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Ein Ernährungsmythos, der sich ewig hält: Butter ist ungesund!

8 Ernährungsmythen aufgedeckt: So geht Ernährung wirklich

Hättest du gewusst, wie oft sich Ernährungsexperten irren & Sprichwörter falsch liegen? Wir räumen mit 7 großen Ernährungsmythen auf.

In unserer vernetzten Welt ist jeder auf einmal absoluter Ernährungsexperte. Doch es sind mindestens genauso viele Falschinformationen und Ernährungsmythen im Umlauf wie hilfreiche Erkenntnisse. Wir räumen mit 7 weit verbreiteten Lebensmittelmythen auf, die du sicher auch immer geglaubt hast!

Mythos 1: "Lebensmittel werden nur noch online bestellt"

Komplett daneben. Das Internet prägt zwar unser Ess- und Sozialverhalten maßgeblich, aber nicht so, wie wir denken. Während es heutzutage normal geworden ist, Klamotten, Elektronik und sogar Reisen über das Netz zu bestellen, ist das bei Lebensmitteln ganz anders. 

Ernährungsstudien beweisen, dass Lieferdienste für Supermärkte auch bei der Jugend noch nicht angekommen sind. Nur gut 12 % der Deutschen geben an, bereits einmal bei einem Lebensmittel-Lieferdienst bestellt zu haben. Weitere 11 % könnten es sich vorstellen, das wenigstens in der Zukunft zu tun. 

Lieferdienste von Restaurants werden schon besser angenommen. Trotzdem sind es nur 3 % der Deutschen, die angeben, das regelmäßig zu tun. Weitere 20 % bestellen sich wenigstens gelegentlich eine Pizza oder Ähnliches in die eigenen vier Wände.

Butter
Bei der Herstellung von Margarine entstehen ungesunde Transfette.

Mythos 2: "Margarine ist viel gesünder als Butter!"

Nein, das ist sie nicht! Es stimmt zwar, dass Butter aus tierischen Fetten besteht, während Margarine auf pflanzlicher Basis erzeugt wird. Wichtig ist allerdings, dass Butter ein natürliches Produkt ist, das ohne Zusatzstoffe auskommt. Sie enthält viele gesättigte Fettsäuren sowie die Vitamine D, A, E und K.

Margarine ist zwar pflanzlich, doch wird sie industriell hergestellt und enthält eine Menge ungesättigter Fettsäuren und somit auch die gefürchteten “Transfette”. Diese fiesen Fette begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führen schnell zu katastrophalen Blutwerten.

Die Margarinelobby 

Wenn Margarine so schlecht für uns ist, warum hat sie dann so einen guten Ruf? Das ist einzig und allein der Werbung zu verdanken! Im Jahr 1869 wurde das weißliche Fett noch als Schmierstoff für Waffen genutzt; 1890 lag es schon bei deutschen Hausfrauen im Einkaufswagen. 

Weil Margarine viel billiger hergestellt werden konnte als Butter, witterten die Marketingprofis des 19ten und 20ten Jahrhunderts eine Goldgrube. Bald wurde in Werbeprospekten in den buntesten Farben für die “gesündere Alternative” zur Butter geworben.

Margarine ist nicht gleich Margarine

Als Stiftung Warentest 18 verschiedene Margarinen auf ihre Inhaltsstoffe testete, wurde klar, dass nicht jede Margarine gleich ist. Pflanzliche Fette wie Leinöl enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, die durchaus eine gesunde Ernährung unterstützen. Light-Produkte und Billigware schnitten schlechter ab als Markenmargarine.

Zitrone zum aufhellen
Zitronen stecken voller Vitamin C.

Mythos 3: "Heiße Zitrone trinken bei einer Erkältung."

Zitrusfrüchte gelten wegen ihres hohen Vitamin C-Gehalts generell als absoluter Erkältungskiller. Einfach eine Zitrone auspressen, mit ein wenig Honig aufkochen und schon kennst du dir das Erkältungsbad schenken?

Von wegen! Tatsächlich gibt es keinerlei Forschungshintergrund, der Vitamin C auch nur im Entferntesten mit Erkältungsbekämpfung in Zusammenhang bringt.

