Da Sonnenblumenöl im Supermarkt immer knapper wird und teilweise kaum auffindbar, suchen viele Menschen nach einer Alternative und weichen auf das teure Olivenöl zurück. Passend dazu hat das Verbrauchermagazin Öko-Test verschiedene Olivenöle auf Geruch, Geschmack und Inhaltsstoffe geprüft. Welche 19 Marken gnadenlos durchgefallen sind und warum ein Produkt jetzt sogar verboten und aus den Supermärkten verbannt worden ist, erfährst du hier.

Vorab: Dieses Olivenöl ist dank Öko-Test nun im Supermarkt verboten

Dass Öko-Test ein ernstzunehmendes Magazin ist, wurde nun vor wenigen Tagen sichtbar. So wurde nach dem Bericht des Verbrauchermagazins ein Produkt komplett vom Markt genommen. Die Gründe waren laut dem Hersteller, dass das Olivenöl von Alnatura als „lampant“ gilt. Dieses Wort wird mit einem übelriechenden und übelschmeckenden Olivenöl assoziiert. Dementsprechend darf dieses Öl nicht als Speiseöl angeboten werden, da es laut der Europäischen Kommission nur „für industrielle Zwecke verwendet werden darf.“

Olivenöl bei Öko-Test: So wird getestet

Für den Test hat das Verbrauchermagazin 19 Olivenöle mit der Güteklasse „nativ extra“ in Supermärkten, Discountern und gängigen Bioläden erworben. Unter den 19 Olivenölen befanden sich neun Bio-Produkte, Eigenmarken und bekannte Marken wie De Cecco und Filippo Berio. Mit den vollgepackten Taschen ging es dann in das beauftragte Labor, wo die Fette dann auf Mineralöl-Belastung untersucht worden sind. Des Weiteren wurde auch noch der Geschmack und der Geruch der 19 Olivenöle genauer unter die Lupe genommen.

Öko-Test: Aus diesem Grund fallen 16 Olivenöle durch 

Das Ergebnis von Öko-Test ist erschreckend und zeigt, dass viele Olivenöl-Produkte nichts in der Küche zu suchen haben. So wurden von den 19 getesteten Produkten 16 mit der Note „mangelhaft“ und „ungenügend“ bewertet. Die Gründe dafür sind neben der hohen Mineralöl-Belastung auch der unangenehme Geruch und die geschmackliche Qualität. Laut der Expert:innen schmeckten die Olivenöle, die durch den Test fielen, „ranzig“ und „schlammig “.  

olivenöl
Geschmacklich fielen viele Olivenöle bei Öko-Test durch. Foto: Unsplash/ Dimitri Karastelev

Der ranzige und schlammige Geschmack könnte laut der Expert:innen von Öko-Test nicht nur auf eine fehlerhafte Lagerung zurückzuführen sein, sondern auch auf schlechte Erntebedingungen oder mangelnde Hygiene bei den Maschinen. 

Mineralöl in fast allen getesteten Produkten 

Alle getesteten Produkte bis auf eines waren mit Mineralölbestandteile verunreinigt. Doch wie kommt das Mineralöl eigentlich ins Olivenöl? Auch für diese Frage hat Öko-Test eine Erklärung parat. So könnten die Oliven bereits während der Ernte mit Schmierölen in Kontakt gekommen sein. Das kann über die Erntemaschinen oder die Kettensägen der Bauern passieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Produktion. Hier können Oliven durch Maschinen oder Förderbände in Kontakt mit Schmierölen kommen.

Gefährlich werden kann es dann, wenn sich unter den Ölen die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) befinden. Diese sind nachweislich krebserregend. Das Labor des Verbrauchermagazins fand in einem Drittel der getesteten Olivenöle genau diesen Stoff, der laut Öko-Test und anderen Studien nichts in Lebensmitteln zu suchen haben. 

Öko-Test: Dieses Olivenöl ist Testsieger 

Du bist ein echter Olivenöl-Fan und möchtest trotz schlechtem Ergebnis nicht darauf verzichten? Dann solltest du zukünftig auf den Testsieger ausweichen. So konnte sich das Rapunzel Kreta Olivenöl Nativ extra den ersten Platz sichern. Hier fand das Verbrauchermagazin kein Mineralöl. Zwei weitere Öle schnitten zwar nicht als Testsieger ab, kamen jedoch noch auf die Note „befriedigend“. Dabei handelt es sich um das Mani Bläuel Natives Olivenöl Extra Selection, Naturland und das Fiore Natives Olivenöl Extra.

Du möchtest wissen, ob dein Lieblings-Olivenöl durchgefallen ist? Dann findest du hier die komplette Liste.

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