Die Suche nach einem Therapieplatz kann ganz schön nervenaufreibend sein. Viele berichten gerade seit Zeiten der Pandemie von einem Überlauf an Patient:innen. Damit du nicht ewig im Telefonchaos versinkst, haben wir dir einen kleinen Guide zusammengestellt, der dich Schritt für Schritt durch die Therapieplatzsuche begleitet. 

Wie bekomme ich einen Termin?  

Die gute Nachricht: Du brauchst für ein therapeutisches Erstgespräch keine Überweisung deines Hausarztes, sondern kannst direkt mit der Suche starten. Dennoch kannst du dich dazu entscheiden, hausärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Manchmal kann dir deine Praxis nämlich eine Therapeutin oder einen Therapeuten empfehlen. 

Wo beginne ich also die Suche? Die Kontaktdaten von Therapeut:innen findest du am besten im Internet. Wenn du nicht einfach wild drauflossuchen möchtest, oder in der Angebotsauswahl bei Google versinkst, gibt es einige Websites, die dir Listen zusammengestellt haben. Die besten dazu sind die folgenden: 

Auch Ambulanzen von Hochschulen, Kliniken oder psychotherapeutischen Instituten bieten psychotherapeutische Behandlung an. In psychosozialen Beratungsstellen findet man häufig schneller Hilfe als gedacht. Informiere dich am besten, welche Anlaufstellen in deiner Nähe liegen. Wenn du noch studierst, empfiehlt es sich außerdem, deinen Unipsychologen / Unipsychologin zu kontaktieren. Dieses Angebot gibt es an fast allen Hochschulen und die Therapeut:innen können einige Gespräche mit dir führen und dich auf der Suche nach einem Therapieplatz begleiten. 

Auch die Möglichkeit der Online-Therapie erleichtert uns seit einiger Zeit die Suche, denn so wird das Angebot etwas flexibler für dich.  

Frau am Laptop
Die Internetsuche nach einer Therapie, kann dir durch einige Seiten etwas leichter gemacht werden. Foto: IMAGO Images / Westend61

Dringende Fälle: Wie kommt man schnell an einen Therapieplatz? 

Die Suche nach einem Erstgespräch kann sich in manchen Fällen um einige Monate ziehen. Wenn es dir akut nicht gut geht und du keine Zeit hast, dich auf eine Warteliste setzen zu lassen, kannst du dich an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Diese vermittelt dir ein Erstgespräch in einer Praxis in deiner Nähe innerhalb von vier Wochen. Das Gleiche gilt natürlich auch dann, wenn du selbst keinen Therapieplatz findest. 

Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, zögere nicht, dich an Krisenstellen zu wenden. Hier hast du die wichtigsten Anlaufstellen im Überblick: 

Hilfreiche organisatorische Fragen zum Therapieplatz  

Wenn du nun endlich ein Erstgespräch vereinbart hast, kann es sinnvoll sein, am Anfang einige Fragen zum Ablauf zu stellen. Fragen, die du zur ersten Sitzung auf dem Schirm haben solltest, können folgende sein: 

  • „Wie lange wird die Therapie voraussichtlich dauern?”  
  • „Wie läuft so eine Therapiesitzung ab?” 
  • „Wann werden die Sitzungen stattfinden?” 
  • „Was mache ich, wenn ich einen Termin nicht wahrnehmen kann?”   

Auch kann es sein, dass du am Anfang der Therapie darum gebeten wirst, Ziele anzugeben, die du mit der Therapie erreichen möchtest. Dabei kannst du allerdings ganz entspannt bleiben und diese auch ruhig erst im Laufe der Therapie gemeinsam mit deiner Therapeutin / deinem Therapeuten festlegen. Am Anfang entscheidet ihr euch auch gemeinsam für eine Therapieform. Die ersten zwei bis vier probatorischen Sitzungen dienen außerdem dazu zu entscheiden, ob die Praxis die richtige für dich ist.  

Noch eine gute Nachricht: Die Chancen stehen gut, dass deine Therapie (sofern es sich um eine Ersttherapie handelt), von der Krankenkasse übernommen wird. Doch bevor das passieren kann, muss dein Hausarzt einen sogenannten Konsiliarbericht ausfüllen, um zu bescheinigen, dass deine Beschwerden keine körperliche Ursachen haben. Die Unterlagen dafür bekommst du nach den probatorischen Sitzungen. 

Sobald der Antrag deines Therapeuten / deiner Therapeutin bei der Krankenkasse bewilligt wurde, bekommst du ein Schreiben, dem du die Anzahl der bewilligten Stunden entnehmen kannst. Auch können zwischen dem Antrag, also nach den probatorischen Sitzungen und dem Anfang der Therapie einige Wochen zur Bearbeitung vergehen. Wie lange das dauert, hängt in der Regel davon ab, wie schnell deine Krankenkasse ist. 

Frau schreibt auf einem Tisch sitzend
Sobald du deine Erstgespräche hattest, kann ein Antrag auf eine Therapie gestellt werden. Foto: IMAGO Images / Westend61

Fazit: Die Therapieplatzsuche erfordert Geduld 

Es ist definitiv nicht einfach, einen Therapieplatz zu finden. Deshalb ist es wichtig, dass du dir eine kleine Strategie zusammenstellst und beispielsweise Listen benutzt, die du abhaken kannst. Wenn du allerdings frühzeitig mit der Suche anfängst und etwas Geduld mitbringst, kannst du in absehbarer Zeit mit einem Therapieplatz rechnen. 

Weiterlesen:
Innere Unruhe? Das sind laut einer Expertin die Top 3 Stressquellen in deinem zu Hause
Grenzen setzen & authentisch leben: 5 Tipps, um für sich selbst einzustehen
Positiver Stress: Ab diesem Moment wird er negativ und schadet deiner Gesundheit
Therapie endlich zugänglicher machen: Ist Paartherapie online die Lösung?