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Frauenrechte: Diese Errungenschaften haben das Leben einer Frau verändert

Frauenrechte sind unglaublich wichtig, da sie uns Frauen den Männern gleichstellen. Die wichtigsten Errungenschaften der letzten 100 Jahre stellen wir dir hier vor!

Frauenrechte Weltfrauentag
Frauenrechte sind Menschenrechte. Jedoch wurde das lange Zeit ignoriert. Foto: getty images/ Maskot [M] via Canva

Das Grundgesetz gilt in Deutschland für alle Menschen, egal welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen, welche Herkunft oder soziale Schicht sie haben. Jedoch war das nicht immer so und Frauen besaßen lange Zeit nicht dieselben Rechte wie Männer. Bis heute haben Frauen es in einigen Lebenslagen noch schwerer als Männer, jedoch gab es in den Jahrzehnten viele Errungenschaften, die die Frauenrechte gestärkt haben. Anlässlich zum Weltfrauentag wollen wir sie dir vorstellen.

Frauenrechte: Rechte, die selbstverständlich sein sollten

Wenn man den Begriff „Frauenrechte“ hört, klingt es oftmals wie ein besonderes Recht oder ein exklusives, das nur für Frauen bestimmt es. Dabei seien Frauenrechte Rechte, die selbstverständlich für jeden Menschen gelten sollten. Jedoch haben sich durch die untergeordnete Rolle, die Frauen Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte innehatten, Rechte etabliert, die nur für Männer galten und Frauen ausschlossen. Um diesen Missstand zu beheben, wurden nach und nach Frauenrechte etabliert, die uns den Männern auch juristisch gleichstellen sollen. Diese stellen wir dir jetzt vor.

selbstbewusste weibliche Aktivistin mit dem Wort strong auf der Brust protestiert mit anderen Frauen im Hintergrund
Jedes Jahr kämpfen Millionen Frauen für mehr Gleichberechtigung weltweit. Foto: jacoblund /

1. Frauenrecht 1900: Frauen dürfen studieren gehen

Vor etwa 120 Jahren war es Frauen zum ersten Mal möglich, sich an einer Universität einzuschreiben und studieren zu gehen. Jedoch war dies nur an zwei Universitäten in Deutschland möglich – in Heidelberg und Freiburg.

Dass Frauen jedoch promovieren und lehren dürfen, wurde noch lange Zeit vehement abgelehnt.

2. Frauenrecht 1918: Wir dürfen wählen

Die Vorstellung, dass Frauen heutzutage nicht wählen dürften, ist ebenso lächerlich wie absurd. Jedoch ist es gerade einmal 104 Jahre her, seitdem das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Zuvor durften nur Männer ab 25 Jahren wählen. Schon seit etwa 1907 kämpfen Frauen dann für eine Gleichberechtigung und hatten gut zehn Jahre später mit der Einführung des Wahlrechts für Frauen Erfolg. In der Weimarer Nationalversammlung, die zur damaligen Zeit gewählt wurde, betrug der Frauenanteil jedoch nur 8,7 Prozent.

3. Frauenrecht 1961: Einführung der Anti-Babypille

Das Präparat, das wir heute oftmals als problematisch ansehen, war damals ein revolutionäres Produkt für jede Frau. Denn die Anti-Babypille ermöglichte Frauen, eine selbstbestimmte Sexualität oder sich auf den Mann verlassen zu müssen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war das einzige Verhütungsmittel das Kondom. Jedoch war die Anti-Babypille nicht von Beginn an allen Frauen zugänglich. Zunächst wurde sie nur denen verschrieben, die bereits verheiratet waren und eigene Kinder hatten. Alleinstehende Frauen konnten sich also trotzdem noch nicht schützen.

Beste Verhüttungsmittel
Die Anti-Babypille wird heute oft kritisch beäugt, ist aber eine große Errungenschaft. Foto: Alexthq / Getty Images Pro via canva

4. Frauenrecht 1962: Wir dürfen unser Geld selbst verwalten

Das Gesetz, dass Frauen ihr Geld selbst verwalten dürfen, schaffte 1962 die nächste Absurdität ab. Denn bis zu diesem Jahr, ging all das Geld, das eine Frau verdiente, an ihren Ehemann, sofern sie denn einen hatte. Dieser verwaltete es und entschied somit auch, wofür sie es ausgeben durfte. Erst ab dem Jahr 1962 durften Frauen ein eigenes Bankkonto eröffnen.

5. Frauenrecht 1977: Scheidung erlaubt

Eines der wichtigsten Frauenrechte wurde 1977 eingeführt – das Recht, sich scheiden zu lassen. Zuvor war es egal, ob der Mann die Frau schlug, betrog oder schlecht behandelt, sie durfte sich nicht scheiden lassen. Wenn sie beispielsweise von ihm weglief, hatte das tiefgreifende finanzielle und soziale Folge für sie. Seit diesem Zeitpunkt gilt außerdem, dass der/die finanziell bessergestellte Partner:in Unterhalt zahlen muss, während es zuvor der/diejenige war, der/die Scheidung veranlasste. Das führt 1978 zu einem historischen Scheidungstief.

