Veröffentlicht inPsychologie

4 versteckte Anzeichen für ein Burnout, die oft ignoriert werden

Ein Burnout zu erkennen und die Anzeichen eindeutig zuzuordnen, ist nicht immer so einfach. Manches erkennt man nur, wenn man ganz genau hinsieht.

Burnout
u00a9 Getty Images/ Juan Molina Ronquillo / EyeEm

Leidest du an einem Beziehungs-Burnout

Immer mehr Menschen kämpfen am Arbeitsplatz mit Burnout. Doch wusstest du, dass die Gründe nicht immer im Job liegen? Auch toxische Liebe kann dazu führen.

Im Jahr 1974 etablierte der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger den Begriff Burnout. Das viele Arbeiten führte bei Freudenberger dazu, dass er sich über einen längeren Zeitraum erschöpft und ausgebrannt fühlte. Der Psychoanalytiker beschrieb die Krankheit als eine Art Risikosituation, die, wenn man nichts ändert, auch zu psychischen und psychosomatischen Störungen führen könne. Heute leiden schätzungsweise vier Prozent der Bevölkerung unter dem Syndrom. Welche Burnout-Anzeichen du meist erst auf den zweiten Blick erkennst, haben wir für dich in diesem Artikel zusammengefasst. 

4 Anzeichen für Burnout, die wir nicht erkennen

Burnout kann jede:n treffen und daher ist es umso wichtiger, sich mit den Anzeichen vertraut zu machen. Nur so ist es möglich, rechtzeitig einzugreifen und nicht zu riskieren, dass sich die Symptome verstärken. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass ein Burnout sich langsam anschleicht. Das wusste auch schon Herbert Freudenberger vor knapp 50 Jahren.

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Im Zuge seiner Recherche hat er dazu ein Zwölf-Phasen-Modell entwickelt. Daraus resultiert, dass die Symptome zunächst mit übertriebenem Ehrgeiz, Perfektionismus und der Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse startet. Die letzte Phase ist geprägt von totaler körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung. Damit du diese Schlussphase nicht erreichst, zeigen wir dir nun Anzeichen, die für einen Burnout sprechen.

1. Du bist immer gereizt 

Mal gereizt zu sein, kommt auch bei den entspanntesten Menschen vor. Gefährlich wird es jedoch dann, wenn die Gereiztheit Überhand nimmt. Das weiß auch die Geschäftsführerin der American Psychiatric Association, wie sie dem Self-Magazin erklärt. „Wenn man ständig eine negative Einstellung zum Leben hat und schnell an die Decke geht, kann das schon ein subtiles Symptom für einen Burnout sein“, erklärt Rebecca Brendel. Meist geht die Gereiztheit auch noch mit weiteren Symptomen wie Antriebslosigkeit oder Erschöpfung einher. 

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Stress und Überarbeitung zählen zu den Hauptursachen von Burnout. Foto: Getty Images/ ljubaphoto

2. Kleine Aufgaben überfordern dich 

Körperlich und emotional erschöpft zu sein, macht sich auch im alltäglichen Leben bemerkbar. In diesem Zustand ist es fast nicht machbar, auch kleine Aufgaben zu bewältigen. Der Geschäftsführer einer Bildungsplattform für psychische Gesundheit, Pooja Lakshmin weiß, wie sich das im Beruf und Privatleben äußern kann. „Die Person, die unter Burnout-Symptomen leidet, gerät schnell aus der Fassung, wenn man eine kleine Bitte an sie richtet“, so Lakshmin zum Self-Magazin. Das führt dann dazu, dass beispielsweise die Bitte nach einer kurzen Arbeits-Mail ausreicht, um die Person in die Enge zu treiben. 

Du hast das Gefühl, dass deine Leistungsfähigkeit immer weiter sinkt und du deine emotionalen Ausbrüche nicht mehr steuern kannst? Außerdem überfordert es dich bereits, mit Freund:innen essen zu gehen? Dann kann das laut Lakshmin auf Burnout hindeuten. 

3. Du wirst vergesslich 

Burnout kann sich laut verschiedener Studien auch auf das Gedächtnis auswirken. Die Folge: Du wirst vergesslich und machst immer mehr Fehler bei der Arbeit. Das können schon scheinbar kleine Missgeschicke sein, wie zum Beispiel das Nicht-Abschicken einer Mail oder das Öffnen eines Dokuments, ohne zu wissen, warum man es eigentlich öffnen wollte. Schleichen sich diese Fehler immer öfter in deinen Arbeitsalltag ein, kann auch das für einen Burnout sprechen. 

4. Du vernachlässigst deine Routinen 

Das dreckige Geschirr stapelt sich in deiner Küche, du lebst seit Wochen in deiner Jogginghose und zum Einschlafen brauchst du mindestens ein Glas Wein? Was auf den ersten Blick klingt wie ein faules Wochenende, kann, wenn sich dieser Zustand bereits seit Wochen zieht, ein mögliches Anzeichen für einen Burnout sein. Auch hier spielt das Ausgebrannt sein eine große Rolle, da man selbst für die alltäglichen Dinge wie einen Abwasch keine Kraft mehr hat. 

Burnout-Anzeichen: Es ist wichtig, sie rechtzeitig zu erkennen 

Auch wenn die Anzeichen auf den ersten Blick relativ harmlos erscheinen, können sie, wenn sie dauerhaft auftreten, ein ernstzunehmendes Zeichen für einen Burnout sein. Deshalb ist es wichtig, diese nicht zu ignorieren, sondern bereits etwas zu unternehmen, wenn sich dein Gemütszustand drastisch ändert. Versuche, dich und deinen Körper besser kennenzulernen und vor allem ehrlich mit dir zu sein, wenn du Veränderung in deiner psychischen und physischen Gesundheit bemerkst. Nur so kannst du dir, rechtzeitig Hilfe holen und dich vor der kompletten Ausgebranntheit schützen.