Es gibt viele Plattformen über die du einfach Nachhilfe geben kannst. Welche es gibt, wo die Unterschiede liegen & wo du fair bezahlt wirst, liest du hier.

Nachhilfe geben ist gerade einer der wichtigsten Nebenjobs für Studierende, aber auch für alle anderen, die Lust haben, bequem von Zuhause Schüler:innen zu unterrichten.

Dafür musst du nicht nur Fachliches beherrschen, sondern auch gute Nerven haben. Geduld, Empathie und Motivation sind sicherlich Grundvoraussetzungen. Wissen richtig rüberzubringen und zu vermitteln und neue Wege für Erklärungen zu finden, müssen die meisten allerdings erst lernen. Genau das passiert, wenn du Nachhilfe gibst. 

Online Nachhilfe geben: Die Anbieter im Überblick

Grundsätzlich kannst du zwischen zwei verschiedenen Formen unterscheiden. Einmal kannst du auf eigene Faust losziehen und über Nachhilfe- und Jobplattformen neue Schüler:innen für dich gewinnen oder du kannst dich fest von einer Agentur anstellen lassen. Hier findest du die gängigsten Plattformen.

1. Jobruf

Jobruf ist eine Vermittlungsplattform für alle möglichen Jobs und bietet in unserer Auswahl wahrscheinlich am meisten Möglichkeiten schnell und ungebunden etwas Geld zu verdienen. Für Privatpersonen und Unternehmen kannst du bei Umzügen, Renovierungsarbeiten, Tierbetreuung oder im Büro aushelfen, aber natürlich auch Nachhilfe geben. Sogar Computerunterricht wird ab und zu gesucht, was für uns Digital Natives eigentlich locker von der Hand gehen sollte.

Nach deiner Registrierung polierst du dein Profil mit früheren Joberfahrungen und deinem Studiengang auf. Stellst du dich geschickt an, bekommst du von deinen Arbeitgebern eine gute Bewertung und wirst häufiger gebucht. Außerdem kannst du dein gewünschtes Arbeitsverhältnis angeben, also ob du gerne als Werkstudent:in arbeiten würdest, oder zum Beispiel lieber an Wochenendjobs interessiert bist.

  • Art: Vermittlung
  • Kosten: keine
  • Verdienst: Du legst deinen Stundenlohn fest
  • Benefits: Jobruf achtet nach eigenen Angaben auf eine faire Bezahlung
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Es dauert meist einige Zeit, bis du ganze Gruppen unterrichten kannst.(Photo: chee gin tan)

2. GoStudent

GoStudent ist für alle, die sich noch nicht im Alleingang an Schüler:innen trauen. Wobei die größte Hürde die Anstellung ist. GoStudent schreibt, dass aus zehn Bewerber:innen gerade einmal zwei genommen werden. Während du bei anderen Plattformen einfach nur eine Anzeige inserierst, durchläufst du hier einen kleinen Aufnahmetest und ein Gruppengespräch

Dafür sind die Arbeitsbedingungen deutlich besser. Falls Fragen aufkommen oder du Probleme hast, steht dir ein/e Betreuer:in als Unterstützung zur Seite. Und du hast neben der Online-Nachhilfe für Einzelne und Gruppen auch die Möglichkeit, Fragen zu Hausaufgaben im Chat zu beantworten.

Du arbeitest bei GoStudent auf Honorarnotenbasis. Dein Job ist also eine kleinere Nebentätigkeit ohne Arbeitsverhältnis. Deshalb bist du auch an keinen Vertrag gebunden, musst dich dafür aber auch mit Steuern und Versicherungen rumschlagen, falls dein Verdienst die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt. Bezahlt wird monatlich von GoStudent.

  • Art: Agentur
  • Kosten: ggf. Steuern und Versicherung 
  • Verdienst: Zwischen 12 € und 15 € pro 50 Minuten
  • Benefits: Betreuung & Unterstützung

3. SuperProf 

Auf SuperProf kann jeder Nachhilfe geben, der einen Qualifikationsnachweis in den Fächern vorzeigen kann, die er oder sie unterrichten will, auch Student:innen. Nachhilfe gibt es in Mathe, Deutsch, Chemie, verschiedenen Sprachen oder Musik, aber auch Personal Training, Malen, Kochen und Fotografie werden über die Webseite angeboten, für die in der Regel sogar ein höherer Preis verlangt wird. SuperProf soll bis zu 1000 Fächer im Sortiment haben, was wirklich beeindruckend ist, bleibt aber ein Marktplatz für Selbstständige.

