Die meisten werden in ihrem Leben mal in die Situation kommen, irgendwo Praktikant:in zu sein. Ob in der Schule, während des Studiums oder auch im Berufsleben, um sich weiterzubilden. Aber nicht immer läuft das Praktikum so, wie du es dir vorgestellt hast. Ob du ein Praktikum kündigen kannst und was das für Folgen nach sich ziehen kann, erfährst du jetzt!

Mögliche Gründe, die eine Kündigung rechtfertigen

Nicht immer läuft im Arbeitsleben und in deinem beruflichen Werdegang alles so, wie du möchtest. Wenn du ein Praktikum in einem Unternehmen machst, kann es auch dort Differenzen geben, die den Kündigungswunsch in dir oder in deinem/r Arbeitgeber:in hervorrufen. Häufig fühlen Praktikant:innen sich nicht ernst genommen oder ausreichend betreut. Wenn du den ganzen Tag Kaffee kochst und Dokumente von links nach rechts schiebst, ist es verständlich, dass du dein Praktikum kündigen möchtest. Dasselbe gilt natürlich für alle zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn du mit deinen Vorgesetzen nicht klarkommst oder dich sogar unwohl bei ihnen fühlst, solltest du Praktikum ebenfalls abbrechen.

Wichtig ist aber zu wissen, dass auch deine Vorgesetzten die Möglichkeit haben, dir zu kündigen. Wenn du dich zum Beispiel nicht an Absprachen hältst, unzuverlässig bist oder gegen Unternehmensregeln verstößt, kann dir das Verhältnis gekündigt werden.

Emotionen Mobbing durch Vorgesetzte
Wenn du Mobbing durch Vorgesetzte erfährst, ist es Zeit zu handeln! Credit: Westend61/Gettyimages

Praktikum kündigen: Die rechtliche Seite

Kündigung ist nicht gleich Kündigung. Da du auch bei einem Praktikum in aller Regel einen Praktikumsvertrag abschließt, bist du, aber auch dein:e Arbeitgeber:in rechtlich abgesichert.

1. Aufhebungsvertrag

Ein Aufhebungsvertrag erfolgt in beiderseitigem Einvernehmen. Wenn ihr, aus welchen Gründen auch immer, beide der Meinung seid, dass die Fortführung des Praktikums keinen Sinn mehr macht, könnt ihr euch auf eine Kündigung.

2. Ordentliche Kündigung

Meistens gibt es auch bei dreimonatigen Praktika eine Probezeit. Wenn diese abgelaufen ist und du merkst, dass du das Praktikum kündigen willst, kannst du eine ordentliche Kündigung einreichen. Diese Kündigungsform kannst du nur selbst nutzen, nicht die Firma. Du musst keinerlei Gründe angeben, musst dich aber an die Kündigungsfrist halten, die vier Wochen beträgt.

3. Fristlose Kündigung

Anders als bei der ordentlichen Kündigung kannst du bei der fristlosen Kündigung sofort rausgeschmissen werden beziehungsweise unverzüglich das Unternehmen verlassen. In diesem Fall musst du aber einen Grund angeben. Damit dieser eine fristlose Kündigung rechtfertigt, muss er aber schwerwiegend sein. Mobbing, sexuelle Belästigung, Beleidigung, oder Verletzung des Arbeitsschutzes wären Gründe, die eine fristlose Kündigung nach sich ziehen können. Allerdings kannst du nur zwei Wochen nach einem solchen Vorfall eine fristlose Kündigung einreichen.

Einstiegsgehalt nach dem Studium
Wenn du dein Praktikum kündigst, solltest du dich schnell auf die Suche nach einer Alternative machen. Credit: Thought Catalog via unsplash /

Was hat eine Kündigung für Konsequenzen?

Vorab – ein Praktikum ist nur ein Praktikum! Es bringt dich zwar in deiner beruflichen Laufbahn weiter oder ist Bestandteil deiner Ausbildung, aber du bist nicht finanziell abhängig und es gibt kein Praktikum der Welt, was es rechtfertigt, dass du darunter leidest!

Trotzdem ist eine Kündigung nicht angenehm. Wenn du dein Praktikum im Zuge deines Studiums machen musst, musst du im schlimmsten Fall ein Semester verlängern. Aber auch das ist machbar. Weitere unangenehme Konsequenzen können sein, dass du bei einer Kündigung durch deine:n Arbeitergeber:in kein Praktikumszeugnis ausgestellt bekommst. Wenn du selbst kündigst, bekommst du zwar ein Zeugnis, allerdings mit dem Vermerk, dass du das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Das kann in späteren Jobinterviews thematisiert werden, du solltest dir also eine professionelle Begründung bereitlegen.

In den meisten Fällen ist ein schlechtes Praktikum aber einfach Zeit, die dir verloren geht. Ärgerlich, aber kein Weltuntergang.

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