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Black History Month: 3 schreckliche Gesetze, die es in Deutschland wirklich gegeben hat

Der Black History Month beschäftigt sich eindringlich mit der schwarzen Geschichte. Warum auch hier in Deutschland schreckliche Gräueltaten begangen wurden.

Black History Month
Der Black History Month gibt Einblicke in die schwarze Geschichte. Foto: Getty Images/ Amelie1

Im Jahr 1926 wurde erstmals der Black History Month in den Vereinigten Staaten gefeiert. Heute feiert man ihn auf der ganzen Welt und versucht so das Bewusstsein für die Geschichte zu schärften und Schwarze Menschen zu ehren. Hast du zum Beispiel gewusst, dass es auch hier in Deutschland schreckliche Gesetze gegen Schwarze Menschen gab? Wir haben dir drei davon herausgesucht, die nicht einmal 100 Jahre alt sind.

Black History Month 

Der Black History Month wurde 1926 von Carter G. Woodsen einem amerikanischen Historiker, eingeführt. In diesem Monat geht es vor allem um Themen rund um das Schwarzsein. So ist die Aufmerksamkeit im Black History Month auf Schwarze Identitäten und die Geschichte gerichtet. Dazu gibt es eine besonders in den sozialen Medien eine Menge aufschlussreiche Veranstaltungen, Artikel, Podcasts und auch Musik und Bücher.

In Deutschland feiert man den Gedenkmonat übrigens seit 1990. Doch warum fiel der Black History Month eigentlich auf den Monat Februar? Woodson wählte den Monat aus, weil der Februar ein wichtiger Teil der schwarzen Geschichte ist. So wurde nicht nur der ehemalige US-Präsident Abraham Lincoln geboren, sondern auch der berühmte afroamerikanische Dichter Langston Hughes.

Im Black History Month geht es auch um Aufklärung und Wissensverbreitung. Credit: Getty Images/ jacoblund

Im Jahr 1926 war von der Digitalisierung noch keine Spur und auch in den Geschichtsbüchern konnte man nichts über die Geschichte und die Traditionen der schwarzen Bevölkerung nachlesen, der Black History Month sollte diese Lücke füllen.

Schwarze Menschen in Deutschland 

Dass Schwarze Menschen teilweise schon seit dem Kaiserreich Teil der deutschen Gesellschaft sind, ist nur wenigen bekannt. So wurde in der Kongo-Konferenz im Jahr 1884/85 der Kontinent Afrika unter den europäischen Mächten aufgeteilt und auch der Reichskanzler Otto von Bismarck sicherte dem damaligen Kaiserreich einen Anteil.

In ihrem Buch Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1844 und 1945 beschreibt die Historikerin Katharina Oguntoye, wie die ersten Schwarzen Menschen nach Deutschland kamen. ,,Die Errichtung der deutschen Kolonien bildete die Voraussetzung für die nun erstmals in größerer Zahl stattfindenden Einreisen von Afrikaner*innen nach Deutschland.”

In den Kolonien bekamen Schwarze Menschen nicht nur eine Ausbildung in deutschsprachigen Schulen, sondern wurden auch als Dolmetscher für das Deutsche Reich eingestellt. Viele von ihnen wurden auch Teil der deutschen Kolonialtruppen und kämpften im Ersten Weltkrieg. Und dennoch bekamen sie nicht die Gleichberechtigung, die sie verdienten, wie aus einer Forderung der Dibobe-Petition hervorgeht. Den Namen bekam der Antrag aufgrund ihres Verfassers Martin Dibobe, der 1896 als Teilnehmer der ersten Deutschen Kolonialausstellung von Kamerun nach Berlin gekommen war. 

So forderte er: ,,Wir verlangen, da wir Deutsche sind, eine Gleichstellung mit denselben, denn im öffentlichen Verkehr werden wir stets als Ausländer bezeichnet. Dieses muss von der jetzigen Regierung durch öffentliche Bekanntmachung beseitigt werden.” 

Black History Month klärt auf: Gesetze im Nationalsozialismus 

Im Jahr 2013 veröffentlichte der Enkelsohn von Martin Diobe, Theodor Wonja Michael sein autobiografisches Buch Deutsch sein und schwarz dazu. Erinnerungen eines Afro-Deutschen. Diese Lektüre zeigt noch einmal deutlich, dass Schwarze Menschen bereits seit vielen Generationen in Deutschland Zuhause aber nicht willkommen waren. Schonungslos ehrlich und detailliert berichtet Michael von seinem Leben während des Nationalsozialismus. Wie die Pflegeeltern ihn wie einen Bediensteten behandelten und ihn als Kind zwangen, an sogenannten “Völkerschauen” teilzunehmen.

Rassismus in Deutschland
Diskriminierung und Verfolgung von Schwarzen Menschen fand auch in Deutschland statt. Foto: Unsplash /

Die Schwarzen Menschen in Deutschland waren zudem Opfer von Diskriminierung und Verfolgung. Doch auch die Gesetze machten ein normales Leben für Schwarze Menschen im Nationalsozialismus nicht möglich. 
Diese drei Gesetze hat es wirklich gegeben und sie sind nicht einmal 100 Jahre her: 

14. Juli 1933: Gesetz zur Zwangssterilisation Schwarzer Menschen 

Kurz nach der Machtübernahme der Nazis trat ein neues Gesetz in Kraft. Das ,,Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses” besagte, dass auch Menschen gegen ihren Willen unfruchtbar gemacht werden sollten. Dies begründeten die Nationalsozialisten damit, dass ein als ,,unwert” definiertes Leben erst gar nicht entstehen sollte. Im Zuge dessen wurden rund 400.000 Menschen zwangssterilisiert.

26. November 1935: Verbot der Eheschließung zwischen Schwarzen und anderen Deutschen 

Der weitverbreitete Propagandabegriff “Rassenschande” verbot sexuelle Beziehungen und Ehen zwischen Deutschen und “Nicht-Deutschen”. Verstieß man gegen das Gesetz wurde man entweder mit Zuchthaus oder Gefängnis bestraft. 

22. März 1941: Schulverbot für Schwarze Kinder 

Nach und nach verdrängten die Nationalsozialisten “nicht-arische” Kinder aus den öffentlichen Schulen. Da es laut dem Reichsministerium ,,unerträglich für deutsche Schüler und Schülerinnen ist, mit nicht-deutschen in einem Klassenraum zu sitzen.” 

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