Veröffentlicht inGeld

Vorschlag der CDU: So viel Geld sollen Rentner steuerfrei verdienen dürfen

In den nächsten Jahren wird sich der Fachkräftemangel in Deutschland weiter zuspitzen. Um diesen ein wenig zu entschärfen, schlägt die CDU nun eine Aktivrente vor. Was dahinter steckt, erfährst du hier.

Senior arbeitet im Büro
© Seventyfour - stock.adobe.com

7 Renten-Irrtümer, die du nicht glauben solltest

Damit man beim Thema Rente wieder durchblickt, räumen wir mit den sieben gängigsten Renten–Irrtümer auf.Dieses Video wurde mit der Hilfe von KI erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.

Die sogenannten Babyboomer gehen in den nächsten Jahren in Rente – mit weitreichenden Folgen. Denn die Lücke, die sie in der Wirtschaft hinterlassen, dürfte kaum zu füllen sein. Denn in Deutschland gibt es viel zu wenige Fachkräfte, die offenen Stellen besetzen könnte. Um dieses Problem etwas zu lösen, fordert die CDU nun die Einführung einer Aktivrente. Was dahinter steckt und wie der Vorschlag aufgenommen wurde, erfährst du hier.

Aktivrente: CDU schlägt Modell für steuerfreies Arbeiten im Rentenalter vor

Deutschland gehen die Fachkräfte aus. Deshalb macht CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann einen Vorschlag: Menschen, die im Rentenalter weiter arbeiten, die im Rentenalter weiter arbeiten, sollen auf ihren Lohn keine Steuern zahlen müssen – zumindest bis zu einer bestimmten Verdienstgrenze. Am vergangenen Freitag legte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in Berlin seinen Vorschlag für eine „Aktivrente“ vor und stützte diesen mit einem Rechtsgutachten.

Der Plan sieht vor, dass Personen, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben und dennoch weiterhin arbeiten möchten, bis zu 2000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen können. Linnemann äußerte sich dazu wie folgt: „Lassen Sie uns diesen Vorschlag einfach einmal zwei Jahre lang ausprobieren.“ Die CDU zeigt sich bereit, diesen Vorschlag unverzüglich umzusetzen und beabsichtigt, ihn auch im kommenden Wahlprogramm der Partei zu verankern.

Aktivrente soll Fachkräftemangel entgegenwirken

Laut Linnemann soll die Aktivrente insbesondere dazu beitragen, dem steigenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Er betont, dass es in Deutschland fast schon zur Tradition geworden sei, dass Menschen „von 100 auf 0 gehen“, sobald sie in Rente gehen, und dies, obwohl viele Umfragen zeigten, dass viele Menschen bereit wären, im Falle von Steuervergünstigungen freiwillig länger zu arbeiten.

Heutzutage müssen Personen, die das gesetzliche Rentenalter erreichen, nicht zwangsläufig in den Ruhestand treten. Sie haben die Möglichkeit, uneingeschränkt hinzuverdienen. Jeder Monat, den sie weiterarbeiten, wird mit einem Zuschlag von 0,5 Prozent auf ihre Rente belohnt. Allerdings müssen Steuern auf Rente und Hinzuverdienst gezahlt werden, wenn der Grundfreibetrag von 10.908 Euro im Jahr überschritten wird.

Linnemann kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie sich seiner Meinung nach im Kampf gegen den Fachkräftemangel zu wenig auf die Gewinnung zusätzlicher Arbeitskräfte aus Deutschland konzentriert und stattdessen vorrangig auf die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland setzt.

Folge wmn.de auf Social-Media
Du magst unsere Themen? Dann folge wmn.de auch auf FacebookPinterest,Instagram, X (früher Twitter) und TikTok

Linnemanns Vorschlag erntet harte Kritik

Der Vorschlag Linnemanns stößt in der Politik auf harte Kritik. So lehnt die SPD den Vorschlag als ungerecht ab: „Der Vorschlag bevorzugt Professoren und Anwältinnen und benachteiligt diejenigen, die jahrzehntelang körperlich schwer gearbeitet haben, wie zum Beispiel Dachdecker oder Krankenpflegerinnen“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt dem Tagesspiegel.

Aber auch FDP-Arbeitsmarktpolitiker Carl-Julius Cronenberg kritisiert den Vorschlag der Aktivrente. Er erklärte gegenüber dem Tagessiegel, dass es sinnvoll sei, Anreize zur Beschäftigung von Vollrentner:innen zu schaffen. Dennoch sei ihm unklar, warum Linnemann ausgerechnet ein Instrument vorschlage, das für Millionen von Arbeitnehmern, darunter Handwerker:innen, niemals zur Anwendung kommen werde. Dies würde darüber hinaus die ohnehin schon komplexen Steuervorschriften weiter verkomplizieren.

Quellen: Deutschlandfunk, CDU Deutschland und Tagesschau