Es gibt spannendere Dinge im Leben als Versicherungen, trotzdem sind sie enorm wichtig. Die Gefahr ist groß, dass du später einmal auf Kosten sitzen bleibst, weil du die Risiken unterschätzt hast oder einfach davon ausgegangen bist, dass du weiterhin bei deinen Eltern mitversichert bist. Mit dem Studienbeginn kommst du leider nicht um das Thema herum. Deswegen erklären wir dir, welche Versicherungen als Student oder Studentin unbedingt notwendig sind und welche sich vielleicht zusätzlich lohnen können.

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Jeder Studierende benötigt unbedingt eine Krankenversicherung. Hast du die erstmal, steht dem Studium nichts mehr im Wege. Foto: istock/Petar Chernaev / Credit: Unsplash

Die Must-Haves

Zuerst zu den besonders wichtigen Versicherungen für Studenten und Studentinnen, mit denen du optimal abgesichert bist. Sie sind besonders wichtig, zum Teil sogar essentiell.

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist seit 2009 Pflicht für alle Studierenden und Voraussetzung für ein Studium. Sie wird deswegen von den meisten Unis direkt bei der Einschreibung gefordert.

Solange du nicht älter als 24 Jahre bist und deine Eltern gesetzlich versichert sind, bleibst du bis zu deinem 25. Geburtstag in der Familienversicherung. Sind beide Eltern privat versichert, hast du die Wahl: Entweder du bleibst über deine Eltern versichert oder du beantragst eine studentische Krankenversicherung. Dann musst du aber auch Beiträge zahlen – auch vor deinem 25. Lebensjahr. Der Vorteil der studentischen Krankenversicherung: Sie ist deutlich günstiger als eine normale gesetzliche KV und umfasst häufig auch eine Pflegeversicherung.

Hast du weniger Zeit fürs Wartezimmer? Nach deiner Immatrikulation kannst du innerhalb von drei Monaten zu einer privaten Krankenversicherung wechseln. Bist du eher seltener in Praxen zu Besuch, lohnt sich eine Selbstbeteiligung. Dann musst du zwar einen Anteil der Behandlungskosten zahlen, dafür sinkt jedoch dein monatlicher Beitrag.

Reisetipp: Für Auslandssemester und solltest du vorher abklären, was deine Krankenversicherung übernimmt. Es klingt makaber, aber nicht alle bezahlen deine dortigen Behandlungen oder deinen Rücktransport, solltest du schwer erkrankt sein. Eine Auslandskrankenversicherung ist deshalb unbedingt empfehlenswert. Wir sagen dir, warum sich ein Jahr Erasmus als Student:in lohnt.

Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung ist zwar im Gegensatz zur Krankenversicherung nicht vorgeschrieben, aber trotzdem eine der wichtigsten und sinnvollsten Versicherungen. Sie greift immer, wenn du jemand anderes einen Schaden verursachst, zum Beispiel wenn du aus Versehen eine Tasse Kaffee über den Laptop deines Sitznachbarn verschüttest.

Auch hier bist du üblicherweise zuerst bei deinen Eltern in der Familienversicherung mitversichert – und zwar bis zum Ende deines Studiums. Es gibt allerdings Ausnahmen. Zum einen, wenn du schon vor deinem Studium eine Ausbildung absolviert hast oder bereits ein Studium abgeschlossen hast. Und zum anderen, wenn du bereits verheiratet bist. Einige Versicherer haben zudem eine Altersgrenze von beispielsweise 25 Jahren festgelegt, ab da brauchst du eine eigene Versicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Das Studium ist noch nicht einmal losgegangen und schon sollst du dir Gedanken über eine Berufsunfähigkeit machen? Klar, Versicherung heißt Vorsorge. Und für die gibt es ein paar gute Gründe.

Generell lässt sich sagen: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine existenziell wichtige Versicherung. Immerhin wird jeder Vierte im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Dass die Gefahr auch für Bürojobs real ist, zeigt, dass psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeiten sind. Außerdem solltest du dich nicht auf staatliche Unterstützung verlassen. Die ist nämlich zu gering, um überhaupt die Lebenshaltungskosten zu decken. Deswegen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine richtig gute Absicherung für dich.

