Niemand ist gerne einsam. Tatsächlich fühlt sich das nämlich nicht nur unangenehm an, sondern kann sogar krank machen. Forscher:innen aus den USA und Australien haben nun in einer Studie herausgefunden, woher das Gefühl der Einsamkeit wirklich rührt. Erfahre hier, was sie außerdem vorschlagen, um das Gefühl hinter sich zu lassen.

Einsamkeit hat nicht zwingend etwas mit dem Alleinsein zu tun

Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl, welches als die wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und tatsächlichen sozialen Beziehungen definiert wird. Dabei ist sie abzugrenzen von der sozialen Isolation. Das heißt, dass man sich trotz anderer Menschen einsam fühlen kann.

Einsamkeit ist ebenso vom Alleinsein abzugrenzen. Nur weil jemand Zeit mit sich und ohne andere Menschen verbringt, ist er oder sie noch lange nicht einsam. Etwas Me-Time ist sogar wichtig, um die Energietanks neu aufzuladen.

Das gelingt jedoch nur, wenn man ein stabiles soziales Umfeld hat. Wer weiß, dass er im Zweifel jemanden zum Reden hat, kann sich zurückziehen, ohne sich einsam zu fühlen. Wer kein soziales Fundament hat, fühlt sich dagegen schnell einsam.

Risikofaktoren für Einsamkeit reichen von Armut über Partnerlosigkeit bis hin zu gesundheitlichen Einschränkungen. Aber auch während der Pandemie vermeldeten Menschen über alle Altersschichten hinweg, dass sie sich einsamer als zuvor fühlen.

Einsamkeit kann krank machen

Tatsächlich haben chronisch einsame Menschen ein erhöhtes Risiko für verschiedene körperliche wie mentale Erkrankungen. Neben Depressionen, Angststörungen und Schlafstörungen sind einsame Menschen anfälliger für Schlaganfälle, Herzinfarkte oder chronische Schmerzen, wie diverse Studien beweisen.

Vor diesem Hintergrund haben Forscher:innen der Harvard, Standford und Curtin University sowie der University of Western Australia in einer Studie versucht, Faktoren für die Einsamkeit herauszuarbeiten.

Die Psychology Today berichtete in einem Artikel von der Studie. Besonderes Augenmerk legten die Wissenschaftler:innen bei ihrer Untersuchung auf folgende Frage: Wie wirkt sich unser Umgang mit Gefühlen auf unsere Einsamkeit aus?

Wie wirkt sich unser Umgang mit Gefühlen auf unsere Einsamkeit aus?

Im Ergebnis fand die Studie eine klare Antwort auf diese Frage. Wie wir mit unseren Gefühlen umgehen, hat einen gewaltigen Einfluss auf unser Einsamkeitslevel. Insgesamt legte man 501 Proband:innen Fragebögen vor, in dem sie angeben sollten, wie einsam sie sich fühlen und wie sie mit ihren negativen Emotionen umgehen.

Dabei zeigte sich, dass gewisse Bewältigungsstrategien das Einsamkeitsgefühl deutlich erhöhen. Ständiges Grübeln, Schuldzuweisungen (an sich oder andere), das Ausmalen von Worst-Case-Szenarien, das Unterdrücken negativer Gefühle, der absichtliche soziale Rückzug und die Ablehnung von Hilfe durch andere waren die gravierendsten Faktoren.

Wie man seiner Einsamkeit entkommt

Das Problem: Wie wir mit negativen Gefühlen umgehen, basiert auf lang erlernten und teils genetisch veranlagten Mechanismen, die wir nicht einfach so ändern können. Einfach die Einstellung zu ändern und weniger einsam durchs Leben zu gehen, ist also gar nicht mal so leicht. Die Wissenschaftler:innen machen den Einsamen dieser Welt dennoch Mut.

Zwar ist es nicht leicht, die Art und Weise, mit Gefühlen umzugehen, zu verändern, aber es ist nicht unmöglich. Sie meinen, dass der erste Schritt aus der Einsamkeit heraus der wäre, sich selbst zu reflektieren.

Wer sich einsam fühlt, soll sich demnach selbst beobachten und herauskristallisieren, welche Mechanismen bisher zutage traten. Bist du etwa einsam und ziehst dich noch mehr zurück oder versucht die negativen Gefühle einfach zu unterdrücken, indem du lustige Serien schaust?

Wer feststellt, dass negative Mechanismen zutage treten, sollte daran arbeiten, Probleme aktiv anzugehen. Statt dich unter deiner Decke zu verstecken, solltest du dich vielleicht einfach mit einem Kollegen oder einer Kollegin treffen und darüber sprechen, was dich beschäftigt.

Die Aussage der Forscher:innen ist deutlich: Nehmt euer Glück in die Hand, indem ihr euch reflektiert und andere Strategien als bisher nutzt. Wer nicht aus eigener Kraft aus seiner Einsamkeit kommt, sollte jedoch nicht davor zurückschrecken auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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