Seit sich immer mehr Menschen für den Klimaschutz und eine umweltbewusstere Lebensweise einsetzen, ist auch die Regionalität von Lebensmitteln wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt. Klimatarier:innen haben sich auf die Fahne geschrieben, ihre Ernährung auf die CO2-Bilanz der Lebensmittel abzustimmen. Wie viele food miles Lebensmittel höchstens hinter sich gebracht haben dürfen, damit Klimatarier:innen nachts ruhig schlafen können, erfährst du jetzt!

ernten gemüse freunde feld
Selber zu ernten oder nur regionales Gemüse zu kaufen, ist die Philosophie von Klimatarier:innen. Credit: getty images/ Mike Harrington

Klimatarier & die zero-miles-Philosophie

Die Philosophie von Klimatarier:innen ist, Lebensmittel mit einer möglichst niedrigen CO2-Bilanz zu konsumieren. Das Ganze nennt sich zero-miles-Philosophie, da die Lebensmittel im besten Fall eben keine bis kaum Meilen oder Kilometer zurücklegen sollten. Klimaneutral zu essen geht eben nun mal am besten, wenn du regional isst. Denn dann haben die Lebensmittel weder lange Transportwege noch klimaschädliche Kühlprozesse hinter sich.

Regionalität ist natürlich auf der ganzen Welt unterschiedlich. In Ecuador kannst du so viele Bananen essen wie du willst, da diese dort natürlich wachsen, in Deutschland hingegen sind für Klimatarier:innen Bananen tabu.

Klimafreundlich essen: Was ist erlaubt?

Natürlich essen Klimatarier:innen nicht nur regionales Gemüse. Sie suchen sich für fast alle Lebensmittel alternativen, die umweltfreundlicher sind. Grundsätzlich gilt: Pflanzliche Lebensmittel sind besser fürs Klima als tierische. Denn Pflanzen brauchen weder Futter noch eine artgerechte Haltung noch Transport zum Schlachthof.

Getreide, Brot, Hafer
Produkte aus Hafer sind nicht nur gesund, sondern auch gut fürs Klima. Credit: ArtSyslik/Shutterstock /

Pflanzenbasierte Alternativen zu Joghurt, Milch und Quark sind zum Beispiel Haferprodukte. Hafer wird ebenfalls in Deutschland angebaut und hat somit keine langen Transportwege.

Du kannst partout nicht auf Fleisch verzichten? Dann greife lieber auf helle Fleischsorten zurück. Rinder, die rotes Fleisch haben, benötigen nämlich besonders viel Futter.

Grundsätzlich ist es einfach eine Gewohnheitssache. Wenn du gerne Klimatarier:in werden möchtest, solltest du darauf achten, dass möglichst viele Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs sind, die Produkte regional sind und du am Ende des Tages nicht mehr als 8 kg CO2 mit deinen Einkäufen produziert hast.

Du weißt nicht, wie du die CO2-Bilanz deiner Lebensmittel ermittelst? Hier findest du einen Rechner, der dir hilft!

Smoothie, Gemüse, Obst, Superfood
Du weißt nicht wie du regionales Obst und Gemüse verwerten sollst? Smoothies sind eine gute Idee! Credit: Foxys Forest Manufacture/Shutterstock / Foxys Forest Manufacture/Shutterstock

Regional heißt nicht gleich regional

Tatsächlich ist nicht immer ein regionales Produkt drin, wenn regional draufsteht. Denn das Label „regional“ ist kein rechtlich geschützter Begriff. Hersteller:innen können am Ende des Tages also auf die Verpackung schreiben, was sie wollen. Zwar wurde 2014 das „Regionalfenster“ eingeführt, das über die Herkunft eines Produktes informieren soll, jedoch wird das von den Hersteller:innen kaum genutzt.

Tatsächlich ist das purer Eigennutz, da nicht-regionale Produkte in der Produktion oft sehr viel günstiger sind. Im Sinne der Konsument:innen ist es nicht, denn eine Umfrage hat ergeben, dass sogar 70 % der Bürger:innen bereit wären, höhere Preise für regionale Produkte zu bezahlen.

Kompromiss – Verzichte zumindest auf dieses Transportmittel

Wenn es dir anfangs zu schwer fällt, vollkommen auf überregionale Produkte zu verzichten, solltest du zumindest auf Lebensmittel verzichten, die per Flugzeug nach Deutschland kommen. Denn das Flugzeug stößt zehn Mal so viele Emissionen wie zum Beispiel ein Lkw und 50 Mal so viel wie ein Schiff aus.

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