Das bedeutet auch, dass du auf SuperProf den Preis und die Stornierungsrichtlinien für deinen Unterricht selbst festlegen musst. Bei der Auszahlung hast du zwei verschiedene Möglichkeiten. Entweder du stellst deine Rechnungen im Alleingang, oder du wickelst deine Buchungen und Bezahlungen über SuperProf ab

Das Problem: So musst du 10% Provision für jede Unterrichtseinheit abdrücken. Mit einem Premium-Account ist das nicht der Fall. Außerdem ist die Sichtbarkeit deiner Anzeigen höher und du bekommst Zugriff auf ein Dashboard mit deinen Anzeigenstatistiken. Klingt alles sehr cool, kostet aber 19 € pro Monat oder 190 € im Jahr.

  • Art: Vermittlung
  • Kosten: keine oder 19 € pro Monat (Premium-Account)
  • Verdienst: Du legst deinen Stundenlohn fest
  • Benefits: die meisten angebotenen Fächer & Unterrichtsmöglichkeiten
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Viele der Kinder sind zu Beginn motiviert. Kannst du das aufrecht erhalten, hast du bereits viel erreicht.(Photo: guvendemir)

4. Turboboost

Turboboost ist eine weitere Nachhilfeagentur, bei der du mit deinen zugewiesenen Schüler:innen in mindestens fünf Wochenstunden neues Wissen erarbeiten kannst, wobei es laut eigener Angabe auch nicht schlimm sein soll, wenn ein paar Wochen bei dir ausgebucht sind. Voraussetzung zur Anstellung sind gute Noten in deinen Unterrichtsfächern und eine gute Internetverbindung.

Turboboost zahlt nach Qualifikation. Das bedeutet, dass du als Student:in allgemein 11,30 € in einer Stunde kassierst, mit einem Bachelor oder Masterabschluss 13,30 € und als ausgebildete Lehrkraft 14,30 €. Das klingt auf den ersten Blick sinnvoll, bedeutet aber auch, dass deine Aufstiegschancen im Gehalt nicht von deinen Nachhilfe-Leistungen abhängen, was wiederum schade ist, wenn du viel Zeit für deine Schüler:innen investierst.

  • Art: Agentur
  • Kosten: keine
  • Verdienst: gestaffelt nach Qualifikation
  • Benefits: beansprucht wenig Zeit trotz Anstellung

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5. Easy Tutor

Easy Tutor ist ein Münchener Start-up, das kostenlose Online-Nachhilfe auf Abruf anbietet. Die Fächer entsprechen den normalen Schulfächern, lediglich Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre sind ergänzt worden. Easy Tutor stattet dich mit Hard- und Software aus, nutzt unter anderem Zoom zum Online-Unterricht und stellt dir Ansprechpartner und technischen Support zur Verfügung, die du die meiste Zeit um Unterstützung bitten kannst

Auch hier ist eine Aufnahme die größte Hürde. Easy Tutor nimmt nur Personen mit Lehrerfahrung auf, also handelt es sich vor allem um Lehramtsstudent:innen mit Bestnoten in ihren Unterrichtsfächern, die nach ihrer Bewerbung eine Schulungsphase durchlaufen müssen. Dafür bist du anschließend größtenteils selbstständig und entscheidest selber, wann und wie oft du Unterricht geben kannst. 

Easy Tutor bezahlt fürs Nachhilfe geben überdurchschnittlich gut, allerdings sind auch hier die Bezahlstufen nach Abschluss gestaffelt, was das eigene Engagement ausbremsen kann. Studenten verdienen 13 € pro Stunde, Bachelorabsolventen 14 € und Masterabsolventen oder solche mit Staatsexamen 15 €.

  • Art: Agentur
  • Kosten: keine
  • Verdienst: gestaffelt nach Qualifikation
  • Benefits: überdurchschnittlich gute Bezahlung
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Schaffen es die Eltern zeitlich nicht, den Kindern in der Schule zu helfen, sind sie auf Nachhilfe angewiesen.(Photo: damircudic)

Fazit: Nachhilfe geben ist kein Klacks

In einer Agentur sind die Ansprüche oft höher, dafür bekommst du aber auch alles Mögliche an die Hand. Neueinsteiger sollten nicht nur deswegen eine Agentur wählen, sondern auch, weil es in erster Linie nicht um dich geht. Kommen die Schüler:innen trotz Nachhilfe nicht richtig im Stoff voran, reagieren Eltern oft empfindlich und du stehst in der Schusslinie. Und wer sich mit einiger Erfahrung selbstständig macht, kann locker auch ein paar Euro mehr in der Stunde verlangen.

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