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Darum werden Nepo-Babies von der Gen Z so sehr gehasst

Was haben Billie Eilish, Kendall Jenner, Maya Hawke und Maude Apatow gemeinsam? Sie sind alle Nepo-Babies. Hier erfährst du mehr darüber.

Uma Thurman und ihre Tochter Maya Hawke
Maya Hawke mit ihrer Mutter Uma Thurman. Foto: Stephane Cardinale - Corbis / Kontributor via Getty

Sicher hast du die letzte Staffel der Netflix-Serie Stranger Things gesehen. Die Schauspielerin Maya Hawke spielt dort die Rolle der Robin. Wenn man sich Hawke genauer anschaut, kommt einem ihr Gesicht bekannt vor. Ihre Mutter ist die Kill Bill-Schauspielerin Uma Thurman und ihr Vater der Schauspieler Ethan Hawke. Personen aus dem öffentlichen Leben wie Hawke nennt man aus diesem Grund Nepo-Babies. Was das ist, und warum Gen Z nicht der Größte Fan ist, erfährst du hier.

Was sind Nepo-Babies?

Unter Nepo-Babies versteht man das Prinzip von Vetternwirtschaft oder die Praxis, Freunde und Familienangehörige für Jobs zu bevorzugen. Ausgeschrieben heißt der Begriff „Nepotism Babies“. Unter den Nutzer:innen sozialer Medien hat der Begriff an Zugkraft gewonnen, da sie diesen sowohl mit Faszination als auch mit Abscheu verwenden, nachdem sie erfahren haben, dass aufstrebende Stars möglicherweise eine helfende Hand beim Einstieg ins Showgeschäft gehabt haben.

Gerade nach dem HBO-Serienhit Euphoria ist vielen Fans aufgefallen, dass Maude Apatow ein Nepo-Baby ist. Apatow spielt in der Serie eine Nebenrolle, die in der zweiten Staffel viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Ihr Vater ist der Regisseur Judd Apatow, bekannt für unter anderem Superbad und Pineapple Express. Apatows Mutter ist die Schauspielerin Leslie Mann, die man unter anderem aus dem Film Immer Ärger mit 40 kennt. Fans haben sich daraufhin kritisch gegenüber der Schauspielerin geäußert und behauptet, dass sie ihre Rolle und Erfolg durch ihre Eltern bekommen hat. In einem Interview mit The Cut hat die Schauspielerin gesagt, dass sie dieser Ausdruck verletzt.

Maude Apatow mit ihrer Familie
Euphoria-Schauspielerin Maude Apatow (zweite von links) mit ihrem Vater, Regisseur Judd Apatow, ihrer Schwester Mia Apatow und ihrer Mutter, Leslie Mann. Foto: IMAGO / ZUMA Wire

Warum ist Gen Z eher negativ eingestellt gegenüber Nepo-Babies?

Einfach erklärt, sind viele junge Menschen enttäuscht, wenn sie erfahren, dass eine:r ihrer Lieblingsschauspieler:innen durch eindeutige familiäre Hilfe dort gelandet ist, wo sie jetzt sind. Das heißt aber natürlich auch nicht, dass die Künstler:innen nicht talentiert sind.

Auf Twitter sagen User:innen, dass jedes Mal, wenn ein:e neue:r Künstler:in auftaucht, sich herausstellt, dass er oder sie blaue Verlinkungen im Familien-Wikipedia hat. So kommt es einem zumindest vor. Für die Unwissenden: Unter blauen Verlinkungen versteht man, wenn ein Künstler ein solches Vetternwirtschaft-Baby ist, dass der Abschnitt „Familienmitglieder“ auf der Wikipedia-Seite mit all den Hyperlinks, die zu den Biografien seiner Verwandten führen, blau ist.

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Für viele war Familie schon immer der wahre Weg zu Ruhm und Erfolg. Das ist vielleicht der Grund, warum vor allem TikTok ein beliebter Wege für Künstler:innen ist, die nicht so privilegiert sind. Den Algorithmen ist es im Endeffekt egal, wer die Eltern des Users sind. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Reality-Shows so beliebt sind. Auch diese können auch normalen Menschen ohne Beziehungen eine Chance auf Ruhm und Erfolg geben.

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Warum stören uns Nepo-Babies?

Dies kann man eigentlich ganz einfach beantworten. Jede:r von uns kennt die Aussage, dass man mit harter Arbeit alles erreichen kann. Nepo-Babies widersprechen dieser Aussage. Gegenüber dem Magazin The Face hat Dr. Nilu Ahmed, Diplom-Psychologin und Dozentin für Sozialwissenschaften an der Universität Bristol, folgendes erklärt: Dies läuft einer Botschaft zuwider, die uns unser ganzes Leben lang vermittelt wird: dass harte Arbeit der einzige Weg ist zum Erfolg ist.

„Durch das Bildungssystem und die Regierung wird uns gesagt, dass man Erfolg haben kann, wenn man hart genug arbeitet, und das ist etwas, das an jedem Arbeitsplatz wiederholt wird. Wenn man hart für eine Beförderung arbeitet, bekommt man diese auch“, erklärt Ahmed. Die Existenz von Vetternwirtschaft – insbesondere in den Fällen, in denen Einzelne dank familiärer Verbindungen zu berühmten Millionär:innen werden können – stellt diese Botschaft infrage.