Aus 13,5 Millionen wurden kurzerhand nur noch 7,2 Millionen – am Wochenende verschwanden auf der Pornowebsite Pornhub mal eben 80 % der Videos. Was war passiert?

Pornhub reagiert mit der Lösch-Aktion auf schwere Vorwürfe

Wie das US-Magazine Vice berichtet, hat das kanadische Unternehmen Mindgeek, zu dem Pornhub gehört, endlich die Reißleine gezogen

„Im Rahmen unserer Richtlinie zum Verbot nicht verifizierter Uploader haben wir jetzt auch alle zuvor hochgeladenen Inhalte ausgesetzt, die nicht von Inhaltspartnern oder Mitgliedern des Modellprogramms erstellt wurden“, heißt es in der Ankündigung von Pornhub, die Vice veröffentlichte.

Schon seit Längerem stand Pornhub unter Verdacht, Szenen von Missbrauch und Vergewaltigungen auf der Plattform anzubieten. Doch erst die New York Times hat den Stein richtig ins Rollen gebracht. Ein Kolumnist hatte Pornhub in einem Bericht vorgeworfen, Videos zu verbreiten, die Aufnahmen zeigten, die ohne Einverständnis der Gezeigten angefertigt worden seien. Sogar Minderjährige und Vergewaltigungen seien auf dem Portal zu sehen.

Daraufhin hatten Kreditkartengiganten Visa und Mastercard Geschäftsbeziehungen mit dem Streaming-Dienst infrage gestellt und verkündeten, erst einmal alle Zahlungsabwicklungen einzustellen. So sah sich Pornhub gezwungen, zu handeln.

Pornhub startet Überprüfungsprozess

Mit dem Start im Mai 2017 entwickelte sich Pornhub schnell zum beliebten Porno-Streamingportal. Allein in 2019 wurde die Website 115 Millionen Mal pro Tag aufgerufen und insgesamt 6,63 Millionen Videos mit Content für 1,36 Millionen Stunden hochgeladen. Wer Videos bei Pornhub anbieten wollte, brauchte sich nur ein Konto erstellen. 

Jetzt würden die Videos laut Pornhub so lange entfernt, bis sie überprüft wurden. Im kommenden Jahr soll mit dem Filtern begonnen werden. 

Und dieser Überprüfungsprozess könnte Schule machen. So appellierte Pornhub selbst an Social Media-Dienste es ihnen gleichzutun. „Dies bedeutet, dass jeder Pornhub-Inhalt von verifizierten Uploadern stammt. Dies sei eine Anforderung, die Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok, YouTube, Snapchat und Twitter noch nicht eingerichtet haben.“

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