachfähigkeiten ihrer Schüler und Schülerinnen haben.

Warum Lehrer mit Migrationshintergrund die Schülerleistung positiv beeinflussen 

Für die Studie haben die Forscher und Forscherinnen die Daten von der Klasse 5 bis 9 des Nationalen Bildungspanels analysiert. Und sie haben verglichen, wie hoch die Leistung der Schüler und Schülerinnen in den Schuljahren ist, in denen sie einen Lehrer oder eine Lehrerin mit Migrationshintergrund hatten im Gegensatz zu den Jahren, in denen sie keinen mit Migrationshintergrund hatten.

Das Ergebnis: Lehrer und Lehrerinnen mit Migrationshintergrund konnten das Leseverständnis der Kinder deutlich verbessern. Insbesondere dann, wenn die Kinder selbst einen Migrationshintergrund hatten. Woran das liegt?  Die Forscher und Forscherinnen glauben, an eine mögliche Vorbildfunktion.

Lehrer mit Migratiosnhintergrund
Lehrer mit Migratiosnhintergrund? Gibt es nicht so oft(Photo: rkl_foto/ shutterstock)

Vor allem zweisprachige Lehrer und Lehrerinnen haben einen positiven Einfluss auf alle Schüler und Schülerinnen. Bei ihnen haben sich die Lese- und Sprachfertigkeiten von Kindern noch besser entwickelt, selbst bei denen ohne Migrationshintergrund. Die Forscher und Forscherinnen glauben, dass dies daran liegen könnte, dass sie ihre eigenen Erfahrungen im Sprachenlernen an ihre Schüler und Schülerinnen weitergeben könnten. 

Was die Studienergebnisse für die Zukunft bedeuten

Lisa Höckel, die Studienauorin folgert daraus: „Die Studie zeigt, dass sich Lehrkräfte mit Migrationshintergrund positiv auf die Leseleistungen der Schüler auswirken.“  

Auch frühere Forschungen haben sich mit der Arbeit von Lehrern und Lehrerinnern mit Migrationshintergrund auseinandergesetzt. Ihr Ergebnis: Die Lehrkräfte bringen mehr kulturelle Vielfalt in den Schulalltag und könnten eine höhere Empathiefähigkeit besitzen. Doch: Im Fach Mathematik beispielsweise hatte der migrantische Hintergrund keinen Einfluss auf die Leistung der Schüler und Schülerinnen aus Familien mit anderem Hintergrund.

Es wäre also falsch, Lehrer und Lehrerinenn nur auf ihren interkulturellen Background zu reduzieren. Oder diesen Hintergrund als alleiniges Kompetenzmerkmal zu verstehen. Vielmehr müsste kulturelle Vielfalt an der Schule gelebt werden, sei es durch die Einstellung von mehr Lehrern und Lehrerinnen mit dem Background, durch die Thematisierung von Kultur und Diversität und natürlich müssen auch die Fähigkeiten, eine gute Lehrkraft zu sein, im Vordergrund stehen.

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