Die Bedingung für die Leistung ist allerdings, dass du mindestens fünf Jahre lang in eine gesetzliche Rentenversicherung beziehungsweise 36 Monate in die private Berufsunfähigkeitsversicherung eingezahlt hast.

Wichtig: Bei manchen Versicherungsanbietern ist es für dich nur möglich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Erwerbsunfähigkeitsklausel abzuschließen. Deswegen solltest du verschiedene Gesellschaften vergleichen.

Welche Jobs wenig Stress machen und trotzdem gut bezahlt sind, erfährst du hier.

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Viel zu verlieren? Wenn du als Student oder Studentin Angst um deine Wertgegenstände hast, lohnt sich eine Hausratsversicherung. IMAGO / Westend61 Credit: IMAGO / Westend61

Lohnenswert, aber nicht notwendig

Dazu gibt es noch ein paar weitere Versicherungen, die du je nach Lebenslage abschließen kannst. Sie sind meist nicht unbedingt notwendig, können sich für dich aber trotzdem lohnen.

Hausratsversicherung

Mit dem Uni-Start beginnt für die meisten ein neuer Lebensabschnitt. Raus aus dem Elternhaus, rein in die neue eigene Wohnung. Hast du dich so eingerichtet, dass dein Inventar mehr als 700 Euro wert ist, dann lohnt sich eine Hausratsversicherung. Die greift bei Einbrüchen, Blitzschlägen, Feuer- und Wasserschäden.

Private Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung schlägt in eine ähnliche Kerbe wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ist zwar billiger, aber bei Weitem kein Ersatz! Wenn du allerdings privat viel Sport treibst oder gefährlichere Hobbies hast, lohnt sich eine solche Versicherung auch für Studenten und Studentinnen. Das „privat“ ist hier besonders wichtig. Eine gesetzliche Unfallversicherung bezahlt deine Freizeitunfälle nämlich nicht.

Verkehrsrechtsschutzversicherung

Klarer Immatrikulationspluspunkt: das Semesterticket. Vor allem in größeren Uni-Städten lohnt der freie Öffi-Zugang. Sobald du aber aus dem Umkreis mit dem Auto zur Uni pendelst, wird die Verkehrsrechtsschutzversicherung für dich interessant. Unfallkosten können sehr schnell in die Höhe schießen, diese Versicherung federt die Kosten ab.

Rentenversicherung

Du hast finanziell etwas Luft? Dann können wir dir eine Rentenversicherung ans Herz legen. Mit dieser Versicherung kannst du als Studierende:r nicht früh genug anfangen. Je früher du beginnst, desto weniger Geld musst du später aufbringen, um deine Rente zu sichern und desto mehr staatliche Zulagen bekommst du. Die staatliche Altersrente wird nämlich kaum ausreichen, um deinen Lebensstandard zu halten.

Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge sind beispielsweise die Riester-Rente und die Rürup-Rente. In Letzterer kannst du auch einzahlen, wenn du neben dem Studium nicht arbeitest und trotzdem etwas übrig hast.

Mach’s dir einfach

Viele schreckt vor allem die Undurchsichtigkeit vieler Versicherungen ab. Es gibt unzählige verschiedene Varianten, alle mit komplizierten Ausnahmen und Voraussetzungen. Immerhin bieten verschiedene Portale wie Check24 oder Clark Vergleiche an. Zur Not kann sich jede:r persönlich beraten lassen, beispielsweise bei Fachberatern oder bei den Verbraucherzentralen des Bundeslandes, in dem du wohnst.

Klar, Versicherungen kosten Geld und sich gerade etwas dazuzuverdienen ist alles andere als einfach. Wir sagen dir, wo es noch Nebenjobs für Student:innen gibt und welche Rabatte und Deals du ganz einfach abgreifen kannst.