Immer mehr Menschen verzichten auf den Genuss von Fleisch und leben vegetarisch. Da es ihnen dabei gut geht, wollen sie natürlich auch ihren liebsten Vierbeiner an diesem Lebensstil teilhaben lassen. Doch ist es so gesund, seinen Hund vegetarisch zu ernähren? Und auf was musst du in diesen Zusammenhang achten? Wir haben im folgenden Artikel die Antworten für dich.

Sind Hunde Fleischfresser oder nicht?

Hunde gehören zu der Gruppe der Karni-Omnivoren – zu den Fleisch- und Allesfressern. Das bedeutet allerdings auch, dass Hunde pflanzliche Nahrung gut verdauen können und diese auch in ihrem täglichen Fressbedarf mit enthalten sein sollte. Unsere Vierbeiner haben sich evolutionsbedingt an das Fressen von Grünzeug gewöhnt und besitzen spezielle Enzyme, die die in Pflanzen enthaltene Stärke (pflanzliches Kohlenhydrat) aufspalten.

Übrigens: Katzen sind reine Fleischfresser und auch Löwen und Tiger würden nie etwas anderes als Hauptnahrung nehmen, außer Fleisch.

Anika ist selbst Hundemama. Foto: Anika Jany

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Ist die vegetarische Ernährung von Hunden grundsätzlich möglich?

Um diese Frage erst einmal zu beantworten: Ja, es ist durchaus möglich deinen Hund vegetarisch zu ernähren. Allerdings birgt diese besondere Ernährung auch einige Risiken. Denn eine bedarfs- und artgerechte Ernährung ohne Fleisch ist eine regelrechte Herausforderung.

Dein Vierbeiner ist durch seinen kurzen Magen-Darm-Trakt auf das Fressen von Fleisch angepasst und auch sein scharfes Gebiss trägt dazu bei, dass der natürliche Ernährungsschwerpunkt deines Hundes auf fleischlicher Kost liegt. Außerdem versteckt sich in dem Fleisch eine große Energiequelle: Proteine mit essenziellen Aminosäuren. Diese sind Bausteine für die Muskeln deines Hundes und helfen ihm und seinem Körper mit der Zellerneuerung.

Außerdem benötigen Hunde in Relation zu ihrem Körpergewicht im Vergleich zu ihren Besitzer:innen fast die dreifache Menge an Kalzium und das Sechsfache an Zink pro Tag. Auch hierfür eignet sich Fleisch als hervorragender Lieferant.

Hund mit vegetarischem Essen
Hunde sind eigentlich für das Fressen von Fleisch gemacht, aber sie können auch vegetarisch ernährt werden. Foto: Karyna Che / shutterstock

Hunde vegetarisch ernähren: Diese 5 Dinge solltest du beachten

Wenn du dich noch doch dazu entschieden hast, deinen Hund vegetarisch zu ernähren, solltest du gewisse Dinge nicht außer Acht lassen. Wir geben dir deshalb hier eine kleine Guideline an die Hand.

1. Der Bedarf an Inhaltsstoffen muss stets abgedeckt sein

Mittlerweile gibt es auf dem Markt schon viele Produkte, die vegetarische Futtersorten anbieten. Ein mit Bedacht zusammengesetztes vegetarisches Hundefutter versorgt deinen Hund in diesem Zusammenhang mit allem, was er braucht. Allerdings liegt genau dort auch unser erster Tipp: Achte immer darauf, dass das Futter den individuellen Bedarf deines Hundes deckt. Hierfür ist es deshalb wichtig, dass auf dem Hundefutter vom Hersteller alle wichtigen ernährungsphysiologischen Informationen geben sind.

2. Entweder Selbermachen oder vegetarisches Alleinfutter nutzen

Damit dein Hund keine Mangel erleidet, solltest du bei deiner vegetarischen Ernährung auf ein vegetarisches Alleinfuttermittel zurückgreifen. Dieses enthält alle wichtigen Nährstoffe, die dein Vierbeiner benötigt. Die meisten Futtermittelhersteller benutzen hierfür pflanzliche Proteine oder vegetarisches tierisches Eiweiß.