6. Frauenrecht 1980: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt gleichberechtigt

Unglaublich, aber wahr: Erst im Jahr 1980, wo auf jeden Fall deine Eltern, vielleicht sogar schon du gelebt hast, wurden Frauen auf dem Arbeitsmarkt (einigermaßen) Männern gleichgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt durften Unternehmen für eine offene Stelle gezielt männliche Bewerber suchen. Wenn sie doch eine Frau einstellen sollten, bekam diese einen niedrigeren Stundenlohn als ihre männlichen Kollegen.

Übrigens: Durchschnittlich verdienen Frauen bis heute weniger als Männer. Und zwar signifikant weniger. Hier liest du, was es mit dem Gender Pay Gap  und dem damit einhergehenden Equal Pay Day auf sich hat und wie wir ihn schließen können.

Beförderung
Heutzutage sind Frauen auf dem Arbeitsmarkt (fast) gleichgestellt. Foto: Getty Images/ Tom Werner

7. Frauenrecht 1992: Frauen dürfen nachts arbeiten

Das nächste absurde Gesetz wurde 1992 abgeschafft. Bis dahin war es Frauen verboten, zwischen 20 und 6 Uhr zu arbeiten – ja, VERBOTEN! Als Gründe wurden „sittliche und gesundheitliche Gründe“ genannt. Erst 1992 wurde dieses Gesetz dann abgeschafft und seitdem wird Frauen zugetraut, selbst entscheiden zu können, wann sie arbeiten.

8. Frauenrecht 1995: Abtreibungen werden erlaubt!

Schon in den 70er Jahren erreichten Frauen den Meilenstein, dass eine ungewollte Schwangerschaft beendet werden könne. Jedoch wurde dieses Gesetz immer wieder gekippt, bis es 1995 endgültig seinen Weg in die Gesetzesbücher fand. Dieses Gesetz gilt bis heute, ist aber nicht unumstritten.

Jedoch geht es uns in Deutschland auch was dieses Thema betrifft sehr gut. In anderen Ländern auf der Welt wie in Polen, El Salvador oder Mexiko werden die Frauen für eine Abtreibung kriminalisiert oder es ihnen schlicht verboten abzutreiben.

9. Frauenrecht 1997: Vergewaltigung in der Ehe wird bestraft!

Dass Sex eine Sache ist, die einvernehmlich und mit beiderseitiger Lust geschehen muss, ist heute glasklar. Jedoch war das nicht immer so. Wenn eine Frau früher sagte, sie habe keine Lust auf Sex, konnte der Mann dies gekonnt ignorieren und sich ihn trotzdem „nehmen“. Wie heißt solch ein Verhalten? Richtig: Das ist eine Vergewaltigung. Jedoch herrschte lange Zeit die Annahme, dass es so etwas in einer Ehe nicht geben kann.

Wer heute das Zitat von dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang von Stetten aus dem Jahr 1995 liest, dem werden sich die Nackenhaare aufstellen, so grundlegend falsch klingt es: „Zum ehelichen Leben gehört auch, die Unlust des Partners zu überwinden. Der Ehemann ist nicht darauf aus, ein Verbrechen zu begehen – manche Männer sind einfach rabiater.“

Erst 1997 wurde ein Gesetz verabschiedet, dass eine Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellt.

Sex Paar Frauenrechte
Dass Sex einvernehmlich sein muss, war lange Zeit nicht die Realität in deutschen Ehen. Foto: Getty Images/ Andreas Stamm

10. Frauenrecht 2016: Ein Nein heißt Nein!

In dieselbe Kerbe schlägt das Gesetz, das vor sechs (!!!) Jahren verabschiedet wurde. In dem unter dem „Nein heißt Nein“ bekannten Gesetz, wurde festgelegt, dass es reicht, wenn eine Frau Nein sagt, um den sexuellen Akt zu beenden. Zuvor galt eine Vergewaltigung erst als solche, wenn die sexuellen Handlungen mit der Androhung oder Ausübung von Gewalt erzwungen wurde.

In Dänemark oder Schweden wird sogar so weit gegangen, dass beide Geschlechtspartner:innen dem Sex eindeutig zustimmen müssen. So weit gehen wir in Deutschland jedoch nicht.

11. Frauenrecht 2017: Lesbische Frauen dürfen heiraten!

Die Ehe für alle ist keine rein weibliche Errungenschaft, jedoch ermöglicht sie seit 2017 auch lesbischen Frauen eine Ehe einzugehen, die auch vor dem Gesetz Bestand hat. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten lesbische Frauen nur in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben, die ihnen jedoch nicht dieselben Rechte verschaffte, wie Ehepaaren.

Im folgenden Jahr 2018 gaben sich daraufhin 16 138 lesbische Paare das Ja-Wort.

Fazit: Diese Rechte sind Meilensteine der Geschichte

Wie zu Anfang bereits erwähnt, sind diese Frauenrechte keine besonderen Rechte, sondern ganz normale Menschenrechte, die uns lange Zeit verwehrt blieben. Sie ermöglichen uns nicht nur wählen zu gehen und politischen Einfluss auf unser Land zu nehmen. Nein, dank ihnen dürfen wir Frauen auch selbst bestimmen, ob und wie viel wir arbeiten und sind endlich annähernd gleichberechtigt mit den Männern. Zumindest auf dem Papier.

Denn dass wir immer noch nicht gleich viel verdienen oder mit derselben Selbstverständlichkeit nachts im Dunkeln unterwegs sein können, ist ebenso klar. Es ist also noch viel zu tun, aber die verabschiedeten Frauenrechte geben definitiv Grund zur Hoffnung.

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