Schluss mit der Fear of missing out (kurz FOMO), Schluss mit den Stunden, in denen wir auf Instagram unser Leben vergleichen und Schluss mit den zittrigen Händen, weil wir etwas verpassen könnten. Her mit dem Gegentrend Joy Of Missing Out (kurz JOMO), her mit mehr offline Zeit, die wir allein für uns nutzen können und her mit der bewussten Entscheidung, etwas zu verpassen.

Erfahre hier, was es mit dem JOMO Trend auf sich hat und warum ein Instapic vom Faulenzen rein gar nichts mit der Joy Of Missing Out zu tun hat.

Aus FOMO wird JOMO

Nachdem die Fear of missing out es bereits in das Oxford Wörterbuch geschafft hat, ist es höchste Zeit, dass ein Gegengefühl unsere Generation erobert: Die Joy of missing out beschreibt die Freude daran, Events auch mal zu verpassen und sich eine Zeit lang, digital zu disconnecten. 

FOMO: noun, Anxiety that an exciting or interesting event may currently be happening elsewhere, often aroused by posts seen on social media. – Oxford Wörterbuch

Die Bestrebungen danach sind mehr als verständlich: Viele sind derart getrieben durch den ständigen Blick aufs Handy, dass nur eine Stunde ohne bereits zu nervösen Anfällen führt. In einer Welt, die täglich schneller zu werden scheint, war es für viele das höchste Ziel, Schritt zu halten. 

Frau Muschel
Statt ständig am Handy zu hängen, möchte die JOMO eine Rückbesinnung auf das Hier und Jetzt!(Photo: imago images/Westend61)

FOMO ist überholt 

Viele wollten jede Information, jedes Event und jeden Trend mitnehmen. Eben weil sie jung, woke und immer up to date sein wollten. Mittlerweile müssen die meisten kapitulieren und sich eingestehen, dass das erstens nicht möglich und zweitens immens ungesund ist. 

Ungesund, weil FOMO vor allem durch soziale Netzwerke begünstigt wird, die mehreren Studien zufolge zudem Depressionen und Ängste begünstigen. Der ständige Blick aufs Handy, das zur Gewohnheit gewordene Scrollen durch den Feed und der stetige Vergleich mit anderen machen mürbe

JOMO bedeutet offline!

Vielen kommt der Gegentrend der Joy of Missing out da gerade recht: Sie wollen entschleunigen, sich in Achtsamkeit üben und nicht ständig erreichbar sein. Wer dem JOMO Trend folgt, der genießt seine offline Zeit, lebt im Hier und Jetzt und weiß, dass es auch mal ohne digitale Technik geht. Manche erfreuen sich vor allem der Nostalgie, für eine kurze Zeit so zu leben, wie ihre Eltern es im gleichen Alter auch mussten.

Viele verkriechen sich dafür zu Hause auf die Couch und werfen sich einen alten Film an, andere wagen es gar ohne Smartphone das Haus zu verlassen. Doch dann gibt es da auch solche, die können es nicht lassen: Sie posten Bilder von sich im cozy knitwear kuscheloutfit und im Hintergrund leuchtet nicht nur das Kerzenlicht, sondern auch das Netflix Markenlogo flimmert uns entgegen. #JOMO#joyofmissingout darf in der Bildunterschrift nicht fehlen. 

Das hat rein gar nichts mit der Joy of missing out zu tun. Denn die meisten werden ihr Handy nach dem Post nicht ausschalten und weglegen. Die meisten werden dagegen darauf warten Likes, Kommentare und Nachfragen zum Film zu bekommen. Bestätigung und Aufmerksamkeit nach solchen Postings zu erwarten, hat nichts mit JOMO zu tun. Ganz im Gegenteil: Hier reißt der Teufelskreis des Instagram Effekts nicht ab. 

Wie wir das Verpassen genießen können

Bei der JOMO geht es darum, der Online Welt zu entsagen, ganz gleich wie lang oder in welchem Ausmaß. Was wir dabei nie vergessen dürfen: Hierbei handelt es sich um ein echtes Privileg. Die bewusste Entscheidung, Nachrichten und Privatangelegenheiten auf Eis zu legen, ist keinesfalls eine Möglichkeit, die der gesamten Welt zusteht. Viele haben schlicht gar keine digitale Infrastruktur, noch die Endgeräte, um sich überhaupt vernetzen und informieren zu können. 

Dennoch kann die Joy of Missing out uns vom alltäglichen Ballast befreien, unser Selbstbewusstsein stärken und uns bei der Rückbesinnung auf uns selbst helfen. 

Frau cheerful
Was macht dich glücklicher? Draußen sein und nach oben blicken oder drinnen auf dein Smart Phone gucken?(Photo: imago images/Westend61)

1. Reflektieren

Wenn du später alt im Schaukelstuhl sitzt, möchtest du dann auf dein Leben zurücksehen und wissen, dass du die Hälfte des Tages am Handy gehangen hast? Was hättest du lieber getan? Natürlich kann das nun romantisch verklärt wirken, sich diese Frage zu stellen. Doch werden die meisten dadurch erkennen, dass der Social Media Konsum nicht das Gelbe vom Ei ist. 

Tipp: Einfach mal nachsehen, wie viel Zeit man wirklich am Display hängt. 

2. Digital Detox

Schalte dein Handy aus oder versetze es in den Flugmodus, wenn du es nicht sogar gleich ganz zu Hause lässt. Entsage den sozialen Netzwerken für einige Zeit. Ob für zwei Stunden oder einen gesamten Urlaub, bleibt dabei dir vorbehalten. 

Stattdessen: Tue, was dich glücklich macht. Und hör auf, dich über die sozialen Netzwerke selbst zu vermarkten währenddessen du deinem persönlichen Hobby nachgehst. 

Frau Strand
Mache etwas für dich, frei von Verantwortung & Verpflichtung.(Photo: imago images/Westend61)

3. Ankommen

Niemand wird heute völlig sein Smartphone aufgeben, immerhin kommunizieren und informieren wir uns damit. Darum geht es bei der JOMA auch gar nicht. Es geht darum, ab und zu im Hier und Jetzt zu leben. Auch mal nach oben zu gucken, statt ständig auf das Smartphone. Ankommen – ohne das ständige Gefühl zu haben, etwas tun zu müssen.

Joy of missing out: Ein Gefühl, das jeder kennen sollte

Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest lieber Zufriedenheit im Offlinesein empfinden, als in ständiger Angst zu leben, etwas zu verpassen? Wir haben einige Tipps für dich, die dir deine offline Zeit versüßen:

So lässt sich das Meditieren lernen, so wirst du deinen Mental Load los und darum lohnt es, auch mal allein in den Urlaub zu fahren.