Wenn mich meine Fellnase mit ihrem treuherzigen Blick anschaut, habe ich oft gar keine andere Wahl, als zu einem Leckerli zu greifen. Wir Hundebesitzer:innen wollen das Leben unserer Vierbeiner so schön wie möglich gestalten und dazu gehören auch die Leckerlis und Futtereinlagen des Tages. Doch so lieb wir unsere Tiere haben und so sehr sie sich über die Kleinigkeiten freuen – irgendwann muss man die Notbremse ziehen, wenn auf einmal der Hund zu dick ist. Wenn dies bei dir der Fall ist, sorge dich nicht. Wir haben Tipps und Tricks, wie das tierische Abnehmen funktioniert.

Anika ist selbst Hundemama. Foto: Anika Jany

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Das sind die Folgen des Übergewichts bei Hunden

Seinen Hund zu dick werden zu lassen, kann schneller passieren, als man zuerst denkt. Eine Rolle spielen hierbei die Menge der Leckerlis, des Futters und auch die Länge der Spaziergänge – wer will schon lange im Regen unterwegs sein? Allerdings können die Extrapfunde bei deinem Hund schlimme Folgen nach sich ziehen. Viele Krankheiten können durch ein Übergewicht deines Hundes begünstigt werden. Einige davon sind die Folgenden:

  • Diabetes
  • Arthrose, generell Gelenkschmerzen
  • Hauterkrankungen
  • Atemprobleme
  • Verdauungsstörungen

Wie du siehst, kann die Lebensqualität deines Vierbeiners massiv leiden, wenn er zu dick ist und nichts dagegen getan wird. Und nicht nur das: Auch seine Lebenserwartung kann dadurch sinken.

Trauriger Hund
Wenn dein Hund zu dick ist, könnte er all seine Lebensfreude verlieren. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock via canva

Wie erkennt man, ob der Hund zu dick ist?

Aber was bedeutet eigentlich „zu dick“? Angaben in Kilogramm lassen sich in diesem Zusammenhang schlecht machen, denn jede Rasse hat andere Maßstäbe, was das Gewicht angeht. Es gibt allerdings drei Methoden, mit denen du auch ohne Waage herausfinden kannst, ob dein Hund zu dick ist:

  • Wirf von oben einen Blick auf deinen Hund. Du wirst nun die (komplett normale) Wölbung des Bauches deines Hundes sehen. Diese Wölbung sollte allerdings nach hinten hin deutlich schmaler werden – eine Taille sollte dein Vierbeiner also definitiv haben. Alles andere wäre ein Anzeichen für Übergewicht.
  • Betrachte deinen Hund von der Seite. Auch hier solltest du die Taille deines Vierbeiners sehen. Je weiter hinten der Bauch, desto weiter oben sollte er sein. Bleibt der Bauch allerdings gerade oder hängt sogar hinten herab, hat dein Hund wohl zu viel auf den Hüften.
  • Taste deinen Hund ab. Dein Hund ist super wuschelig und du erkennst eigentlich nichts von seinem wahren Körperbau unter all dem Fell? Dann solltest du über seine Rippen streicheln. Wenn du diese unter der dünnen (und normalen) Fettschicht spürst, ist dies ein gutes Zeichen. Alles andere wäre ein Anzeichen für Übergewicht. Auch wenn du die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule nicht spüren kannst, könnte dein Hund zu dick sein.

5 Tipps, wie du das Normalgewicht deines Hundes wieder erreichen kannst

Zuerst einmal: Niemand sollte dir einen Vorwurf machen, wenn dein Hund zu dick ist und auch du solltest dies nicht tun. Es können die unterschiedlichsten Faktoren daran Schuld sein, dass dein Hund Extrapfunde auf den Rippen hat. Aber keine Sorge: Du kannst deinem Hund einem ‚Abnehmprogramm‘ unterziehen, welches allerdings unter tierärztlicher Aufsicht durchgeführt werden sollte. Hier sind fünf Tipps, wie du bald wieder das Normalgewicht deines Vierbeiners zurückerlangen kannst.

1. Beachte die Futtermenge

Das Futter, welches dein Hund bekommt, enthält wichtige Nährstoffe, welche nicht einfach wegfallen dürfen. Deinen Vierbeiner also fasten zu lassen, damit er nicht noch dicker wird, ist also keine gute Idee. Passe stattdessen die Futtermenge dem tatsächlichen Bedarf deines Vierbeiners an. Die Hinweise zur Dosierung befinden sich meistens auf der Futterpackung, ziehe aber auch hier gerne tierärztliche Beratung hinzu.

