Hast du dich bereits selbstzerstörerisch verhalten? Denkst du manchmal, dass du nicht gut genug bist, um etwas Bestimmtes zu erreichen? Oder fehlt dir oft die Motivation, wichtige Dinge zu erledigen? Hier erfährst du, an welchen Anzeichen du dein selbstzerstörerisches Verhalten festmachen kannst und wie du selbst aktiv dagegen vorgehen kannst.

1. Selbstkritik

Gibt es eine Stimme in deinem Kopf, die dich mit Selbstzweifeln erfüllt? Sie sagt dir, dass du nicht gut genug bist, wodurch es dir im Endeffekt an Selbstvertrauen fehlt. Falls du nach Ausreden suchst, warum du Dinge, die du erreichen möchtest, nicht tun oder haben kannst, bist du dir gegenüber vielleicht zu kritisch.

Übermäßige Selbstkritik kann dazu führen, dass du deine Errungenschaften nicht anerkennst und sie nicht wertschätzen kannst. Wenn du dich von vergangenem Scheitern hemmen lässt oder dir sagst, dass du nicht genug geschafft hast und andere deutlich mehr erreicht haben, dann wirst du glauben, dass das Problem in deiner Persönlichkeit liegt.

Falls du kein Lob akzeptieren kannst, deutet das darauf hin, dass du in die Falle der Selbstkritik geraten bist. Wenn dir der Glaube an dich selbst fehlt, kannst du dir selbst schaden, um einen konkreten Grund für ein mögliches Scheitern parat zu haben.

Wie man mit Selbstkritik aufhört:

Versuche ein bisschen Abstand zu deiner Situation zu schaffen und dich von außen zu betrachten. Ganz objektiv gesehen, was hast du in letzter Zeit gut gemacht? Wenn deine Leistungen von einer anderen Person erbracht worden wären, wärst du ihnen auch so kritisch gegenüber?

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Manchmal verschließen wir die Augen vor dem Positiven und können nur das Negative sehen. Foto: imago images/Addictive Stock

2. Negativität

Du siehst die positiven Dinge im Alltag nicht und verschaffst deinem Unmut durch zynische Kommentare Luft. Jeder fokussiert sich manchmal zu sehr auf negative Dinge, doch bei Menschen mit selbstzerstörerischem Verhalten ist diese Art besonders ausgeprägt. Das führt dazu, dass man Beurteilungen und Missbrauch schneller akzeptiert als gewöhnlich.

Diese Negativität verursacht Gefühle der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit, die diesen Teufelskreis weiter befeuern. Diese anhaltende Unzufriedenheit und Enttäuschung macht deine Gesellschaft weniger angenehm, weshalb sich manche Menschen eher von dir fernhalten.

Wie man mit Negativität aufhört:

Behalte deine Beobachtungen für dich. Negativität ist wie ein Virus, der deinen Geist befällt und dem Positiven in deiner Seele schadet. Auch wenn es leichter gesagt ist, als getan, versuche, das Positive zu erkennen. Wenn du die Negativität mit guten Gedanken bekämpfst, kannst du dein Selbstbild aufwerten und deine Beziehungen zu deinen Mitmenschen verbessern.

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Hast du das Gefühl, dass du deine Erfolge wirklich verdient hast, oder leidest du eventuell auch an dem Hochstaplersyndrom. Foto: IMAGO/Westend61

3. Hochstaplersyndrom

Hierbei sehen sich Betroffene als Betrüger und haben das Gefühl, nicht gut genug zu sein, um ihre Erfolge zu verdienen. Per Definition ist das Hochstapler-Syndrom ein Zustand, in dem man sich trotz offenkundigen, wohlverdienten Errungenschaften für unfähig hält. Man denkt, dass man als einziger des Erfolges unwürdig ist.

Möglicherweise fragst du dich in der Arbeit, warum dir solch verantwortungsvolle Aufgaben übertragen werden. Möglicherweise suchst du dir keine Unterstützung, da du dich dann als weniger kompetent entlarvt fühlen würdest.

Wie man das Hochstolpersyndrom bekämpft:

Führe dir täglich vor Augen, dass du allein mit deinen Fähigkeiten für deinen Erfolg verantwortlich bist. Dein Wesen, deine Überzeugungen und deine Handlungen unterliegen alle deiner Kontrolle. Dein Erfolg ist also aus deiner hervorragenden Arbeit erwachsen.

Forschungen haben ergeben, dass etwa 70% aller Menschen in ihrem Arbeitsleben einmal von diesem Phänomen betroffen sind. Man verabschiedet sich besser heute als morgen davon und versucht, seine Fähigkeiten anzuerkennen.

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Die sozialen Medien laden dazu ein, sich permanent zu vergleichen. Das kann schnell ein Teil eines selbstzerstörerischen Komplexes werden Foto: imago images/Westend61 /

4. Vergleichen

Tendierst du dazu, dich mit anderen Menschen zu vergleiche und zu analysieren, was dir oder dem anderen fehlt? Besonders durch die sozialen Medien wird dieser Prozess geradezu befeuert. Ein Vergleich wird dich nicht zu höheren Leistungen beflügeln, sondern wird dir Gefühle der Minderwertigkeit und Unterlegenheit geben. Anschließend fühlt man sich schlecht und verliert den Glauben in die eigenen Fähigkeiten.

