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Vaterschaftsurlaub ab 2024: So viele freie Tage gibt es nach der Geburt

Ab 2024 haben Väter in Deutschland die Möglichkeit, bezahlten Elternurlaub zu nehmen, um die Bindung zwischen ihnen und ihren Kindern weiter zu vertiefen. Wie viele freie Tage es gibt, erfährst du hier.

Vater küsst Baby auf den Kopf.
© anoushkatoronto - stock.adobe.co

Urlaub berechnen: So viele Tage stehen dir zu!

In Deutschland steht allen Arbeitnehmer*innen ein gesetzlich festgeschriebener Mindesturlaub zu. Wie du deine Urlaubstage berechnest, erfährst du hier.

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, stehen frischgebackene Eltern vor der Herausforderung, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen. Dabei kann die Zeit unmittelbar nach der Geburt ganz schön anstrengend sein. Doch die erste Phase des Kennenlernens dürfte in Zukunft deutlich entspannter verlaufen. Denn ab dem Jahr 2024 haben Väter nämlich Anspruch auf sogenannten Vaterschaftsurlaub. Wie viele freie Tage es gibt, erfährst du hier.

Vaterschaftsurlaub 2024: So viele freie Tage stehen frischgebackenen Vätern zu

Im nächsten Jahr kündigt sich bei dir Nachwuchs an? Dann haben wir gute Nachrichten für dich. Denn ab 2024 dürfen Väter nach der Geburt eines Kindes zwei Wochen sogenannten Vaterschaftsurlaub nehmen – ohne dafür Urlaub oder die Elternzeit in Anspruch nehmen zu müssen.

Der bezahlte Vaterschaftsurlaub soll dabei die Vater-Kind-Beziehung nachhaltig stärken. „Besonders in der ersten Zeit nach der Geburt ist es wichtig, dass Eltern Zeit füreinander und das Baby haben“, sagte Familienministerin Lisa Paus im vergangenen Jahr den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das ist auch wichtig, damit Väter früh eine enge Beziehung zum Kind aufbauen können“, so Paus.

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Muss man den Vaterschaftsurlaub beantragen?

Nein, um den Vaterschaftsurlaub wahrnehmen zu können, ist kein Antrag notwendig. Der Anspruch auf Vaterschaftsurlaub tritt automatisch und unmittelbar nach der Geburt des Kindes in Kraft. Es ist somit nicht notwendig, einen gesonderten Antrag zu stellen. Gemäß der EU-Richtlinie gilt dieser Anspruch unabhängig von der Betriebszugehörigkeit oder der Dauer der Beschäftigung.

Haben Väter nach der Geburt Anspruch auf Sonderurlaub?

Ja, auch dafür besteht ein gesetzlicher Anspruch, der im Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches verankert ist. Allerdings ist dort nicht genau festgelegt, wie viele Tage in Anspruch genommen werden können. Doch wie sieht dies in der Realität aus? Mit dieser Frage hat sich das Institut für Demoskopie Allensbach beschäftigt. Nach der Untersuchung von 1200 Unternehmen ergab sich folgendes Bild: 26 Prozent der befragten Unternehmen gewähren einen Tag Sonderurlaub bei Geburt eines Kindes. Bei weiteren 26 Prozent sind es zwei Tage, und bei 4 Prozent sind es mehr als zwei Tage. Allerdings gewähren 44 Prozent der Unternehmen ihren Arbeitnehmenden keinen bezahlten Sonderurlaub zur Geburt. 

Doch aufgepasst: Gesetzlich haben unverheiratete Männer keinen Anspruch auf Sonderurlaub bei der Geburt, wie durch das Urteil vom 18.01.2001 des Bundesarbeitsgerichts festgestellt wurde. In solchen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, den Arbeitsvertrag, die Betriebsvereinbarung oder den Tarifvertrag zu konsultieren. Immer mehr Unternehmen setzen auf Familienfreundlichkeit, und es kann sein, dass dort eine Regelung existiert, die zwei bis drei Tage Sonderurlaub für frisch gebackene Väter vorsieht.