Allerdings besteht auch die Alternative, dass du selbst für deinen Hund vegetarisch kochst. Achte hierbei darauf, dass du einen richtigen Mix aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien erstellst – was einiges an Zeit und Kenntnis erfordern könnte.

Hund mit Karotte
Auch das gemeinsame Kochen mit deinem Hund zusammen geht, wenn du ihn vegetarisch ernähren willst. Foto: IMAGO Images / Westend61

3. Ziehe eine Fachmeinung hinzu & informiere dich ausgiebig vor der Ernährungsumstellung

Wie bei allen Futterumstellungen solltest du auch bei der vegetarischen Ernährung vorsichtig vorgehen. Informiere dich vorher ausgiebig über das Thema und notiere dir, was genau dein Hund braucht und welche Stoffe in seiner Ernährung nicht fehlen dürfen. Ziehe außerdem vor der Umstellung noch einen Tierarzt oder eine Tierärztin hinzu, die oder der dir helfen kann, den besten Kurs für die neue Ernährung zu bestimmen oder herauszufinden, ob dein Tier überhaupt für eine vegetarische Ernährung gemacht ist.

4. Nimm dir Zeit für Futterumstellung

Wie schon in Punkt drei erwähnt, solltest du deinen Hund nicht von einem Tag auf den anderen vegetarisch ernähren. Entscheidest du dich für dieses ‚neue Abenteuer‘, solltest du die Umstellung über mehrere Wochen hinweg durchführen. Mische dazu täglich einen immer größer werdenden Teil des Veggie-Futters in die bisherige Nahrung deines Vierbeiners.

Wenn dein Hund die Umstellung gut verträgt, kannst du seine neue Ernährung gerne mit Snacks wie gekochten Eiern oder Magerquark ergänzen. Und lasse den Körper und das Immunsystem regelmäßig beim Tierarzt oder bei der Tierärztin kontrollieren.

Hund frisst etwas vom Tisch
Deinen Hund vegetarisch zu ernähren benötigt Zeit. Foto: golero / getty images via canva

5. Überlege, ob für dich & deinen Vierbeiner nicht auch umweltfreundliche Alternativen infrage kommen

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, ist eine vegetarische Hundeernährung unter Umständen ziemlich schwierig und auch mit viel Zeit und Aufwand verbunden. Vielen fällt es heutzutage schwer, zwischen Arbeit und Alltag noch die nötige Zeit und den Nerv für ein solch arbeitsintensives Unterfangen zu finden. Wir haben hier deshalb ein paar Hundefutteralternativen, die nachhaltig und umweltfreundlich sind.

  • Bio-Hundefutter: Das verwendete Fleisch stammt in diesem Fall von Nutztieren aus artgerechter Tierhaltung. Auch die Rohstoffe stammen aus biologischem Anbau.
  • Hundefutter aus Insekten: Ja, diese Alternative klingt gewöhnungsbedürftig. Allerdings schmeckt es den meisten Hunden und das ist wohl die Hauptsache. Vierbeiner, die kein tierisches Eiweiß zu sich nehmen, vertragen dennoch Insektenproteine. Außerdem wird bei der Zucht von Insekten ein geringer Kohlenstoffdioxidausstoß verursacht, sodass auch hier der Nachhaltigkeitsfaktor erneut gegeben ist.

Hunde vegetarisch ernähren: Eine gute Idee?

Grundsätzlich ist es unbedenklich, deinen Hund vegetarisch zu ernähren – wenn du bestimmte Dinge beachtest. Du benötigst in jedem Fall tiefgehende Kenntnisse über all die Umstände, die eine Umstellung auf vegetarische Ernährung mit sich bringt. Sonst könnte es dazu komme, dass es deinem Vierbeiner an Nährstoffen mangelt und er krank wird.

Hundeanfänger sollten deshalb lange und genau überlegen, ob eine vegetarische Ernährung für ihren Vierbeiner so geeignet ist oder nicht. Denn auch, wenn du dich vielleicht vegetarisch ernährst – dein Hund hat sich evolutionsbedingt an das Fressen von Fleisch gewöhnt.

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