„Mädchen können alles erreichen!“ 

Es ist ein Satz, der so abgedroschen klingt und der trotzdem so unheimlich wichtig ist. Denn tatsächlich dürfen wir Frauen uns heute aussuchen, ob wir das Fach Mathe studieren oder Deutsch. Ob wir Ingenieurin werden, eine Tischlerausbildung machen oder doch lieber Erzieherin sein wollen. Und selbst Bundeskanzlerin könnten wir werden, wie Angie uns eindrucksvoll beweist.

Doch dieses Privileg stand uns Frauen nicht immer zu. wmn zeigt dir deshalb, welche Frauenrechte alles für uns verändert haben.

11 Frauenrechte, die unsere Welt verändert haben

Lange Zeit waren wir Frauen nicht mit Männern gleichgestellt. Erst ein Gesetz von 1958 änderte das – zumindest juristisch. Eine umfassende Gleichberechtigung konnte das Gesetz trotzdem nicht erreichen. Erst weitere Änderungen sorgten dafür. Aber wir erzählen der Reihe nach, welche 11 Frauenrechte uns stärker gemacht haben.

1. Frauenrecht 1918: Wir dürfen wählen

Heute würde wohl niemand mehr auf die Idee kommen, Frauen das Wahlrecht abzusprechen. Doch leider war es früher bittere Realität. Erst am 30. November 1918 wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht eingeführt.

2. Frauenrecht 1962: Wir dürfen unser Geld selbst verwalten

Stell dir vor, du würdest arbeiten gehen und nicht du, sondern dein Partner würde das Geld einsacken. Unmöglich? Nicht so für die Frauen früher. Denn selbst wenn ein Mann seiner Frau erlaubte zu arbeiten, verwaltete er ihr Gehalt. Das änderte sich nur schrittweise. Erst ab dem Jahr 1962 durften Frauen ein eigenes Bankkonto eröffnen.

Frauenrechte
Frauenrechte: Frauen haben jahrelang für die Gleichberechtigung gekämpft(Photo: Krakenimages.com/ shutterstock)

3. Frauenrecht 1970: Wir sind keine Baby-Maschinen

In der DDR durften Mütter ab dem Jahr 1950 fünf Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt zu Hause bleiben und bekamen dennoch Leistungen in voller Höhe ihres Lohnes. Ab dem Jahr 1958 bekamen sie sogar Stillgeld in Höhe von zehn Mark. In den 70er Jahren wurde dann das bezahlte Babyjahr eingeführt.

Und im Westen? Ja, der hinkte bei diesem Frauenrecht noch hinterher. Denn erst ab dem Jahr 1952 durften Frauen hier sechs Wochen vor und nach der Geburt zu Hause bleiben. Und: Bis vier Monate nach der Geburt durfte den Frauen nicht gekündigt werden.

4. Frauenrecht 1976: Frauen durften ihren eigenen Namen behalten

Wenn Herr Müller Frau Wagner heiratete, hieß sie automatisch Müller mit Nachnamen. Doch: Seit dem Jahr 1976 können Männer auch den Namen ihrer Ehefrau annehmen.

5. Frauenrecht 1977: Scheidung erlaubt

Selbst wenn der Mann die Frau schlug oder betrog, konnte die Frau ihren Mann nicht verlassen. Sie bekam keinen Unterhalt und stand finanziell vor dem Nichts. Auch das Sorgerecht konnte sie sich abschminken. Erst im Jahr 1977 wurde eines der wichtigsten Frauenrechte eingeführt. Nämlich die Erlaubnis zur Scheidung.

6. Frauenrecht 1995: Abtreibungen werden erlaubt!

In den 70ern erreichte die Frauenbewegung einen neuen Meilenstein. Ein weiteres Frauenrecht kam dazu. Nämlich die Erlaubnis für Schwangerschaftsabbrüche. Das Gesetz wurde mehrmals gekippt und überprüft und letztendlich wurde dann im Jahr 1995 eine Regelung verabschiedet, die auch heute noch gilt.

