Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir eine Freundin davon erzählte, dass ihre Eltern in getrennten Betten schlafen – und für sie schien das auch vollkommen normal zu sein. Schließlich haben beide stressige Jobs, unterschiedliche Arbeitszeiten und würden das gegenseitige Geschnarche ohnehin nicht aushalten. Ich hingegen schaute sie aus einer Mischung aus Skepsis und Unverständnis an. Nicht weil ich etwas dagegen habe, wenn Paare nicht zusammen schlafen, sondern weil das gemeinsame Einschlafen doch etwas Schönes und Beruhigendes ist. Etwas, auf dass ich mich persönlich jeden Tag freue. Doch stehe ich damit allein? Jaein, denn es gibt ein paar Aspekte, die ich dabei tatsächlich nicht beachtet habe.

Schlafen ist eine sehr persönliche Angelegenheit

Einige brauchen viel Platz, andere weniger. Manche lieben es, sich in eine dicke Kuscheldecke einhüllen, andere schieben noch ein Bein aus der Decke, um sich etwas abzukühlen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Fenster, während es die einen bevorzugen, dass während der Nacht eine kühle Brise durchs Zimmer weht, haben die anderen Angst zu erfrieren und holen sich bereits bei dem reinen Gedanken eine Bronchitis. Es ist somit nicht so einfach mit dem Einschlafen und sicher hast auch du deine ganz eigene Einschlafroutine.

Es gibt also zwei Seiten der Medaille. Das beruhigende und wohlige Gefühl, den Mensch den du liebst, neben dir zu haben und die wachen Stunden, in denen du genervt an die Decke starrst und dich fragst, warum du nicht einfach in deinem eigenen Bett geschlafen hast – dabei kann sich eine Stunde in der Nacht anfühlen wie ein halber Tag. Wenn du hin und wieder von Schlaflosigkeit geplagt wirst, dann wirst du wissen, was ich meine.

Wie wichtig ist es also regelmäßig mit dem:r Partner:in zusammen zu schlafen – und ist es überhaupt wichtig? Eine neue Studie gibt jetzt Aufschluss darüber.

Wie gesund ist es zusammen zu schlafen? Credit: Imago/Cavan Images

Studie: So schläfst du bei deinem:r Partner:in

Die Forscher rund um Hennig Drews vom Zentrum für Integrative Psychiatrie an der Christian-Albrechts Universität in Kiel haben das Schlafverhalten von Paaren genauer untersucht. An der Studie nahmen insgesamt zwölf junge Paare teil und jeder der Teilnehmer:innen verbrachte vier Nächte in einem Schlaflabor unter zwei unterschiedlichen Umständen: allein in einem Einzelbett oder in einem Doppelbett an der Seite des jeweiligen Partners.

In dieser Zeit erfassten die Forscher:innen die Schlafparameter durch das Verfahren der sogenannten Polysomnographie. Durch diese Methode kann der Schlaf auf verschiedenen Ebenen erfasst werden – von den Gehirnströmen über die Atmung, die Muskelspannung, die Bewegungen bis hin zur Herzaktivität.

Zusätzlich wurden von den Teilnehmer:innen verschiedene Fragebögen ausgefüllt. Diese beinhalteten Fragen zu deren Beziehungsmerkmalen, wie der Länge der Beziehung oder dem persönlich empfundenen Grad der emotionalen Bindung – das Ergebnis war überraschend.

Dein Schlaf ist von mehr Bewegung gekennzeichnet

Am Ende kamen sie zu dem Ergebnis, dass der Schlaf in Gegenwart des Partners von etwas mehr Bewegung gekennzeichnet ist. Dies bedeutete jedoch nicht, dass die Probanden einen schlechteren Schlaf hatten. Ganz im Gegenteil: Wenn die Paare zusammen schliefen, dann fiel der mit schnellen Augenbewegungen verknüpfte REM-Schlaf um durchschnittlich zehn Prozent länger aus, als wenn sie einzeln schliefen.

Außerdem fanden sie heraus, dass der REM-Schlaf nicht nur länger war, sondern es auch zu weniger Unterbrechungen der Zyklen kam. Weiterhin konnten sie feststellen, dass je höher die Teilnehmer:innen die Bedeutung ihrer Beziehung für ihr Leben einschätzten, desto stärker war die Synchronisation mit dem:r Partner:in im Schlaf.

Die Forscher:innen wiesen jedoch auch darauf hin, dass noch weitere Untersuchungen nötig sind, um das Schlafverhalten genauer untersuchen zu können. Außerdem: Es wurde bereits herausgefunden, dass eure Schlafposition eine Menge über eure Beziehung aussagt und das du regelmäßig mit deinem:r Partner:in ins Bett gehen solltest. Damit du anschließend ruhig in den Schlaf findest, haben wir drei Tipps für dich zusammengestellt, die dich dabei unterstützen werden.

3 Tipps, damit ihr besser zusammen schlafen könnt

Getrennte Betten kommen für dich gar nicht infrage? Dann kommen jetzt 3 ultimative Tipps, mit denen du auch bei deinem:r Freund:in schnell und friedlich einschlafen wirst.

1. Tipp: Individuelle Schlafgewohnheiten beachten

Redet über eure aktuellen Schlafgewohnheiten und entscheidet danach, wie ihr zusammen am besten schlafen könnt. Bist du eine frische Brise gewöhnt, dann lege dich auf die Seite zum Fenster. Hat einer von euch einen unruhigen Schlaf, dann könnt ihr euch für getrennte Matratzen entscheiden, so werdet ihr dir Bewegungen des anderen weniger spüren. Wichtig ist: Das ihr einen guten Kompromiss findest, damit ihr euch beieinander auch erholen könnt.

2. Tipp: Ihr müsst nicht kuscheln

Aus Filmen wirst du die Szenen kennen, in denen Paare ganz romantisch eng umschlungen einschlafen. In der Realität sieht das meist anders aus. Wenn du dich bereits nach ein paar Minuten eingeengt fühlst oder in der Schlafposition nicht einschlafen kannst, dann rolle dich auf deine eigene Betthälfte – kuscheln könnt ihr schließlich auch vor und nach dem Schlafen.

3. Tipp: Zwei Bettdecken

Ihr müsst nicht von Anfang an zwei Bettdecken haben, aber es ist ratsam, eine weitere in greifbarer Nähe zu haben. Nur für den Fall, dass sich einer von euch – samt Decke –auf die andere Seite rollt. Denn: Nichts raubt mehr den Schlaf, als wenn du frierend und vollkommen übermüdet versuchst, deine Decke zurückzuerobern.

Fazit: Zusammen zu schlafen fördert dein Wohlbefinden

Schläfst du bei deinem:r Freund:in, dann hast du sicher hin und wieder das Gefühl schlechter zu schlafen. Doch glauben wir dieser Studie, dann ist genau das nicht der Fall. Stattdessen kann der Schlaf für euch beide sogar erholsamer sein.

Ähnliche Artikel: