Öfters hört man Menschen sagen: „Dein Hund passt so gut zu dir, er sieht ja sogar wie du aus.“ Viele nehmen diese Aussage als Kompliment auf, wer will schließlich nicht seinem geliebten Vierbeiner ähnlich sehen. Doch dieses Klischee kann sogar wissenschaftlich untermauert werden – genauso wie der Fakt, dass Hunde gewisse Eigenschaften von uns übernehmen. Welche diese sind und warum sie das tun, erfährst du in diesem Artikel.

Anika ist selbst Hundemama. Foto: Anika Jany

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Darum ahmen Hunde unsere Eigenschaften nach

„Hunde sind gute Beobachter und nehmen mehr visuelle und akustische Stimuli auf, als Menschen vielleicht selbst bemerken„, sagt Stephanie Liff von Pure Paws Veterinary Care gegenüber Bustle. Aufgrund dieser speziellen Beobachtungsgabe sind unsere Vierbeiner beinahe dafür prädestiniert, unsere Eigenschaften und nachzuahmen. Dein Hund möchte sich dadurch deiner eigenen Routine und deinem Leben anpassen.

Sicherlich fragst du dich jetzt, ob auch dein Hund gewisse Verhaltensweisen an den Tag legt, die einfach nur bedeuten, dass er deine Eigenschaften nachahmt. Wir stellen dir deshalb acht Eigenheiten vor, die dein Vierbeiner vielleicht von dir übernommen hat.

1. Dein Hund spricht wie du

Manche Hunde sind lauter als andere und geben ständig irgendwelche niedlichen Geräusche von sich. Das kann unter anderem auch daher rühren, dass du vielleicht viel mit deinem Hund redest – und er dir in seiner Sprache antwortet. Wenn du mit deinem Vierbeiner also ein ‚Gespräch‘ führst und dieses mit positiven Momenten verknüpft, könnte sein Hund es sich angewöhnen, immer mit dir zu ’sprechen‘.

2. Er schläft wie du

Eine Eigenschaft, welche die meisten Hunde in ihr eigenes Leben einbauen, steht in Verbindung mit deiner Schlafroutine. Dein Vierbeiner schläft am Tag natürlich viel mehr als du, er kann sich aber auch an deine Bettzeit gewöhnen. Wenn du also gerne spät ins Bett gehst und am darauffolgenden Tag auch lange ausschläft, ist es gut möglich, dass sein Hund sich auch an dieses Schlafmuster gewöhnt – oder es zumindest versucht.

Hund schläft
Eine Eigenschaft, die dein Hund vielleicht von dir übernimmt, ist deine Schlafgewohnheit. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

3. Dein Vierbeiner wird hungrig, wenn auch du es bist

Wenn dein Hund sein Fressen zu deiner Abendbrotzeit bekommt, kann es sein, dass er auch hungrig wird, wenn du es bist. Dein Vierbeiner erwartet seine Mahlzeiten am Tag immer zur ungefähr gleichen Zeit und wird darauf reagieren, wenn er sein Essen nicht bekommt – mit Bellen, Winseln oder anderen Aufmerksamkeitsschreien. Genauso wie du vielleicht genervt bist, dass du durch deine Mittagspause hindurcharbeiten musst, wird auch dein Hund genervt sein, wenn sich sein Abendessen verschiebt.

4. Dein Hund teilt deine Stimmungen

Wenn du aufgeregt bist, überträgt sich das auf deinen Hund und auch wenn du dich schlecht fühlst, liegt dein Vierbeiner meistens traurig neben dir und versucht dir mit seiner Anwesenheit Trost zu spenden. Und auch hierhinter steckt eine wissenschaftliche Erklärung, welches sich „Gefühlsansteckung“ nennt.

Hierbei handelt es sich um ein Phänomen, welches dafür sorgt, dass Individuen, die nahe nebeneinander sind, geteilte Emotionen haben. Wenn du also mal wieder traurig bist und dein Hund genauso bedröppelt aus der Wäsche schaut, kann es sein, dass er deine Stimmungen nachempfindet.

Frau tanzt mit Hund
Wenn du tanzt, tanzt oft auch dein Hund! Foto: IMAGO Images / Westend61

5. Er bewegt sich wie du

Wenn du dich bewegst, merkst du vielleicht, dass dein Hund bestimmte Bewegungsabläufe von dir imitiert. Du tanzt mit deinem Vierbeiner? Dann könnte es sein, dass er schon bald eigene Dance-Moves entwickelt, die sich vielleicht im Auf- und Abspringen oder im Drehen äußern. Natürlich wird dein Hund jetzt keine ganze Choreo mit dir hinlegen, aber bestimmte Bewegungen von dir wird er vielleicht spiegeln.

6. Dein Vierbeiner teilt deine sozialen Präferenzen mit dir

Ja, auch bei Hunden kann zwischen introvertiert und extrovertiert unterschieden werden. Und anscheinend passt sich dein Vierbeiner an deine soziale Präferenz an. Wenn du lieber einen Abend auf der Couch verbringst und in kleinen Menschengruppen glücklicher bist, kann es deinem Hund auch so gehen. Dein Vierbeiner kann in diesem Zusammenhang deine Energie lesen und weiß, wo du dich wohler fühlst und wo eher nicht.

7. Dein Hund imitiert deine Verletzungen

Immer wieder sieht man Videos auf Social Media von Hunden, die genauso humpeln wie ihre Besitzer:innen. Auch hier haben wir es mit einer Eigenschaft zu tun, die dein Hund sozusagen imitiert. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine Zurschaustellung des Mitleides, welche dein Vierbeiner aufgrund deiner Verletzung empfindet, sondern um „Automatisierte Imitation“. Dein Hund merkt also vielleicht noch nicht einmal, dass er genauso humpelt wie du!

verletzte Frau mit Hund
Dein Hund wird sich vielleicht an dich und deine Verletzung anpassen, ohne es selbst zu merken. Foto: KaryB / shutterstock

8. Er teilt deinen Stress

Eine nicht so tolle Eigenschaft, die dein Hund von dir übernimmt, ist deinen eigenen Stress. Wenn du in neuen Situationen unsicher und gestresst bist, könnte sich das auf deinen Vierbeiner übertragen, der in neuen Situationen dann genauso reagiert wie du. Dein Hund denkt sich dann „Oh nein, wir müssen zusammen ängstlich sein. Das ist eine ängstliche Situation“. Andersherum geht es natürlich auch, dass dein Vierbeiner dein Selbstbewusstsein übernimmt.

Hunde & ihre Eigenschaften: So ähnlich sind sie uns wirklich

Natürlich wird nicht jeder Hund die Eigenschaften seines Besitzers oder seiner Besitzerin übernehmen. Doch dieses Phänomen der Imitation ist definitiv kein Einzelfall und lässt sich bei vielen Vierbeinern beobachten. Schließlich tut den Hund den ganzen Tag eigentlich nichts anderes, als in deiner Nähe zu sein und dein Verhalten zu studieren! Das Übernehmen der eigenen Eigenschaften ist auf jeden Fall nichts Negatives für deinen Hund. Damit stellt er sich nur noch mehr auf dich und dein Leben ein.

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