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Weinen Katzen wirklich aus Traurigkeit?

Können Katzen weinen und bringen so ihre Traurigkeit zum Ausdruck? WIr haben herausgefunden, was die Tränen wirklich bedeuten.

Können Katzen weinen Katze mit tränenden Augen
© PixieMe - stock.adobe.com

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Mit großen, glasigen Augen schaut die Katze zwischen den Gitterstäben hindurch und miaut kläglich. Es scheint, als würden ihr tatsächlich Tränen über das Gesicht laufen. Das kann prinzipiell auch sein. Doch können Katzen weinen wie wir Menschen? Ob hinter den Tränen Trauer steckt oder gesundheitliche Probleme, haben wir recherchiert.

Anna Chiara ist selbst stolze Katzenmama.
Foto: privat

Unsere Autorin Anna Chiara lebt seit 14 Jahren mit ihrer Katze Anouk zusammen. Ihre Erfahrungen teilt sie in zahlreichen Ratgeber-Artikeln. Alle Tipps und Tricks, die du hier liest, haben die beiden für dich getestet.

Können Katzen weinen?

Beginnen wir mit der grundlegenden Frage: Können Katzen weinen? Die Antwort ist nicht ganz einfach, denn sie hängt davon ab, wie wir „Weinen“ als solches definieren. Verstehen wir Weinen als das Ausscheiden von Tränen als Reaktion auf emotionale Zustände verstehen, dann ist die Antwort nein.

Frau wischt Katze Auge trocken
Wenn die Katze krank und erkältet ist, tränen die Augen meist stark. Foto: raul – stock.adobe.com

Katzen zeigen ihre Emotionen auf andere Weise, zum Beispiel durch Schnurren, Miauen oder Körpersprache. Betrachten wir Weinen jedoch als das physikalische Phänomen, bei dem Tränen ausgeschieden werden, um die Augen zu befeuchten, dann können Katzen weinen. Diese Tränen sind jedoch nicht mit Emotionen verbunden.

Wie Katzen zeigen, dass sie traurig sind

Im Gegensatz zu uns Menschen weinen Katzen also nicht, wenn sie traurig oder emotional sind. Das heißt aber nicht, dass die Tiere keine Gefühle haben. Katzen sind zweifellos emotionale Wesen und können Trauer empfinden, etwa wenn sie von einem geliebten Menschen oder Artgenossen getrennt werden. Allerdings äußern sie ihre Trauer nicht durch Tränenfluss, sondern durch Verhaltensänderungen. Eine trauernde Katze kann zum Beispiel weniger fressen, mehr schlafen oder sich verstecken. Manche Katzen miauen mehr oder suchen intensiveren Kontakt zu ihren Menschen.

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Warum weinen Katzen?

Wenn Katzen weinen, geschieht dies also aufgrund physische Ursachen. Tränende Augen sind ein Symptom für eine Reihe von Gesundheitsproblemen sein, von einfachen Reizungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.

  • Allergien: Reagiert die Mieze auf etwas allergisch, könnten ihre Augen zu tränen beginnen, da sie durch die Allergene stark gereizt sind.
  • Geringe Luftfeuchtigkeit oder Temperaturumschwünge, beispielsweise durch das Heizen oder Lüften.
  • Fremdkörper oder Verletzungen im und am Auge können die Schleimhaut reizen und zu Verunreinigungen führen, die durch die Tränenflüssigkeit nach draußen transportiert werden.
  • Augeninfektionen wie eine Bindehautentzündung oder eine Hornhautentzündung führen zu Schwellungen, Rötungen und Tränenbildung.
  • Auch andere Krankheiten wie Katzenschnupfen, Grüner Star, Horner Syndrom oder Hornhautsequester führen dazu, dass Katzen weinen können.

Des Weiteren kann eine angeborene Augenfehlstellung oder eine altersbedingte Netzhautablösung dazu führen, dass die Katze weint, da vermehrt Tränenflüssigkeit produziert wird. Um der Sache auf den Grund zu gehen, solltest du deinen Liebling tierärztlich untersuchen lassen, empfiehlt die Webseite Ein Herz Für Tiere.

Tipp: Ist der Grund harmlos und deine Katze ist gesund, sind die Tränen meist klar und ziehen keine Schlieren nach sich. Bei kranken Katzen hingegen ist die Tränenflüssigkeit braun oder gelblich, zieht Schlieren und verklebt die Augen. Zusätzlich dazu treten Eiter, Schwellungen oder Rötungen auf.

Erste Hilfe bei tränenden Katzenaugen

Bevor du eine Diagnose durch den Tierarzt oder die Tierärztin erhalten hast, kannst du wenig tun. Je nachdem, was deiner Katze fehlt, wird sie eine Salbe oder Medikamente zur Behandlung bekommen. Ansonsten kannst du erst einmal folgendes tun:

  1. Die Augen reinigen: Mit einem weichen feuchten Tuch kannst du die Tränenschlieren vorsichtig abwischen, da sonst gerade bei Miezen mit hellem Fell dunkle Spuren zurückbleiben.
  2. Verklebungen entfernen: Ist das Auge verklebt oder gar verkrustet, versuche es mit einem weichen feuchten Tuch sauber zu machen.
  3. Regelmäßige Pflege: Um die Augen vor dem Verkleben oder Austrocknen zu schützen, braucht es zusätzliche Feuchtigkeit. Auch wenn sich viele Katzen diese Prozedur nicht gefallen lassen, kannst du versuchen, ihr mit geeigneter Creme oder Augentropfen zu helfen.

Fazit: Können Katzen weinen?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Katzen zwar Tränen produzieren können, dies aber nicht im Zusammenhang mit Emotionen steht, wie es beim menschlichen Weinen der Fall ist. Tränende Augen bei Katzen sind meist ein Zeichen für physische Reizungen oder gesundheitliche Probleme. So können Katzen weinen, wenn sie beispielsweise einen Fremdkörper im Auge haben oder an Katzenschnupfen leiden. Als Katzenbesitzer:in ist es wichtig, dass du deine Mieze im Auge behältst und bei Bedarf die Tierarztpraxis deines Vertrauens kontaktierst.