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Nein, Heroin Chic ist nicht zurück: Schaut doch mal genau hin

Seit ein paar Tagen schwirrt der Begriff „Heroin Chic“ wieder in der Modewelt herum. Hier erfährst du, warum du das ignorieren solltest.

Kate Moss wird häufig mit dem Begriff Heroin Chic assoziiert. Foto: Steve Eichner / Kontributor via Getty

Wer in den 90ern und frühen 2000er Jahren aufgewachsen ist, wird sich an den Trend „Heroin Chic“ erinnern. Dieser problematische Trend soll jetzt wieder zurück sein. Warum man diese Aussagen am besten ignorieren sollte und warum Heroin Chic so problematisch ist, erfährst du hier.

Trigger Warnung! Dieser Artikel befasst sich mit Essstörungen und Körperhass. Wenn dich diese Themen triggern, solltest du den Artikel bitte nicht (alleine) lesen.

Was ist Heroin Chic genau und woher kommt der Begriff?

Heroin Chic war ein Stil, der in der Mode der frühen 1990er Jahre populär wurde. Er hat sich durch blasse Haut, dunkle Augenringe, ausgemergelte Gesichtszüge, Androgynität und strähniges Haar gekennzeichnet. Diese Merkmale werden auch mit dem Missbrauch von Heroin oder anderen Drogen in Verbindung gebracht. Dieser Trend hat viele junge Menschen schon damals dazu gebracht, dass sie sich abgemagert haben.

Vor allem das britische Supermodel Kate Moss wird gerne als Vorzeigemodell für diesen „Trend“ verwendet. Das liegt unter anderem an einer ihrer Aussagen, die man bis heute auf TikTok und anderen Plattformen finden kann. „Nichts schmeckt so gut, wie sich dünn anfühlt“ – heute bereut sie diese Aussage. Dennoch ist der Schaden schon angerichtet.

Moss selber hat in einem Interview gesagt, dass die Assoziierung mit dem Trend sie sauer mache. Sie hat deswegen das Gefühl, dass sie oft „zum Sündenbock für die Probleme vieler Leute“ gemacht worden ist. „Ich war nie magersüchtig. Heroin habe ich auch nie genommen. Ich war dünn, weil ich bei Drehs oder Shows nichts zu essen bekommen habe und schon immer dünn war.“

Warum ist der „Trend“ wieder zurück?

Der Figurtyp Heroin Chic ist nun wieder in aller Munde. Das liegt unter anderem an dem US-amerikanische Magazin New York Post, die einen Artikel gepostet haben mit dem Titel „Bye bye Booty: Heroin chic is back“. Im Voraus sollte erwähnt werden: Körperformen von Frauen als Mittel zur Diskussion von Modetrends zu benutzen, ist bestenfalls fauler Journalismus und schlimmstenfalls extrem schädlich für die psychische Gesundheit von Frauen.

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Heroin Schick heute

Auf dem Post werden Bilder von Models und Kim und Khloé Kardashian gezeigt – mitunter, weil Kim in einigen Interviews vom Abnehmen geredet hat. Dies wurde vor allem durch ihre Aussagen nach der diesjährigen Met Gala bestätigt. Die Influencerin hat innerhalb weniger Wochen ein paar Kilo abgenommen, um in das ikonische Kleid von Marilyn Monroe zu passen. Seitdem hat sie in Interviews gesagt, dass sie noch mehr abgenommen habe. Gefolgt von dem Argument, dass sie bei dem schnellen Abnehmen für die Met Gala viel über Gesundheit gelernt habe.

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Generell ist es komplett egal, welche Figur Kim Kardashian hat, solange sie sich wohlfühlt und gesund ist. Dennoch sollte gerade sie wissen, wie einflussreich ihre Worte sind.

Darum ist Heroin Chic nicht zurück

Der oben erwähnte Artikel der New York Post hat viel Aufruhr und Kritik verursacht. Schauspielerin Jameela Jamil und viele andere haben daraufhin nur gesagt, dass Frauenkörper kein Trend sind. Manche Frauen sind kräftiger, andere dünner – egal, welcher Trend gerade in ist. Man kann und sollte seinen Körper nicht so einfach ändern, wie ein Kleidungsstück.

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Zudem haben drei Expert:innen gegenüber dem Magazin Marie Claire gesagt, dass der Trend wahnsinnig ungesund ist. Vor allem junge Menschen haben oft ein sehr binäres Weltbild, mit dem Glauben, dass ihr Aussehen ihren Wert bestimmt. Das stimmt natürlich nicht!

Der Trend ist nicht nur wahnsinnig problematisch für alle Frauen mit einem Körper, sondern auch Menschen, die unter einer Essstörung leiden oder gelitten haben. Das ist aber noch nicht alles. Auch Menschen, die unter einer Drogensucht leiden oder gelitten haben werden hier getriggert. Körper und Krankheiten sind kein Mode-Trend!