Fernsehnachrichten, Zeitungen, soziale Medien: In Deutschland wird aktuell nur noch darüber gesprochen, wie teuer alles wird. Doch nicht nur wir müssen uns mit hohen Rechnungen von Energieversorgern herumschlagen, auch die Hotels und Ferienunterkünfte treffen die Preiserhöhungen hart. Was das für unseren Urlaub im Jahr 2023 bedeutet, erfährst du in diesem Artikel. 

Urlaub 2023: Ist er durch die Inflation nächstes Jahr noch möglich? 

Während Norbert Fiebig, der Präsident des Deutschen Reiseverbands, für dieses Jahr noch verspricht, dass sich die Preise für den Herbst- oder Winterurlaub nur minimal ändern könnten, sieht er das im neuen Jahr schon kritischer. Das teilte er dem Handelsblatt mit. „Perspektivisch wird die durch steigende Energiekosten getriebene Inflation auch bei Reisen nicht Halt machen. Der Reisemarkt wird sich nicht von der allgemeinen Inflation abkoppeln können“, erklärt Fiebig. Doch was bedeutet das genau für unsere Urlaube im Jahr 2023? 

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Da gerade Ferienunterkünfte und auch Hotels mit höheren Energiekosten, als noch in den vergangenen Jahren rechnen müssen, wird der Preis für eine Unterkunft sicherlich höher sein, als noch in diesem Jahr, weiß Michelle Schwefel. Die Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Ferienhausverbands weiß um die Sorgen der Urlauber:innen

Trotzdem ist sie sich sicher: „Die Preise für die Saison 2023 werden wohl ein Stück ansteigen – aber sie werden sich wohl im Rahmen halten“, so Schwefel zum Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit welcher Steigung wir im nächsten Jahr rechnen müssen, dazu wollte sich Michelle Schwefel noch nicht äußern. 

Flüge werden teurer: Das ändert sich 2023 für uns 

Während sich die Geschäftsstellenleiterin Michelle Schwefel zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte, fand der Eurowings-Sprecher Florian Gränzdörffer deutlichere Worte. Wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilt, müssen wir uns nicht nur um Preiserhöhungen bei Unterkünften Gedanken machen. „Fliegen wird teurer und muss auch teurer werden – da reicht ein Blick auf die Rekordstände des Ölpreises jenseits der 100-Dollar-Marke.“ 

Flugzeugfenster
Fliegen wird im nächsten Jahr so teuer wie nie. Foto: Getty Images/ Csar Ramos / EyeEm

Durch die Kostensteigerungen sehe Eurowings keine andere Möglichkeit als seine Tarife, um weitere zehn Prozent zu erhöhen. Bereits im Jahr 2019 wurden die Preise der Fluggesellschaft ebenfalls auf zehn Prozent angepasst. Anders wäre es laut Gränzdörffer nicht möglich, die Belastung durch die hohen Ölpreise auszugleichen. 

Selbiges passiert aktuell auch bei der Billig-Airline Ryanair. Hier konntest du vor ein paar Jahren noch für 10 Euro nach Mallorca fliegen – hin und zurück, versteht sich. Diese Zeiten gehören laut dem Ryanair-Chef Michael O´Leary jetzt der Vergangenheit an. In einem BBC-Interview verkündete er: „Es besteht kein Zweifel daran, dass unsere billigen Sondertarife wie die Ein-Euro-Tarife, die 99-Cent-Tarife und auch die 9,99-Euro-Tarife in den nächsten Jahren nicht mehr zu finden sein werden“. Statt 10 Euro müssen Fluggäst:innen zukünftig im Durchschnitt 60 Euro ausgeben. 

Urlaub 2023: Pauschalreisen in diesem Jahr schon 27 Prozent teurer

Doch wie sieht es mit den beliebten Pauschalreisen im Jahr 2023 aus? Können wir uns hier wenigstens drauf verlassen, dass der Anstieg nicht allzu hoch wird? Anders als bei den Flugpreisen ist es hier schwierig eine allgemeine Aussage zu treffen. Der Grund: das vielfältige Angebot.

Eine Analyse von HolidayCheck im Mai dieses Jahres zeigt jedoch, dass wir uns auch hier auf Preissteigerungen einstellen müssen. So mussten Urlauber:innen in Spanien oder Griechenland bereits vor vier Monaten 16 Prozent mehr zahlen als noch vor der Corona-Pandemie. Gleiches gilt für Portugal und die Türkei. In Ägypten waren die Preissteigerungen mit einem Plus von 27 Prozent am höchsten.