Ein Uniabschluss während der Pandemie kann frustrierend sein. Wir erklären dir, wie du all deine Pläne trotzdem umsetzt – ganz ohne Stress.

Du stehst am Ende deines Studiums und hast schon ordentlich Pläne geschmiedet? Wäre da nicht der Coronavirus mit all seinen Einschränkungen. Ob mehrere Monate ins Ausland gehen oder einen neuen Job anfangen; alles ist im Moment nur begrenzt möglich.

Doch ganz so schlimm, wie es sich im ersten Moment anfühlt, ist es nicht – denn du hast nach deinem Uniabschluss mehr Möglichkeiten als du gerade denkst. Wir erklären dir, was du jetzt tun kannst & wie du am besten vorgehst.

Uniabschluss: Jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand stecken

Die Gefühle am Ende des Bachelors sind ohnehin schon durchwachsen. Da ist zwar die Vorfreude auf die Arbeitswelt, aber auch gleichzeitig diese Wehmut – das Studentenleben hinter sich zu lassen. 

Spätestens jetzt wird dir bewusst, dass die letzten Jahre unglaublich lehrreich waren – sowohl im Hinblick auf deine berufliche Zukunft als auch auf dein Privatleben. 

Das gemeinsame lernen, die Partys und die Abende, an denen ihr bei einem billigem Glas Weißwein über das Leben philosophiert habt, sind jetzt vorbei – so zumindest erscheint es im ersten Moment. Und dann kommt jetzt auch noch dieses Virus dazu. 

Dein Uniabschluss steht kurz bevor? Keine Sorge! Dir stehen alle Türen offen. Credit: IMAGO / Westend61

Doch wir können dich beruhigen: So nervig der Coronavirus auch ist, deiner beruflichen Zukunft wird er nach dem Uniabschluss nicht im Wege stehen. Und wenn es finanziell eng wird, dann kannst du dir sogar ganz leicht Geld dazu verdienen.

Je länger die Beschränkungen andauern, desto mehr wächst die Unsicherheit

Für viele Studierende sollte dieses Semester das Letzte sein. Oder sie wollten ihr Studium bereits im letzten Semester beenden. Doch Corona stellt sie auf eine harte Probe und vor eine schwierige Wahl: Entweder sie starten mitten in der Rezession in den Arbeitsmarkt oder bleiben noch eine Weile immatrikuliert – und entscheiden sich für ein sogenanntes Scheinstudium.

Fakt ist: Normal ist derzeit wenig an den Universitäten. Denn die Kontaktbeschränkungen treffen auch die akademischen Institutionen hart. Eine Studie der Universität Maastricht fand heraus, dass besonders Studierende, deren Uniabschluss bevorsteht, darunter leiden.

Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass Prüfungen nicht stattfinden können, mehr als 70 Prozent rechnen mit Vorlesungsausfällen und ebenfalls die Mehrzahl glaubt, dass die Beschränkungen die Prüfungsvorbereitung erschweren werden – und dass sie durch all diese Probleme insgesamt länger studieren werden. Im ersten Moment kann das ziemlich frustrierend wirken. 

Dabei ist es nur die Unsicherheit, die dir Sorge bereitet – und genau die können wir dir jetzt nehmen.

Uniabschluss in Corona: Deswegen solltest du nicht frustriert sein

Zuallererst solltest du dir bewusst machen, dass sich eine Vielzahl an Studierenden in der gleichen Situation sind wie du. Und nicht nur Studierende, sondern auch Unternehmer und alle, die in dieser Zeit größere Veränderungen geplant hatten.

1. Alle anderen sind auch unsicher & überfordert

Du bist nicht alleine mit deinen Sorgen und dem unsicheren Gefühl, wie es jetzt weitergehen soll. Vielen anderen geht es genauso. Und die Unsicherheit erfordert Flexibilität, um dich auf die sich ständig ändernden Situationen einstellen zu können.

Du wirst sie dir zwangsläufig aneignen und vielleicht auch nach der Pandemie als positive Eigenschaft beibehalten.

2. Jeder weiß, wie schwierig es ist

Wenn du dir Sorgen um die Lücke in deinem Lebenslauf machst oder dich für ein Scheinstudium entscheidest, dann musst du dir keine Sorgen darum machen, dass dir dies zukünftig im Weg steht wird.

