Ein gutes Arbeitsklima ist das wichtigste Gut im Job. Wenn die Chemie nicht stimmt oder du dich mit Leuten nicht verstehst, wirkt sich das auf deine ganze Arbeit aus. Viele Menschen gehen deshalb Konfrontationen und Provokationen aus dem Weg. Jedoch ist das auch nicht das beste, denn so werden Unzufriedenheiten in sich hineingefressen. Wir stellen dir drei provokative Fragen vor, die du deinen Führungskräften stellen solltest.

Geschäftsführung
Provokative Fragen können dem Arbeitsklima zuträglich sein. Foto: Hinterhaus Productions via Getty

Provokative Fragen an Führungskräfte für mehr Gerechtigkeit im Job

Vorab muss man sagen, dass mit provokativen Fragen keine passiv-aggressiven oder verletzenden Fragen gemeint sind. Es geht viel mehr darum, über Dinge zu sprechen, die gerne mal unter den Tisch gekehrt werden oder für die einfach generell zu wenig Zeit ist. Dass der Umgangston dennoch freundlich ist, sollte klar sein. Wenn du deine:n Chef:in angreifst, kannst du gerade bei provokanten Fragen nicht damit rechnen, eine vernünftige Antwort oder gar Aufarbeitung zu bekommen.

1. Gender Pay Gap im Unternehmen

Bundesweit gesehen, gibt es nach wie vor eine riesige Lücke zwischen der Bezahlung von Frauen und Männern. Aber wie sieht es eigentlich in deinem Unternehmen aus? Bekommen dort Männer und Frauen das gleiche Geld für die gleiche Arbeit? Das ist eine hervorragende Frage für deine:n Chef:in. Wenn es nicht bereits Statistiken darüber gibt, die du einsehen darfst, solltest du fragen, ob dem nachgegangen werden kann. Natürlich bedeutet das für deine:n Chef:in Mehrarbeit, aber auf so ein wichtiges Thema solltest du bestehen!

2. Diversität im Job

Dir fällt auf, dass dein Unternehmen nicht besonders divers ist und du möchtest wissen, woran das liegt? Eine perfekte Frage für deine:n Chef:in. Frag ihn oder sie, warum hauptsächlich weiße Menschen, mehrheitlich Männer oder kaum Menschen mit einer Beeinträchtigung bei euch arbeiten. Vielleicht gibt es eine plausible Erklärung, wie fehlende Bewerbungen. Vielleicht steckt aber auch ein größeres Problem dahinter. Nur durch Fragen wirst du es herausfinden.

3. Die fehlende Beförderung

Du arbeitest dir seit einer Ewigkeit den Hintern ab, machst am laufenden Band Überstunden und wirst trotzdem nicht befördert? Dann solltest du dringend mal mit deinem/r Chef:in sprechen. Frage am besten nach einem Gesprächstermin unter vier Augen und stelle dann die Frage nach der fehlenden Beförderung. Du solltest dich gut auf dieses Gespräch vorbereiten und Argumente hervorbringen, warum du sie verdienst. Durch das Gespräch merkt der/die Vorgesetzte, dass es dir ernst und wichtig ist und ist so gezwungen über die Bauförderung nachzudenken.

Führungskräfte haben meistens kein Problem mit provokativen Fragen

Das Magazin strategy+business hat eine Umfrage mit 52.000 Arbeitnehmer:innen in 44 unterschiedlichen Branchen durchgeführt, um herauszufinden, ob schwierige Gespräche bereits geführt werden und wie sie ablaufen. 65 % der Befragten gaben an, dass sie schwierige Gespräche regelmäßig mit ihren Vorgesetzten führen – vor allem jüngere Angestellte tun dies immer wieder. Dabei hat die große Mehrheit der Gespräche einen positiven Ausgang (34 Prozentpunkte mehr als einen negativen).

Du solltest also keine Angst vor provokanten Fragen haben und dir das von der Seelen reden, was dich belastet. In vielen Fällen ist das Arbeitsklima danach besser als zuvor.