Festivals sind der ideale Ort, um den Alltag mal so richtig zu hinter sich zu lassen und das Leben in einer mehrtägigen Fantasiewelt zu feiern. Dabei vergessen viele aber schnell, dass der Müll in den Mülleimer gehört, Zigarettenkippen nicht auf den Boden geschmissen werden und, dass das Zelt am Ende vom Festival wieder mitgenommen werden sollte. Jedes Jahr verbringen Veranstalter:innen Wochen damit, den Müll zu entsorgen. Unter dem Müll leiden nicht nur die Mitarbeiter:innen, sondern vor allem die Natur. Hier sind 4 Tipps, wie du dein nachhaltiges Festival gestalten kannst.

nachhaltige Festivals
Mit der Anreise per Zug zum Festival erübrigt sich auch die Frage, wer fahren muss. Foto: shutterstock (loreanto)

1. Anreise

Fangen wir doch mal ganz am Anfang an. Die Anreise gehört genauso zum Festival dazu, wie die Acts auf dem Gelände. Um deine Umweltbilanz nicht schon vor dem Betreten des Festivalgeländes zu verderben, nimm doch anstatt des Autos diesmal den Bus oder den ZugHier gehts zum Fernbus Festival Guide, wo bestimmt auch die richtige Fahrt zu deinem nachhaltigen Festival dabei ist.

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Diese Szenen lassen sich durch den Einsatz von eigenen Bechern vermeiden Foto: shutterstock (kondr.konst)

2. Eigenes Geschirr: nachhaltig und kreativ

Das eigene Geschirr ist der einfachste Weg, um Müll bei deinem Festivalbesuch zu vermeiden. Anstatt bei jedem Bier einen neuen Plastikbecher zu nutzen, nimm dir doch einfach einen Becher von Zuhause mit. Bei dem kannst du dich auch so richtig kreativ ausleben, was die Gestaltung angeht, damit du ihn wiedererkennst. Ebenso leicht geht das beim Essen, da gibt es tolle Alternativen zu Plastikteller und Besteck.

Aldi Süd campen
Eigene Supermärkte auf den Festivals sorgen für mehr Flexibilität bei der Essensauswahl Foto: Getty Images/ Thomas Niedermueller / Kontributor

3. Die Verpflegung

Oft werden kistenweise die Raviolidosen angeschleppt, doch ist das, vor allem was den Müll angeht, nicht besonders nachhaltig. Auf manchen Festivals gibt es mittlerweile Supermärkte, damit du das Essen direkt vor Ort kaufen kannst.

Beispielsweise bei Rock am Ring findest du einen Lidl, der nur für das Festival aufgebaut wird. Dort kannst du dir dann auch frische Lebensmittel kaufen und nur das besorgen, was du für den Tag brauchst, wodurch weniger Abfälle anfallen.

Wenn du so richtig ehrgeizig bist, könntest du dir natürlich schon Zuhause etwas vorkochen, dass nicht unbedingt im Kühlschrank gelagert werden muss. So sparst du beim Festival Zeit, Geld und Müll ein. Und du erntest dafür viele neidische Blicke deiner Mitcamper.

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Das ist der gewohnte Anblick nach einem Festival. Indem ihr euren eigenen Müll mitnehmt, ihn am besten sogar trennt, erspart ihr den Veranstalter:innen und der Natur einiges. Foto: shutterstock (Grabowski Foto)

4. Müllentsorgung

Der oder die Durchschnitts-Besucher:in hinterlässt auf einem Festival bis zu 15 kg Müll (Feel Festival). Das Hurricane Festival gab an, mit seinen 70.000 Besucher:innen mittlerweile fast jedes Jahr bis zu 1.000 Tonnen Müll einsammeln und entsorgen zu müssen.

Damit dein Müll nicht auf dem Boden des Festivalgeländes landet und fachgerecht entsorgt wird, such dir doch entweder einen nahegelegenen Recyclinghof oder nimm deinen Müll mit nach Hause und entsorge ihn dort. Wenn du deinen eigenen Trinkbecher und Geschirr mitbringst, dann sollte das ja sowieso schon etwas weniger sein.

Ein Beispiel für nachhaltigere Festival-Ideen

Die Festivalgelände sehen nach mehreren Tagen Feierei aus wie ein Schlachtfeld. Überall stehen verlassene Zelte, Kühlschränke oder sogar Möbel. Um dafür zu sorgen, dass noch brauchbare Gegenstände gar nicht erst im Müll landen, sammelt der Verein Hanseatic Help nach großen Festivals die vielen Schlafsäcke, Isomatten und Zelte ein, säubert sie und verteilt sie an Bedürftige, denen z.B. ein altes Zelt vorübergehend ein Dach über dem Kopf bietet.