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Betrunken sein: 7 Synonyme und deren Ursprung

'Einen im Tee haben?' 'Blau sein?' Es gibt eine Vielzahl von Redewendungen für betrunken sein. Doch woher kommen sie? Das erfahrt ihr hier.

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Betrunken sein kann eine wahre Wonne sein. Aber warum brauchen wir dafür so viele Synonyme? (Credit: Ian McDonnell)

Wenn du deinen Mädels erzählst, dass du am Wochenende mal wieder richtig blau warst und am nächsten Tag voll im Eimer, dann verwendest du nur zwei der vielen Redewendungen für das Betrunken sein. Doch woher kommen sie? Wir zeigen dir, welche Redewendungen es für das Wort betrunken sein gibt und erklären dir ihre Herkunft.

Jugend, VSCO, Alkohol
Betrunken zu sein bringt die Menschen zusammen. Schon seit ewigen Zeiten.

Blau sein hat seinen Ursprung nicht in der Alkoholindustrie

Redewendungen sind eine bloße Anordnung von Worten, die meist eine bildhafte Darstellung beinhalten. Gerade deshalb verwenden wir sie so oft und so gerne. Die meisten dieser Begriffe entstanden bereits sehr früh und haben sich im Laufe der Zeit verändert.

1. Blau sein

Der Begriff hat tatsächlich etwas mit der Farbe Blau zu tun. Als Färbemittel wurde früher grundsätzlich indischer Indigo verwendet. Da das Färbemittel aber recht teuer war, verwendete man die heimische Pflanze Färberwaid. Eigentlich hätte es dann genügt, der Pflanze reinen Alkohol zuzuführen und darauf zu achten, dass die Sonne schien und das Wetter warm war. 

Doch da der pure Alkohol zu teuer war, ging man den Umweg über den Mann und nutzte deren Urin. Betrunken sein war einfach ein netter Nebeneffekt. Die Blätter des Färberwalds wurden also in einen Behälter gelegt und anschließend von Flüssigkeit bedeckt. 

Daher tranken die Färber den ganzen Tag Bier und urinierten in den Behälter. Die Redewendung entstand also bereits im Mittelalter.

betrunken sein
Was bedeutet die Redewendung: einen im Tee haben?(Photo: DisobeyArt)

2. Einen im Tee haben

Bei dieser Redewendung wird vermutet, dass sie aus dem norddeutschen Raum kommt. Da Winterzeit bekanntlich Teezeit ist, wurde an kalten Wintertagen der Tee häufig mit etwas Rum verfeinert. Um somit ein warmes, wohliges Gefühl zu erzeugen und sich gegen die Kälte zu schützen. Wer also einen im Tee hat, der hat wohl den einen oder anderen Spritzer Alkohol dazu gemischt. Danach kannst du natürlich betrunken sein, oder auch nur ein wenig angeschwipst.

3. Der hat sich am Wochenende einen hinter die Binde gekippt

Die Redewendung wurde ungefähr seit 1850 verwendet. Damals stand Binde für Krawatte und natürlich wurde diese nicht angehoben, um etwas dahinter zu kippen, sondern die Binde wurde mit dem Hals assoziiert. Es geht also darum, sich Alkohol “in den Hals zu kippen”. 

Eigentlich wurde mit dem Satz über schnelles Trinken gesprochen, dies veränderter sich jedoch mit der Zeit. Sodass es heute eher im Zusammenhang mit Menschen verwendet wird, die extrem viel getrunken haben.

Redewendungen: betrunken sein
Einen intus zu haben ist ein hochintellektuelles Wort.(Photo: DisobeyArt)

4. Einen zu viel intus haben 

Das Wort intus kommt aus dem Lateinischen und heißt etwas innen oder drinnen zu haben. Was man also intus hat, das hat man verinnerlicht. Das Gehirn und vor allem der Magen bieten sich dafür natürlich besonders an. Wenn du einen Drink zu viel verinnerlicht hast, dann hast du definitiv auch zu viel intus. Es ist somit ein weitverbreitetes Wort für betrunken sein.

5. Beschwipst sein

Das Wort beschwipst zu sein wurde erstmals in Österreich, im 19 Jahrhundert verwendet. Es ist zurückzuführen auf das Verb schwippen, also schwanken. Und beschreibt eine betrunkene Person, der es zunehmend schwieriger fällt geradeauszulaufen. Heute wird das Wort vor allem verwendet, wenn jemand Alkohol getrunken hat, aber noch nicht betrunken ist. 

Betrunken, Alkohol
Du hast einen Affen? Oder gar einen Panther? Dann hör auf zu saufen!

6. Einen Affen sitzen haben

Hierfür gibt es eine Vielzahl an Vermutungen wie die Redewendung entstanden ist. Eine davon ist, dass das Wort Affe aus dem altrussischen Wort opica abgeleitet ist. Und zusammen mit dem Tier dann auf Handelswegen zu den Germanen gelangte. Dadurch könnte es zu einem Missverständnis mit dem tschechischen Wort opice gekommen sein. Denn dieses bedeutet: Sich betrinken. 

7. Einen Kater haben

Die Redewendung hat mit einem Kater bzw. einer Katze gar nichts zu tun. Denn der Begriff ist auf eine Schleimhautentzündung, eine sogenannte Katarrh, zurückzuführen. Weil die Symptome von einer Entzündung und die Folgen von zu viel Alkohol, ähnlich sind, wurde davon gesprochen einen Katarrh zu haben. Daraus entstand dann der Begriff Kater, vermutet wird, dass dies mit einer undeutlichen Aussprache, bzw. dem sächsischen Dialekt zu hat. 

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Sich mit Champagner zu betrinken macht das Gefühl eines Katers auch nicht edler.

Ganz so leicht ist das mit der Sprache nicht

Obwohl die meisten Redewendungen für uns schlüssig klingen, ist deren Ursprung oft nicht belegt. Es gibt oft eine Vielzahl an Vermutungen, die jedoch nicht bewiesen werden können. Dennoch gibt es viele Redewendungen für betrunken sein, die fest in unserem Alltags-Talk verankert sind und meist direkt von unserem Gesprächspartner verstanden werden.

Falls du also bald in eine neue WG ziehst, dann bereite dich schon einmal auf die neuen Gesprächsthemen über Alkohol vor und schaue dir unsere Gründe an, warum jeder mal in einer WG gelebt haben sollte.