7. Frauenrecht 1980: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt gleichberechtigt

Worüber wir heute nur den Kopf schütteln können, war damals ganz normal! Bis zum Jahr 1980 durften Unternehmen für eine offene Stelle gezielt männliche Bewerber suchen. Und: Frauen bekamen einen niedrigeren Stundenlohn als Männer.

Noch heute verdienen Frauen teilweise weniger als Männer. Hier liest du, was es mit dem Gender Pay Gap auf sich hat und wie wir ihn schließen können.

8. Frauenrecht 1997: Vergewaltigung in der Ehe wird bestraft!

Der weibliche Körper wird auch heute noch sexualisiert, tabuisiert und Frauen Opfer von Gewalt. Doch: Die Situation heute ist mit der vor ein paar Jahren nicht vergleichbar. Denn wenn die Frau keine Lust auf Sex hatte, konnte sich der Mann ihn dennoch nehmen. Und das auch mit Gewalt! Erst die Strafrechtsreform im Jahr 1997 stellte alle erzwungenen, sexuellen Handlungen unter Strafe. Und das auch innerhalb der Ehe.

Rechte für Frauen
Vergewaltigungen werden nicht mehr akzeptiert(Photo: Jacob Lund/ shutterstock)

Wer heute das Zitat von dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang von Stetten aus dem Jahr 1995 liest, dem werden sich die Nackenhaare aufstellen, so grundlegend falsch klingt es: „Zum ehelichen Leben gehört auch, die Unlust des Partners zu überwinden. Der Ehemann ist nicht darauf aus, ein Verbrechen zu begehen – manche Männer sind einfach rabiater.“

9. Frauenrecht 2001: Frauen dürfen in Teilzeit arbeiten

Im Jahr 2001 hat sich noch mal etwas für die Frauenrechte getan! Denn Arbeitnehmerinnen haben seitdem Anspruch auf Teilzeit. Was die Freiheit der Frauen erweitert, ist gleichzeitig auch ein goldener Käfig. Denn tatsächlich arbeiten viel mehr Frauen in Teilzeit. 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Nur leider haben sie in Teilzeit oftmals schlechtere Chancen, auf den Chefsessel zu klettern.

10. Frauenrecht 2001: Frauen müssen Schläge nicht mehr hinnehmen

Wenn ein Mann seine Frau geschlagen hat, stand die Frau vor dem Nichts, wenn sie die Gewalt nicht mehr hinnehmen und ihn verlassen wollte. Denn sie musste die gemeinsame Wohnung verlassen. Seit 2001 muss allerdings der Mann für zehn Tage raus aus der Wohnung. Den betroffenen Frauen steht nicht nur eine Beratung zur Seite, sondern sie dürfen auch in der Wohnung bleiben.

11. Frauenrecht 2016: Ein Nein heißt Nein!

Früher haben sich Männer nur strafbar gemacht, die sexuelle Handlungen mit der Androhung oder Ausübung von Gewalt erzwungen haben. Doch seit dem Jahr 2016 gelten andere Regeln.

Jetzt reicht es auch, wenn die Frau ein einfaches Nein ausspricht. Von einem Frauenrecht wie in Dänemark oder Schweden, bei dem beide Sexpartner dem Geschlechtsakt eindeutig zustimmen müssen, sind wir dennoch weit entfernt.

Fazit: Diese Frauenrechte sind Meilensteine der Geschichte

Diese 11 Frauenrechte sind Menschenrechte! Sie haben uns nicht nur ermöglicht, wählen zu gehen und politischen Einfluss auf unser Land zu nehmen. Nein, dank ihnen dürfen wir Frauen auch selbst bestimmen, ob und wie viel wir arbeiten und sind endlich gleichberechtigt mit den Männern. Zumindest auf dem Papier.

Denn noch immer ist es kein Geheimnis, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Wie sich der Gender Pay Gap schließen lässt, erklärt eine Expertin in wmn.

Außerdem liest du hier, in welchen Berufen Frauen gut verdienen und wieso Mütter nach der Elternzeit die schlechteren Karten haben. Doch nicht nur im beruflichen Kontext sind wir von der Gleichberechtigung noch weit entfernt, sondern auch im Privatleben. Denn Frauen werden immer wieder Opfer von sexueller Gewalt.