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Darum will die junge Generation keine Führungsposition haben

Was hast du für Ziele in deiner Karriere? Möchtest du eine Führungsposition inne haben, oder die ideale Work-Life-Balance finden? Wenn Letzteres auf dich zutrifft, gehörst du wahrscheinlich eher der jüngeren Generation an. Erfahre hier, welche Gründe dahinterstecken.

Frau Chef Selbstbewusst
Was möchte die junge Generation? Chef:in sein anscheinend nicht mehr. Foto: IMAGO/Westend61

Die junge Generation wird oft für ihren vermeintlichen Mangel an Ehrgeiz und Antrieb zur Übernahme von Führungspositionen kritisiert. Es gibt jedoch mehrere Gründe, warum diese Generation möglicherweise auf solche Rollen verzichtet.

Frau Zopf
Wie stecken wir unsere Ziele in dieser sich dauernd verändernden Welt? Foto: IMAGO / Westend61

Neue Welt, neue Ziele

Erstens sind die Millennials und die Folgegenerationen in einer Welt aufgewachsen, die sich stark von der ihrer Eltern und Großeltern unterscheidet. Sie haben die Auswirkungen der Globalisierung, der Technologie und der wirtschaftlichen Instabilität miterlebt, was ihre Sicht auf die Welt und ihren Platz darin geprägt hat. Dies hat zu einem Gefühl der Skepsis und Desillusionierung geführt, was dazu führen kann, dass sie weniger geneigt sind, nach traditionellen Formen der Führung zu suchen.

Die Erwartungen verändern sich

Zweitens haben sich die Erwartungen und Anforderungen an Führungskräfte in den letzten Jahren erheblich verändert. In der Vergangenheit wurde von Führungskräften erwartet, dass sie selbstbewusst, durchsetzungsfähig und entschlossen sind und wenig Raum für Verletzlichkeit oder Unsicherheit haben. In der heutigen Welt setzt sich jedoch zwar langsam, aber zunehmend die Erkenntnis durch, dass effektive Führung Einfühlungsvermögen, Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit erfordert.

Die junge Generation ist auch bekannt dafür, die Generation des „Coachens“ zu sein. Sie geben nicht vor, sondern stehen für eine individuelle Prozessbegleitung ein. Sie möchten keine Lösung diktieren, sondern unterstützende Orientierung geben. Werte, die anders sind als die einer klassischen Führungskraft, wie es sie bisher gab.

Frau Brett vorm Kopf
Wohin mit dem Konfliktpotenzial, dass durch die Generationenunterschiede entstehen kann? Foto: IMAGO / Westend61

Konfliktpotenzial unter den Generationen

Was zunächst positiv klingt, kommt mit viel Konfliktpotenzial daher. Denn an Veränderungen müssen ältere Generationen sich gewöhnen, sie zulassen. Sie befinden sich zwar in Führungspositionen und haben den Weg für die kommenden Generationen geebnet. Aber sie stehen hinter ihren Führungsstilen, die sich vom Wunsch junger Menschen, Beschäftigte lieber zu begleiten und zu fördern, unterscheiden.

Da steckt viel Konfliktpotenzial drin, welches von den Führungskräften von morgen gelöst werden soll. Immer weniger junge Menschen haben Lust diese Verantwortung, die damit einhergeht, neben den anderen Anforderungen, die die heutige Arbeitswelt mit sich trägt, zu übernehmen.

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Die Arbeitswelt verändert sich

Drittens haben die zunehmende Verbreitung von Freelance- und Fernarbeit ebenfalls dazu beigetragen, dass die junge Generation bei der Übernahme von Führungspositionen zurückhaltend sind. Diese Generation schätzt Flexibilität, Autonomie und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, was mit den traditionellen Erwartungen an eine Führungskraft unvereinbar sein kann.

Darüber hinaus können die Instabilität und Unsicherheit der Gig-Economy dazu führen, dass Millennials weniger bereit sind, die zusätzliche Verantwortung und das Risiko zu übernehmen, die mit Führungsaufgaben verbunden sind.

Frau Akten Anzeichen Chef egal
Kein Bock zu arbeiten, oder doch lieber arbeiten nach den eigenen Vorstellungen? Welches Klischee stimmt wirklich? Foto: imago images/Westend61

Die junge Generation ist faul.

Auch mit diesem Vorurteil haben viele junge Menschen zu kämpfen: Sie seien einfach zu verwöhnt und faul. Sie sind mit allem aufgwachsen, was es braucht: Wohlstand, Frieden und guter Bildung. Daher stehen im gesamtgesellschaftlichen Bild für sie Selbstverwirklichung und Work-Life-Balance an vorderster Front, so wie Weltreisen und Freunde, aber stimmt das denn auch wirklich?

Frau Wand
Was wollen erwarten wir von unserem Leben? Erfolg und Geld, oder Zufriedenheit und Glück? Foto: Getty Images/ Klaus Vedfelt /

Mentale Gesundheit über Status und Geld

Was klar ist: Mentale Gesundheit spielt eine wichtige Rolle, auch wenn nicht geleugnet werden kann, dass auch der Leistungs- und Konkurrenzdruck groß ist. Es ist nicht mehr das ultimative und größte in der jungen Generation in einer Führungspositinon zu sein – sondern ein Leben zu haben, das auch gefühlsmäßig zufrieden macht. Wobei darin auch schon wieder viel Potenzial für Konkurrenzdruck liegt: Wer hat die beste Work-Life-Balance und bekommt alles gleichzeitig hin?

Es stimmt zum Teil. Dank der jüngeren Generation, die den Ausgleich zur Arbeit eingefordert haben, gibt es immer weniger klassische 9-to-5-Jobs. Es soll mehr Zeit für das Privatleben und den Ausgleich bleiben. Die Arbeit ist lange nicht mehr der einzige Sinn im Leben und das spüren auch die Unternehmen, die mittlerweile unter starkem Führungskräftemangel leiden. Es ist also Zeit, dass sich konsequent etwas ändert.

Junge Generation und Führungsposition? Nein, danke!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die junge Generation geprägt ist, von der sich verändernden Welt um sie herum, den sich entwickelnden Erwartungen an die Führung und ihren eigenen Werten und Prioritäten. Infolgedessen streben Millennials vielleicht weniger nach traditionellen Formen der Führung, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht das Potenzial haben, selbst effektive Führungskräfte zu sein.

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