Wie man mit dem Vergleichen aufhört:

Denke an alle deine Stärken, die dich ausmachen. Sage diese Stärken täglich auf, um deinen Glauben daran zu verinnerlichen. Schreibe zunächst deine wichtigsten Stärken und dann die Dinge, die du in deinem Leben am meisten schätzt, auf.

Wenn du das nächste Mal einen Vergleich zu einer anderen Person ziehst, konzentriere dich auf eure Gemeinsamkeiten. Oder betrachte im Optimalfall die Dinge, die du im Gegensatz zu anderen Person hast.

5. Sabotage von Beziehungen

Im Grunde fühlen sich selbstzerstörerische Menschen nicht liebenswürdig. Die Liebe zu sich selbst ist sehr gering. Deshalb tolerieren sie in gewisser Weise keine Beziehung, in der alles gut läuft. Seltsamerweise tun sie alles in ihrer Macht Stehende, um eine Beziehung zu beenden, wenn sie sich geliebt oder geschätzt fühlen. Sie fühlen sich in der Rolle des Opfers wohler. Sie bevorzugen es, ihr Glück zu verlieren, um sich darüber beschweren zu können.

Darüber hinaus sind solche Menschen sehr launisch und anspruchsvoll. Es kann passieren, dass die betroffene andere Person davon überzeugt ist, dass es keinen Sinn hätte, eine Beziehung zu ihnen zu erhalten, oder dass die Zuneigung, die sie erfahren, kein Fundament hätte. Die Sabotage erfolgreicher Beziehungen ist eine Möglichkeit, sich zu versichern, in der selbstzerstörerischen Position bleiben zu können.

Wie man mit Sabotage aufhört:

Reflektiere dich immer wieder, bevor du eine Beziehung eingehst und auch in der Beziehung. Oft kann es auch hilfreich sein, sich einen längeren Zeitraum nicht in eine Beziehung zu begeben, solange du das Gefühl hast, du könntest sie gefährden. Dadurch hast du mehr Zeit, dich auf dich und dein Verhalten zu konzentrieren.

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Manchmal lohnt es sich, seinen Fokus neu auszurichten. Foto: Getty Images/ Klaus Vedfelt /

6. Falscher Fokus

Du beschäftigst dich in erster Linie mit Mängeln und Unzulänglichkeiten, statt dich auf positive Dinge zu konzentrieren. Dadurch willst du nur Sachen, die du nicht wirklich brauchst.

Wie man sich richtig fokussiert:

Fange an, die kleinsten Dinge, die du hast, zu schätzen. Sei stolz auf deine Talente und betrachte sie als Geschenk. Leistungen und Fortschritte in einem Tagebuch niederzuschreiben, kann dir helfen, deinen Selbstwert zu steigern.

Überlege dir am Ende jedes Tages, was geklappt hat und womit du zufrieden bist. Wechsle von einer negativen zu einer positiven Perspektive, um die Dankbarkeit in deinem Leben zu trainieren. Je dankbarer man ist, desto höher stehen die Chancen, dass man Glück und Zufriedenheit finden wird. Zudem wird das selbstschädigende Verhalten gesenkt.

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Selbstopferung ist nicht immer ein Beweis deiner Gutmütigkeit Foto: Getty Images/ stefanoborsani

7. Unnötige Selbstaufopferung

Das Leben kann Opfer verlangen. Diese sind jedoch nur sinnvoll, wenn sie auf ein höheres Gut ausgerichtet sind. Beispielsweise, wenn sie ein notwendiger Schritt sind, um mehr Wohlbefinden zu erlangen. Wenn sie jedoch zu einer konstanten Bedingung werden, so entsprechen sie selbstzerstörerischem Verhalten.

Manche Menschen nehmen an, dass Selbstaufopferung ein Test ihrer Gutmütigkeit, ihres guten Charakters oder Altruismus wären. Doch im Hintergrund begehen sie einen Akt der Selbstsabotage. Was dieses Verhalten verbirgt, ist ein Verzicht auf Wünsche, Träume und Errungenschaften. Eine schmerzhafte Situation wird nur aufrechterhalten, um die Chancen auf Gesundheit zu reduzieren.

Wie man mit Selbstaufopferung aufhört:

Stelle dir folgendes Szenario vor, was würde passieren, wenn du diese ganzen „Opfer„, die du permanent bringst, nicht mehr tolerieren würdest. Wären die Veränderungen in deinem Leben so radikal, dass es diese Handlungsweise rechtfertigt? Wenn nicht, ist es das Zeichen, nicht länger auf deine Wünsche und Träume zu verzichten.

Das Selbst in selbstzerstörerischem Verhalten ist entscheidend

Diese Art von Verhalten spricht von unverarbeiteten Erfahrungen und Schwierigkeiten in der Kreation des Selbstbildes. Selbstzerstörerische Menschen sind vor allem Opfer ihrer selbst. Sie sind in diesem Zustand gefangen und können sich nicht dagegen wehren.

Natürlich haben Menschen mit diesen Eigenschaften Schwierigkeiten, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen. Aber darüber hinaus haben sie große Probleme mit der Selbstwahrnehmung. Es ist, als wären sie in einem Spiegel gefangen, der sie verzerrt reflektiert. Aber es ist wichtig nicht zu vergessen, dass wir die Kontrolle über uns selbst haben und über unsere Handlungsweisen.