Wenn du weißt, wie viel dein Vierbeiner pro Tag bekommen darf, solltest du das Futter immer abwiegen. Die Portionen einfach in den Napf zu schütten, gehört nun der Vergangenheit an, auch wenn das alles etwas mehr Aufwand bedeutet.

2. Wechsle das Futter

Dein Hund bekommt nur Trockenfutter? Dann kann sich für eure Diät eine Umstellung auf Nassfutter als sinnvoll erweisen. Denn aufgrund des Wassers hat das Nassfutter eine geringere Dichte als das Trockenfutter und bietet deinem Vierbeiner eine größere Menge an Futter, ohne dabei noch mehr Kalorien aufzunehmen.

Hund frisst aus einem Napf
Eine Futterumstellung kann helfen, wenn dein Hund zu dick ist. Foto: IMAGO Images / Westend61

Außerdem kann es sich lohnen, das Diätfutter für Hunde auf dem Markt auszuprobieren. Dieses kann dir bei der Umstellung helfen und sorgt dafür, dass dein Vierbeiner trotz verminderter Kalorienzufuhr nicht hungrig durch den Tag oder zu Bett gehen muss.

3. Beziehe alle Beteiligten deines Haushaltes in das Abnehmprogramm ein

Wenn es um das Abnehmen deines Hundes geht, sollten alle Beteiligten, die ein Teil der Familie deines Vierbeiners sind, an einem Strang ziehen. Sprecht euch in diesem Zusammenhang untereinander ab, wer wann wie viel Futter gibt, sodass es nicht zu Doppelfütterungen kommen kann. Auch Leckerlis sollten so gehandhabt werden. Am besten sollte nur einer für die Fütterung deines Vierbeiners verantwortlich sein, denn so wird die Leckerli- und Futter-Ration immer gut im Blick behalten.

4. Finde Leckerli-Alternativen als Belohnung

Ja, ich kann absolut verstehen, dass man bettelnden Hundeaugen schlecht widerstehen kann. Doch während einer Hundediät musst du wirklich stark sein und dich durchsetzen. Denn so gerne dein Hund frisst und auch Belohnungen nach dem Ausführen von Kommandos erwartet: Diese Leckerlis helfen nicht, das Normalgewicht erneut zu erreichen.

Deshalb solltest du dich nach Leckerli-Alternativen umsehen, um deinen Hund trotzdem noch gebührend zu belohnen. Du könntest ihm sein Lieblingsspielzeug geben oder einen Ball schmeißen. Auch Kuscheleinheiten und ein großes Lob wirken oft Wunder. Wie du siehst, müssen es also nicht immer die Leckerlis sein – es geht auch kalorienfrei.

Hund fängt Ball am Strand
Wenn dein Hund zu dick ist, ist mehr Bewegung das A und O. Foto: IMAGO Images / Westend61

5. Sorge für mehr Bewegung im Hundealltag

Nein, dieser Punkt bedeutet nicht, dass du deinen Vierbeiner gleich beim Hundesport anmelden musst. Es reicht für den Anfang aus, wenn du deine alltäglichen Gassirunden einfach ausdehnst. Wenn du jeden Spaziergang um fünf Minuten ausdehnst, bist du am Ende des Tages schon eine Viertelstunde länger mit deinem Hund gelaufen. Auch eine Hundespielgruppe, Hundeschwimmen oder Dog Dancing können bei dieser Diät Wunder wirken!

Fazit: Wenn dein Hund zu dick ist, bedeutet das nicht das Ende der Welt

Ich bin ehrlich: Es ist nicht einfach, seinem Hund beim Abnehmen zu helfen. Das oberste Gebot hier ist Geduld. Denn dein Vierbeiner wird nicht von heute auf morgen sein Normalgewicht wieder erreichen. Mit viel Ausdauer und Liebe wirst du aber sehen, dass dein Hund dir die verlorenen Pfunde durch mehr Lebensfreude und Agilität danken wird. Und wenn dein Hund glücklich ist, bist du sicherlich auch glücklich, richtig?

Noch mehr zum Thema Hund findest du hier: