Es sind komische Zeiten, in denen wir leben. Gerade die Millennials haben an einer Menge Problemen zu knabbern: Coroana nimmt uns die Jobs und die Lebensgrundlage weg und dementsprechend fühlen sich viele  unnütz in dieser neuen Welt. Nicht jeder ist systemrevelant, viele sind auch einfach nur relevant. Da sind die Symptome für eine Quarter Life Crisis vorprogrammiert.

Hinzu kommen die Probleme, mit denen Millennials ohnehin immer zu kämpfen haben. Berufseinsteiger oder frisch gebackene Studiumsabsolventen stehen vor den großen Fragen des Lebens: Wo will ich hin? Ist dieser Weg der richtige, um dorthin zu gelangen? Bin ich gut genug? Sind die anderen alle besser, glücklicher, stärker und schlauer?

Die Symptome einer Quarter Life Crisis

  • Gefühlte Orientierungslosigkeit
  • Zukunftsängste
  • Infrage stellen aller Entscheidungen, die ich bis jetzt getroffen habe
  • Subjektiv schlechte Lebenssitatuation

Die Symptome der Coronadepression

  • Wut
  • Existenzängste
  • Objektive Verschlechterung der Lebenssituation (beispielsweise monetär)

Symptome, die bei beiden aufteten

  • Frust & Unzufriedenheit
  • Schlafstörungen
  • In sich zurückziehen
  • viel Grübelei
  • Nicht mehr Geld ausgeben als unbedingt nötig

Frau auf Boden
Man darf seine mentalen Probleme nicht unter den Tisch kehren.

Keines der beiden Probleme auf die leichte Schulter nehmen

Die Symptome der Quarter Life Crisis sind genauso ernst zu nehmen wie die einer coronabedingten Depression. Nur sollte man ihnen unterschiedlich begegnen.

Die Quarter Life Crisis ist ein subjektives Gefühl, das meist bei Menschen zwischen 20 und 30 Jahren auftritt. In dieser Zeit werden viele das erste Mal mit dem “echten” Leben konfrontiert: Raus aus dem Kokon des Studiums, rein in die gemeine Arbeitswelt. Nach ein paar Jahren wird ihnen meist erst wirklich klar, wie teuer und kompliziert das Leben doch ist.

Gerade in Zeiten von Corona ist es für junge Menschen besonders schlimm. Die Uhren ticken nicht mehr so wie noch vor zwei Monaten. Die Welt steht Kopf und nichts, was uns vor der Krise auf Trab gehalten hat, scheint mehr wichtig zu sein.

Depression
Angst vorm Coronavirus? So bremst du deine Furcht aus.

Unterschiedliche Probleme, aber nur ein Lösungsansatz

Die Symptome der Quarter Life Crisis und der Coronadepression drehen sich alle um ein zentrales Thema: dich. Es liegt nahe, dass du dich mit dir selbst beschäftigen solltest, um dort wieder herauszukommen.

Die Psychologin Dr. Steffi Burkhart erklärt im Interview mit der Zeit, dass Menschen in Krisensituationen dazu tendieren, sich an anderen zu orientieren. Bei all den Vergleichen vergessen wir, auf die eigene innere Stimme zu hören, die uns aber so viel über uns selbst beibringen kann.

Um die Symptome einer Quarter Life Crisis zu bekämpfen, sollte man also versuchen, so rational wie möglich zu handeln. Wichtig ist dabei, nicht nur auf das gute oder schlechte Zureden anderer zu hören. Genährt werden solche Krisen vor allem durch mangelndes Selbstvertrauen und Ungeduld. Beides große Tugenden der Millennials. 

Love it, change it or leave it.

– Psychologin Dr. Steffi Burkhart

Dieses Lebensmotto bringt die Psychologin in jede Lebensphase mit hinein. Wenn du etwas liebst, dann sollte alles bleiben, wie es ist. Wenn du es nicht liebst, dann hast du zwei Möglichkeiten: Veränderung oder aufgeben. Um das zu entscheiden musst du wissen, an welchen Stellschrauben deiner Situation du selbst drehen kannst. In einer Quarter Life Crisis ist es immer möglich, sich dagegen zu wehren, was du fühlst.

Corona & die Quarter Life Crisis sind beides Krisen

Steffi Burkhart formuliert es so: Aus Krisen folgen immer große Veränderungen, denn sonst bleibt alles so wie es ist. Eine Quarter Life Crisis zeigt uns auf, dass wir so nicht mit unserem Leben weitermachen wollen. Die Coronakrise fordert gerade, dass die Welt sich ihr anpasst und dass wir für die Zukunft aus ihr lernen. 

Corona verändert die Welt

Schon jetzt haben wir gesehen, wie schnell sich unsere Arbeitswelt, das Familienleben und das Sozialleben grundlegend verändern können. Auch langfristig werden wir wohl nicht mehr zu der Welt zurückkehren können, die wir vor der Krise hatten. Mehr zu den gesellschaftlichen Veränderungen nach Corona erfahrt ihr von Dr. Matthias Horx und seinem Ansatz der Regnose.

Wenn du in einer Coronadepression steckst, ist diese wahrscheinlich nur temporär, denn sie ist extrinsisch motiviert. Nicht du bist das Problem, sondern deine Außenwelt. Versuche also mit folgenden Fragen deiner Coronadepression entgegenzusteuern: Was kann ich mit meiner neu gewonnen Freizeit (in der Kurzarbeit oder als Arbeitslose/r) anfangen, um produktiv zu bleiben? Kann ich die Coronakrise auch  als Chance für mich nutzen? 

Frau die mit Ursachen von Burnout kämpft
Burnout kann viele Ursachen haben. Leider sind besonders Frauen betroffen.

Die Quarter Life Crisis ist dein eigenes Bier

Obwohl die Symptme der Quarter Life Crisis ähnlich sind, gibt es doch große Unterschiede. Eine Quarter Life Crisis spielt sich eigentlich nur in deinem Kopf ab und du musst diese Veränderung selbst forcieren. Da jeder anders denkt und jede Krise unterschiedlich ist, gibt es keine goldene Regel, um aus dem Tief herauszukommen.

Der erste wichtige Schritt ist aber zu wissen, dass du in einer Quarter Life Crisis stecken könntest. Du solltest dir bewusst werden, dass die Welt gerade nicht untergeht, sondern dass du selbst gerade nicht den richtigen Platz zu haben scheinst. Das bedeutet nicht, dass deine Krise weniger schlimm ist. Es bedeutet nur, dass du dich besser dagegen wappnen kannst. 

Stelle dir die folgenden Fragen und beantworte sie ehrlich: Was machst du am liebsten den ganzen Tag? Liebst du deinen Partner wirklich, oder willst du nur nicht alleine sein? Wie wichtig ist es dir, was andere von dir denken? Die Antworten auf diese Fragen können dir dabei helfen, dich selbst besser kennenzulernen. Das ist übrigens nicht das Gleiche wie Selbstoptimierung. Akzeptiere dich erst einmal mit allen deinen Fehlern.

Noch mehr Psychologie?

Tu auch mal was für dich selbst. Gerade Millennials neigen dazu, sich zu übernehmen und bekommen schnell ein Burnout. Wenn du merkst, dass dir dein Mental Load zu viel wird, dann halte dich an unsere Schritte.

Wenn du das Gefühl hast, gerade in eine Depression zu schlittern, solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe holen. Die Deutsche Depressionshilfe ist die erste Anlaufstelle für viele Menschen in dieser Situation. Unter der Nummer 0800 3344533 sind Anrufe komplett kostenfrei.