Veröffentlicht inHaustiere

Kupieren von Hunden: So wird Hunden für die Schönheit Schmerz zugefügt

Das Kupieren von Hunden ist eine grausame und vor allem unnötige Maßnahme. Wir zeigen dir, wie die Vierbeiner für die Schönheit regelrecht gequält werden.

Frau mit kupiertem Dobermann
u00a9 SouthAgency / getty images via canva

Diese Hunderasse ist besonders anfällig für Krankheiten

Der Hund ist des Menschen bester Freund! Natürlich wünscht man sich da, dass der Vierbeiner rundum gesund bleibt. Diese Rasse ist laut einer Studie besonders krankheitsanfällig.

Hunde sind etwas Wundervolles. Sie sind süß, treu und werden nicht umsonst als bester Freund des Menschen bezeichnet. Ein Großteil der Bevölkerung kann gar nicht genug von diesen tollen Vierbeinern bekommen. Doch es gibt eine dunkle Seite bei der Schönheitspflege von Hunden, die oft nicht thematisiert wird: das Kupieren von Hunden. Dieser Eingriff ist nicht nur schmerzhaft für die Tiere, sondern auch unnötig und ethisch fragwürdig. Wir haben uns angeschaut, was es bedeutet, einen Hund zu kupieren und wie viele Schmerzen die Vierbeiner für die Schönheit ertragen müssen.

Trigger-Warnung: Die folgenden Ausführungen könnten für manche Menschen verstörend oder traumatisierend wirken, da wir teilweise von der Verstümmelung der Vierbeiner sprechen. Bitte sei dir vorher sicher, ob du mit Abhandlungen zu diesem Thema klarkommst.

Anika ist selbst Hundemama.

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Kupierte Hunde: Was bedeutet das Kupieren von Hunden eigentlich?

Beim Kupieren von Hunden werden operativ Teile des Hundes entfernt, um das Erscheinungsbild der Tiere zu verändern. Das Kupieren findet leider nicht nur bei Hunden statt, sondern auch bei Pferden, Schweinen, Schafen oder Geflügel. Im Falle der Hunde betrifft das Kupieren meistens ’nur‘ den Schwanz oder die Ohren, die nur aufgrund von bestimmten Schönheitsidealen oder Rassestandards auf chirurgische Weise verändert werden.

kupierter Dobermann
Der Dobermann gehört zu den am meisten kupierten Rassen. Foto: LiuMeiLi / getty images via canva

Das Kupieren von Hunden beginnt meistens schon im Welpenalter. Bei einer Ohrkupierung werden in diesem Sinne schon einem circa sieben Wochen alten Welpen eine Kupierschablone angelegt und alle überstehenden Teile des Ohres mit einem Skalpell abgeschnitten. Die Hunde hatten eine lange Zeit währenddessen keinerlei Betäubung und erlitten furchtbare Schmerzen, da hierbei auch mehrere Adern und Nervenstränge durchgetrennt werden. Die Reste des Ohres vernäht man und der Hund muss zwei bis drei Wochen das übrige Drittel des Ohres mit einem Klebeband hochgebunden verbringen.

Bei einer Rutenkopierung hingegen wird die Haut kreisförmig eingeschnitten und etwas zurückgezogen. Anschließend durchtrennt man zwei Wirbel mit einem Skalpell und näht die Haut am Ende der nun kürzeren Rute wieder zusammen. Allerdings gibt es noch eine andere, grausame Methode, die Rute eines Hundes zu kopieren: Man bindet den Schwanz mit einem festen Gummiband ab und unterbricht somit die Blutzufuhr. Das führt dazu, dass zu wenig Sauerstoff das Gewebe versorgt und der abgestorbene Teil der Rute einfach nach ein paar Tagen abfällt.

Diese Folgen müssen kupierte Hunde nach dem Kupieren erleiden

Neben dem Fakt, dass das Kupieren von Hunden ethisch fragwürdig ist, da dieser Eingriff keinerlei gesundheitlichem Zweck folgt, müssen kupierte Hunde auch mit gesundheitlichen Folgen rechnen. Der Eingriff ist an sich extrem schmerzhaft und die Hunde haben danach oft noch mit einem hohen Infektionsrisiko oder einem schwierigen Wundheilungsprozess zu kämpfen.

kupierter Boxer
Auch beim Boxer ist es beinahe schon normal, den Schwanz und die Ohren zu kupieren. Foto: volofin / getty images via canva

Darüber hinaus kann das Kupieren bei Hunden auch zu langfristigen gesundheitlichen Folgen führen. So kann zum Beispiel das Kupieren der Ohren zu chronischen Ohrinfektionen und Gehörschäden führen. Auch das Kupieren der Rute kann zu Problemen beim Laufen, Springen und Balancieren führen, da diese unter anderen für das Gleichgewicht des Hundes unverzichtbar ist.

Der Schwanz eines Hundes ist allerdings nicht nur für die Balance wichtig, sondern gehört auch zu einem Kommunikationsmittel der Vierbeiner – man denke nur an das Schwanzwedeln in verschiedenen Situationen. So kann es auch unter Artgenossen zu Kommunikationsproblemen kommen.

Rechtslage der kupierten Hunde in Deutschland: Ist das überhaupt noch erlaubt?

Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Das Kupieren von Hunden ist in Deutschland nach § 6 Abs. 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes verboten. 1987 sprach man zum ersten Mal das Verbot zum Kupieren von Ohren aus, 1998 erweiterte man dieses Verbot auch auf die Rute. Natürlich gibt es auch Ausnahmen von diesem Verbot. Diese sind aber nur zulässig, wenn eine Indikation aus medizinischer Sicht vorliegt. Außerdem darf die Rute bei jagdlich geführten Hunden kupiert werden, da diese sich an langen Ruten im Unterholz verletzen könnten.

Ab dem 01. September 2001 trat zudem das Verbot in Kraft, kupierte Hunde, die der Prozedur nur aufgrund des Erreichens bestimmter Rassemerkmale unterzogen wurden, auszustellen oder Ausstellungen mit solchen Tieren zu veranstalten.

Das Beispiel Dobermann: Darum findet man trotz Verbot noch immer so viele kupierte Dobermänner

Bestimmte Hunderassen wurden schon so lange kupiert, dass manche Menschen vergessen haben, dass diese Vierbeiner auch mal lange Schwänze und Schlappohren hatten – so auch beim Dobermann, wie TikTok-Userin in einem Video zeigt:

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von TikTok, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Sie erklärt ihren Zuschauer:innen außerdem, weshalb man trotz des Verbots noch immer so viele Dobermänner mit kupierten Ohren und Rute sieht:

  1. Man übernimmt einen kupierten Dobermann aus dem Tierheim oder Tierschutz – was der einzig richtige Grund ist, um einen kupierten Hund zu besitzen.
  2. Man kauft sich extra einen kupierten Dobermann aus dem Ausland.
  3. Man fährt mit seinem Welpen, der noch Schlappohren hat, ins Ausland, um ihn kupieren zu lassen.

Wenn du bereits einen kupierten Hund hast, solltest du ihm die bestmögliche Pflege zukommen lassen und sicherstellen, dass er ausreichend Schutz und Unterstützung erhält. Auf diese Weise kannst du dazu beitragen, dass dein Hund ein glückliches und erfülltes Leben führen kann, trotz der Schmerzen, die ihm durch die Kupierung zugefügt wurden.

Du magst unsere Themen? Folge wmn.de auf Social-Media.