Frau Uni
Personaler wissen wie schwer der Arbeitsmarkt in der Pandemie ist. Daher werden sie auf eventuelle Lücken verständnisvoller reagieren. Credit: Getty Images/ Tom Werner /

Denn auch wenn du später bei einem Bewerbungsgespräch darauf angesprochen wirst, dann musst du dir nicht einmal eine gute Argumentation zurechtlegen: Jeder wird sich an das Jahr 2020/21 erinnern können.

3. Alles geht in Richtung online

Es kommt natürlich darauf an, in welche Richtung du dich beruflich bewegst, dennoch lässt sich grob sagen: Alles geht in Richtung online. Und genau das kann dir gerade so richtig in die Karten spielen. Natürlich ist ein Job, bei dem du nur im Homeoffice sitzt, nicht das Gleiche, wie einer, bei dem du dich mit deinen Kollegen austauschen kannst – aber er ist von überall möglich. 

Das bedeutet: Du kannst dich bewerben, wo du willst, ohne direkt dahin ziehen zu müssen. Das gilt im Übrigen auch für Bewerbungsgespräche, zu denen du nicht erst hinfahren musst. Stattdessen kannst du unzählige Bewerbungen schreiben und die Gespräche bequem von zu Hause aus machen.

4. Bachelor-Abschluss in Corona: Ich mache dann mal einen Master…

Wenn du mit dem Bachelor in Corona fertig wirst, dann ist es naheliegend, noch einen Master dranzuhängen. Das verschafft Zeit, ist sinnvoll und auch in der Pandemie leicht in die Wege zu leiten. Und tatsächlich ist das eine gute Möglichkeit, die Zeit während der Pandemie zu füllen – vor allem, wenn du ohnehin vorhattest, noch weiter zu studieren.


Falls du jedoch genug vom Studentenleben hast und endlich ins Berufsleben einsteigen willst, dann wird dir auch das in der Pandemie gelingen. Im Stern schreibt Jobcoach Ragnhild Struss:

Ganz wichtig ist zunächst die Erkenntnis, welcher Job überhaupt der richtige für Sie ist. Lassen Sie sich auf keinen Fall von der aktuellen Lage dazu verlocken, einfach irgendeinen Job anzunehmen – nach dem Motto ‚Hauptsache, ich habe überhaupt etwas‘. Gerade als Berufseinsteiger legen Sie jetzt den Grundstein für Ihre weitere Karriere und sollten dabei nicht ‚wahllos‘ vorgehen, sondern die Richtung einschlagen, in die Sie sich auch entwickeln möchten.

Ragnhild Struss

Daher solltest du dich keinesfalls der aktuellen Situation beugen. Überlege dir, was du getan hättest, wenn jetzt gerade keine Pandemie wäre.

5. Du wolltest endlich beruflich voll durchstarten? 

Dann fange auch in Corona damit an, fleißig Bewerbungen zu schreiben und dir deinen Traumjob zu angeln. Vielleicht dauert das Ganze länger als geplant, aber dafür hast du am Ende keine Zeit vergeudet und auch keinen Job angenommen, der dir nicht gefällt.

Falls du vorhattest zu reisen, dann ist deine Frustration sicher noch ein wenig größer. Dennoch: Auch hierfür gibt es eine Lösung. Wenn dein Drang nach neuen Ländern und Kulturen besonders hoch ist, dann suche nach Orten und Ländern, in die du trotz Pandemie reisen kannst – beispielsweise Costa Rica. 

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Du musst deine Reise-Pläne nicht komplett an den Nagel hängen.

Der Flughafen wird mittlerweile sogar wieder per Direktflug angeflogen. Damit das Ganze dennoch coronakonform bleibt, solltest du mehr Zeit einplanen und dich länger an einem Ort aufhalten.

Die einfachste und coronafreundlichste Variante ist zugegebenerweise jedoch tatsächlich der Master oder ein Studium Generale. Da die meisten aktuell noch online stattfinden, kannst du sie sogar von überall aus machen. Das hat den Vorteil, dass du nicht einmal umziehen musst.

Falls dennoch alle Stricke reißen, dann kannst du dich nach dem Studium arbeitslos zu melden. Das klingt schlimmer als es tatsächlich ist.

Uniabschluss in Corona erfordert ein bisschen mehr Geduld

Die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation– aber sie wird irgendwann vorbei gehen. Daher solltest du die Zeit nutzen und dich keinesfalls von einem negativen Gefühl leiten lassen. Das würdest du später wahrscheinlich bereuen. Versuche stattdessen einen guten Kompromiss für dich zu finden und deine Pläne trotz Pandemie umzusetzen.