Laut einer Umfrage von Statista, beträgt der Kaffeekonsum in den Jahren 2021/ 2022 bisher 164.862 Säcke à 1000 kg. Aber achtest du eigentlich darauf ob du fairen Kaffee konsumierst? Wmn hat für dich recherchiert, wie das mit dem Fairtrade Kaffee eigentlich funktioniert und warum es so wichtig ist, gerade beim Thema Kaffee auf einen fairen Handel zu achten. 

Fairtrade Kaffee und die Herausforderungen des Kaffeeanbaus 

Laut Fairtrade Deutschland, wird 80 Prozent des Kaffees von 25 Millionen Kleinbauernfamilien angebaut und die besitzen weniger als 10 Hektar Land. Davon müssen viele von weniger als 2 Dollar (aktuell umgerechnet 1,84 Euro) am Tag leben. Außerdem leben sie meist in abgeschiedenen Gegenden und sehen sich immer mehr mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Durch das Fairtrade-Konzept sollen Kleinbauern die Möglichkeit bekommen, sich aus dieser Spirale zu befreien. 

Aber vor welchen Herausforderungen stehen die Kleinbauern eigentlich jeden Tag?  

Zunächst einmal ist der Klimawandel gerade für die Kleinbauern ein sehr präsentes Thema, denn der Temperaturanstieg begünstigt das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten. Außerdem schwenkt der Weltmarktpreis für Kaffee stetig und immer wieder. Das hängt ebenfalls damit zusammen, dass sich die Kleinbauern meistens in einer schwachen Verhandlungsposition befinden und den Bestimmungen der Händler:innen ausgeliefert sind sowie kaum Informationen über Markt- und Preisinformationen erhalten. 

Auch die kleinen Anbauflächen und die niedrigen Ernteerträge tragen dazu bei, dass die Kleinbauernfamilien weiter in einer Armutsfalle gefangen sind. Auch steigende Landwirtschafts- und Haushaltskosten, die auch durch die Wirtschaftskrise ausgelöst wurden, tragen dazu bei. 

Hand mit Kaffeetasse
Fairtrade oder normaler Kaffee? Foto: Pexels / cottonbro

Wie funktioniert der faire Handel mit Kaffee? 

Das Konzept des Fairtrade Kaffees bietet alternative Möglichkeiten und soll gerade für die Kaffeebauern einen besseren Lebensstil zu ermöglichen. Fairtrade Deutschland gibt dazu einige Beispiele.

1. Zusammenschluss in Kooperativen  

Die Fairtrade Kooperativen sind demokratisch organisiert. Dies bringt einige Vorteile, zum einen ist die Verhandlungsmacht höher, Anschaffungen können gemeinsam getätigt werden, der Zugang zu einer Finanzierung wird vereinfacht und nicht zuletzt profitieren alle von einem gemeinsamen Lerneffekt und einem regelmäßigen Austausch. 

2. Ein stabiles Einkommen  

Ein Fairtrade-Mindestpreis stellt gerade bei schwankenden Weltmarktpreisen eine große Sicherheit dar, denn so können auch Fairtradeprojekte und soziale Maßnahmen ergriffen werden, um die Produktivität zu steigern. 

3. Mitspracherecht und Beratung 

Auch das Mitsprachrecht und die Autonomie wird durch eine demokratische Gemeinschaft sichergestellt. So werden Kaffeebauern zu aktiven Gestalter:innen. Auch der Zugang zu einer kompetenten Beratung wird sichergestellt. So können sich die Kaffeeproduzent:innen über verschiedene Standards und Regelungen informieren und den Kontakt zu NGOs aufbauen. 

Und auch der Zugang zu Krediten soll besser ermöglicht werden. 

4. Die ultimative Herausforderung: Der Klimawandel  

Der Umgang mit dem Klimawandel ist für alle Betroffenen eine Herausforderung. Dennoch bieten Partnerorganisationen alternative Anbaumethoden und Anpassungsannahmen. Ein globales Netzwerk bietet so Hilfe in Notsituationen. 

5. Für mehr Produktivität und Qualität 

Ein Viertel der Fairtrade-Prämie müssen die Kaffeebauernfamilien verpflichtend in Produktivität und Qualität investieren. 

Frau am Laptop mit Kaffee
Im Homeoffice darf der Kaffee meist nicht fehlen. Foto: Pexels / Ivan Samkov

Hier bekommst du Fairtrade Kaffee 

Wenn du Fairtrade Kaffee beziehst, kannst du sicher sein, dass dieser von einer Fairtrade Kooperative kommt. Der Kaffee ist außerdem physisch rückverfolgbar. 

Fairtrade Kaffee in Deutschland gibt es seit 1992 und kommt meist aus Peru, Honduras, Kolumbien und Brasilien. Der Bio-Anteil beträgt 68 Prozent. In den deutschen Supermärkten gibt es rund 350 Fairtrade-Kaffeeprodukte. Auch gibt es zahlreiche Cafés beziehen Fairtrade Kaffee. 

Ein Beispiel für Fairtrade Kaffee ist die Kaffee-Kooperative Angelique’s Finest. Folgende Vorteile, sprechen für den Konsum von nachhaltigem Kaffee, gerade beispielsweise dieser Marke:  Angelique’s Finest.

  • Diese Sorte wird von Frauen hergestellt.
  • Es gibt eine transparente Lieferkette und diese ist nachvollziehbar via QR-Code auf der Verpackung. 
  • Außerdem solltest du immer auf das Fairtrade-Siegel achten. 
  • Die Bohnen kommen aus Ruanda und werden im Direkthandel hergestellt. 
  • Außerdem gibt es eine Fairchain, wobei das bedeutet, dass sie komplett in Eigenverantwortung der Produzentinnen hergestellt werden. 
  • Es gibt einen klimaneutralen Versand. 

Eine weitere Sorte ist der Kaffa Wildkaffee, denn dieser hat vor allem zum Vorteil, dass er Bio und fair ist.  

  • Auch auf das EU-Bio-Siegel kannst du bei der Wahl deines Kaffees achten. 
  • Ein weiteres sinnvolles Siegel ist das Naturland-Fair-Siegel. 
  • Die Bohnen dieser speziellen Sorte kommen aus Äthiopien. 

Du weißt nun anhand der beiden Beispiele, worauf du beim fairen Kaffee achten kannst und natürlich gibt es noch viele weitere Sorten. Weitere Fairtrade Kaffeesorten findest du im Supermarkt und der Drogerie sowie dem Fairtrade Café deiner Wahl. Fairtrade Kaffee ist für alle Beteiligten eine nachhaltige Lösung und damit trägst du zu einem fairen Handel bei. 

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