Gestern wurde in Kreuzberg mal wieder so richtig gefeiert. Inwiefern das Punk-Konzert gegen das Gesetz verstieß, erfährst du hier.

In Berlin Kreuzberg gab es gestern Abend (30.01) gegen 18 Uhr einen seltenen und irgendwie verstörenden Anblick: Der Oranienplatz wurde von lauter Punk-Musik beschallt. Gut 100 Menschen tanzten vor dem aufgestellten Konzert-Lastwagen. Einige Streifenwagen waren vorort. Die Beamten verhielten sich aber sehr ruhig und sind wohl auch eher aufgrund der aufgeheizten Stimmung und politischen Agenda der Punk-Band da. wmn war vor Ort.

Der Name der Band und ihre politische Agenda tun bei der Frage ohnehin meiner Meinung nach nichts zur Sache. Die Frage ist doch: War das eine Coronaparty oder vollkommen legitimes Happening?

coronakonzert kreutzberg, 30.01
Die Abstandsregeln konnten leider vor allem vorne an der Bühne nicht eingehalten werden.(Photo: wmn)

Konzert in Berlin Kreuzberg: Ist das okay oder nicht?

Das Konzert verlief nach meinem Empfinden sehr ruhig ab. Es gab keine größeren Vorfälle, die meisten Fans, die sich auf dem Platz tummelten, trugen sogar eine Maske. Zudem fand das Konzert natürlich draußen statt, was meiner Meinung nach ein großer Pluspunkt ist. Die Abstandsregeln konnten aber nur schwer eingehalten werden.

…Aber wir leben halt in Zeiten von Corona

Seit beinahe einem Jahr müssen wir unser Leben aufgrund der Pandemie stark einschränken. Freunde treffen, Oma besuchen, den Geburtstag feiern, verreisen… All das ist nur noch im kleinsten Rahmen möglich. Und die Maßnahmen werden immer härter. 

Nicht nur, weil die Bundesregierung sie tatsächlich noch einmal verschärft hat, sondern weil es nach einer so langen Zeit immer schwieriger wird, sich selbst zu disziplinieren. Eine gewisse Toleranz für diejenigen, denen Zuhause einfach die Decke auf den Kopf fällt, ist meiner Meinung nach auch durchaus wichtig und richtig. Doch müssen wir mitten im Lockdown Konzerte abhalten?

Das sind die Regeln für öffentliche Veranstaltungen in Berlin

Der harte Lockdown gilt offiziell noch bis zum 14ten Februar. Niemand geht wirklich davon aus, dass die Maßnahmen danach wieder komplett aufgehoben werden. Nicht, wenn man sich die Infektions- und Todeszahlen der letzten Tage anschaut. 

Die Webseite berlin.de gibt einen sehr klaren und verständlichen Überblick darüber, wie man sich in der Zeit des harten Lockdowns zu verhalten habe und was alles NICHT erlaubt ist.

  • Veranstaltungen aus dem Kultur-, Unterhaltungs- oder Freizeitbereich z.B. Konzerte, Opern, Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen sind GENERELL nicht erlaubt. Nicht drinnen, aber auch nicht draußen.
  • Öffentliche Veranstaltung im Freien, die keine Kulturveranstaltungen sind, dürfen mit maximal 50 Personen stattfinden.
  • Öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, die keine Kulturveranstaltungen sind, dürfen mit nicht mehr als 20 Personen stattfinden.
  • Der Aufenthalt im privaten Raum ist nur allein, mit Ehe- und Lebenspartner:innen, mit Personen, für die ein Sorge- und Umgangsrecht besteht, mit Angehörigen des eigenen Haushalts und einer weiteren Person gestattet. Bei Alleinerziehenden werden Kinder bis zu 12 Jahren nicht mit einberechnet
  • Bei Beerdigungen sind 20 Personen in geschlossenen Räumen und 50 Personen im Freien erlaubt.
  • IMMER gelten die Abstands- und Hygieneregeln. Anwesende müssen zudem nachhaltbar dokumentiert werden (Mailadresse, Telefonnummer, Kontaktdaten)

Gute Frage: Wie gefährlich sind eigentlich die Coronamutationen?

Was lernen wir aus dem Konzert in Berlin Kreuzberg?

Die Veranstalter:innen und alle Beteiligten sollten sich darüber bewusst sein, dass sie gestern massiv gegen das Infektionsschutzgesetz verstießen. Abgesehen davon, dass Konzerte nicht erlaubt sind, gab es dort weder eine Anwesenheitsliste, noch ein Hygienekonzept. 

Eigentlich sollte das Learning meiner Meinung nach aber nicht daraus bestehen, zu wissen, dass man gegen ein Gesetz verstoßen hat. Viel wichtiger ist es doch, dass die Veranstalter:innen und die Gäst:innen aus solche Treffen zu verzichten, um niemanden anzustecken und die Pandemie nicht weiter zu befeuern.

Bald wird alles besser! Bald können alle geimpft werden, die das wollen. Mit diesem Tool kannst du übrigens ausrechnen, wann du an der Reihe bist.