Einige Menschen sind mit einem fotografischem Gedächtnis geboren, andere einfach mit einem IQ jenseits der 100 und dann gibt es uns: die Normalos. Aber auch wir können mit den richtigen Methoden effektiver und besser lernen. Sherlock macht es vor!

Besser lernen mit Tipps von Sherlock & The Mentalist

Was ist lernen eigentlich? Lernen beinhaltet viele Faktoren, wie die Fähigkeit sich Dinge zu merken und anzuwenden. Aber auch Problemlösungs- oder Assoziationsvermögen sind wichtig. Wir haben uns heute dem Teil des „Merkens“ gewidmet, der in Schule und Uni bei Faktenwissen unerlässlich ist.

Frau vor einer Holowand
In deinem Beruf musst du dir viele Zahlen merken? Dann ist die Loci-Methode perfekt.

Methode 1: Besser merken mit der Loci-Methode

Die Loci-Methode trägt ihren Namen aus dem lateinischen Wort Locus, also Ort. Sie verknüpft Informationen mit Orten, die wir kennen und an die wir uns bildhaft erinnern können. Die Loci Methode gehört zu den beliebtesten Methoden, um sich mehr zu merken und besser zu lernen.

Wozu ist sie gut? Die Loci-Methode ist perfekt geeignet für alles, was in die Rubrik Auswendiglernen gehört. Du kannst sie besonders für kurzfristiges Wissen nutzen.

Besser lernen: Grundriss
Lege Informationen an Orten ab, die du im Schlaf ablaufen könntest.

So geht’s: Man stellt sich einen Ort vor, den man kennt. Das kann das eigene zu Hause sein oder ein der Vorlesungsraum. Es reicht auch schon dein Zimmern oder dein Garten.

Anschließend legst du die zu lernen Infos an bestimmten Orten und Zimmern ab und verknüpfst sie mit diesem Ort. Da du den Ort auswendig kennst, kannst du ihn das nächste Mal in Gedanken ablaufen und die dazugehörigen Informationen abrufen. Je besser du wirst, desto mehr Orte, Zimmer, Routen oder Accessoires kannst du verknüpfen.

Beispiel: Du möchtest dir zum Beispiel die 5 Kontinente merken und nimmst dafür dein Elternhaus. Versuche nun, Assoziationen zu erzeugen mit den Räumen. Afrika liegt zum Beispiel in der Küche, weil es dort so heiß ist. Südamerika im Badezimmer, weil es dort feucht ist, wie im Regenwald. Europa ist das Esszimmer, weil die Menschen dort zu viel zu Essen haben. Auf dem Sofa vor dem Fernseher liegt Nordamerika, und schaut die Kardashians, und so weiter. 

Versuche dir die Szenen lebhaft vorzustellen. Wird das Wissen abgefragt, durchläufst du einfach dein Elternhaus und gehst durch die einzelnen Zimmer. Du wirst merken, dass du dir die Kontinente im Nu eingeprägt hast und anwenden kannst.

Sherlock’s Mind Palace kannst auch du nutzen um besser zu lernen.

Methode 2: Besser lernen mit dem Gedächtnispalast

Der Gedankenpalast ist eine Methode aus der Mnemonik (Gedächtniskunst) und besonders durch Sherlock bekannt geworden. Dabei beruht sie auf der Loci-Methode und ist im Prinzip die fortgeschrittene Variante davon. Sie ist besser geeignet für Langweitwissen, welches du auch nach Monaten und Wochen noch abspeichern möchtest.

Der Haken an der Loci-Methode ist nämlich, dass die Orte, die du kennst irgendwann überquellen vor abgelegtem Wissen oder schlicht und einfach nicht ausreichen. Dann solltest du zu Sherlocks Gedankenpalast greifen.

Wozu ist sie gut? Der Gedankenpalast ist eher etwas für fortgeschrittene „Merker“, die viel explizites Wissen dauerhaft behalten möchten. Mediziner und Juristen können zum Beispiel sehr gut davon profitieren.

Gedankenpalast
Wie sieht dein Gedankenpalast aus?

So geht’s: Im Prinzip funktioniert der Gedankenpalast ganz ähnlich wie die Loci-Methode. Der einzige Unterschied ist, dass der ausgedachte Ort nicht real ist und ständig erweitert werden kann. Daher der Name Gedankenpalast.

Du baust dir also für das Merken der 5 Kontinente eine eigene Etage. In jedem Zimmer ist ein Kontinent. Zusätzlich kannst du zum Beispiel die Bevölkerungszahlen oder Länder auf Gegenstände im Raum ablegen.

Beispiel: Du merkst dir die Kontinente, indem du dir eine fiktive Etage baust. Dort gibt es Küche, Bad, Wohnzimmer etc. Zusätzlich kannst du dir die wichtigsten Länder auf Gegenstände legen. Zum Beispiel wäre im Wohnzimmer der Fernseher die USA, Grönland wäre vielleicht das Fell auf dem Sofa, weil es dort kalt ist, Kanada das Sofakissen mit dem Elch darauf, Mexiko die Nachos auf dem Sofatisch..

Abwandlungen der Loci-Methode

Die Loci-Methode hat viele Variationen und Abwandlungen. Alle basieren aber im Prinzip darauf, Informationen an bekannten Plätzen abzulegen, zu assoziieren und so besser lernen zu können.

Körperkarte: Willst du dir keinen Ort ausmalen, dann lege Informationen in bestimmten Körperteilen von dir ab. Deinen Körper hast du immer dabei und kannst ihn ausgiebig anstarren, um dich wieder erinnern zu können.

Tastenkarte: Heutzutage müssen wir uns unheimliche viele Codes und PINs merken. Anstatt dir die Zahlen sinnlos einzuhämmern, kannst du dir aber auch einfach das Muster auf dem jeweiligen Touchpad merken. Natürlich solltest du bei einer Bankzahl die 3er-Reihen vor dir haben, beim Pin für deine Online-Konten hingegen eine QWERTZ-Tastatur.

Bewerbung nach der Elternzeit
Über die Loci-Methode kannst du auch die Namen neuer Kollegen ganz einfach lernen.

Fazit: Addiere Bilder zu trockenem Faktenwissen

Der Grund, warum die Loci-Methode so gut funktioniert ist, dass man sich Dinge besser merken kann, wenn man sie durch möglichst viele Sinne erfährt. Das wird in der Neuropsychologie Dual Coding genannt. Man kann sich zum Beispiel eine Vokabel besser merken mit einem dazugehörigen Bild. 

Die Loci-Methode macht sich das zunutze und verbindet Wissen mit visuellen Reizen und Vorstellungen. Besonders effektiv ist sie, wenn du dir auch ein Geruch oder ein Geräusch dazu vorstellst. Ich wette, du hast dir gemerkt, welcher Kontinent im Wohnzimmer lebt und wer am Fernseher klebt.

Denke daran, dass diese Methoden gut sind für explizites Wissen. Vorgänge und Prozesse lassen sich damit nicht so einfach lernen. Sprachen lernst du besser mit diesen Tipps von Polyglotts. Wir haben auch noch weitere tolle Tipps, wie du netzwerken lernen kannst oder du deine lernfaule Prokrastination überwinden kannst.