Um bei einer Erkältung nicht vollkommen flach zu liegen, ist generell eine ausgewogene Ernährung hilfreich. Gesund zu leben ist das A und O, um gegen Krankheiten anzusteuern. Da helfen Vitamine im Allgemeinen. Wie du dein Immunsystem stärkst, erfährst du hier.

Schnaps
Nach dem Essen einen Schnaps zu trinken ist eine schöne Tradition, aber für die Verdauung bringt es nicht viel.

Mythos 4: "Verdauerli, Aufräumer, Zerhacker nach einem großen Essen wirken Wunder."

Viele schwören darauf, nach einem zünftigen Mahl den Magen mit einem scharfen Blutwurz-Schnaps oder einem klaren Obstbrand “aufzuräumen”. Tatsächlich regt Alkohol die Produktion von Magensäure an, wodurch Speisen schneller verdaut werden. 

Absoluter Placeboeffekt!

Der Effekt stellt sich aber erst nach einer gewissen Zeit ein und kann keineswegs direkt gespürt werden. Die überzeugten Digestiv-Freunde machen sich also sehr erfolgreich etwas vor. Nach dem Essen Schnaps zu trinken ist aus ganz anderen Gründen eine wunderbare Idee.

Kakao
Heiße Schokolade im muckeligen Bett vor dem Einschlafen? Das macht wach!(Photo: Tinpixels)

Mythos 5: "Heiße Schokolade hilft beim Einschlafen."

Nope. Wieder falsch. Kakaobohnen enthalten nämlich Koffein. Für einen Schlummertrunk eignet sich die süße Köstlichkeit also absolut nicht. Auf 300 ml Kakao kommen gut und gerne mal 8 mg Koffein – das kann einen ungeübten Kakaotrinker auch mal wach liegen lassen. 

Finger weg von Schokolade

Wenn Kakaobohnen dich schon wach halten, dann wirst du mit einer Tafel Schokolade im Bauch wohl nur noch vom Schlafen tagträumen können. Der Koffeinwert einer normalen Milchschokoladentafel liegt bei gut 70 mg auf 100 g. Das ist beinahe so viel, wie eine herkömmliche Tasse Kaffee hat. 

Frau mit Wasserglas
Wasser trinken ist wichtig und gesund. Aber man sollte es nicht übertreiben - das kann schwere Folgen haben.

Mythos 6: "Zu viel Wasser trinken geht gar nicht!"

Oh doch, das geht! “Mindestens 3 Liter Wasser am Tag” empfehlen Ernährungsexperten überall auf der Welt. Tatsächlich spült eine zu hohe Wasserzufuhr aber lebenswichtige Salze aus dem Körper und der Natriumgehalt in deinem Blut kann gefährlich gering werden. Es gibt bereits einige Fälle, in denen eine sogenannte “Wasservergiftung” zum Tode führte.

Der Myhtos hält sich wacker 

Auch der Spruch “Wenn du durst hast, ist es eigentlich schon zu spät” setzt sich hartnäckig durch – das ist absoluter Quatsch. Höre ruhig auf deinen Körper. Er sagt dir oft ganz genau, was er braucht. Oder würdest du auch sagen, dass es zu spät ist etwas zu essen, wenn du Hunger verspürst? Wohl eher nicht.

Bier auf Wein? Wein auf Bier?
Eine Studie der Uni Herdecke hat gezeigt, dass es egal ist, in welcher Reihenfolge man Alkohol trinkt.(Photo: Tinpixels)

Mythos 7: “Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir.”

Die Redewendung hat es nicht nur an deutsche Trinktische geschafft, sondern ist auch im englischen und französischen Sprachraum weit verbreitet. 

Was dran ist: Garnichts!

An der Universität Witten/Herdecke wurde sogar eine aufwendige Studie durchgeführt. In penibelster Wissenschaftlermanier tranken die gut 100 freiwilligen Probanden nacheinander Bier auf Wein und Wein auf Bier. Das Ergebnis ist im wahrsten Sinne des Wortes ernüchternd. Katertechnisch scheint die Reihenfolge absolut keinen Unterschied zu machen.

Durcheinandertrinken ist trotzdem keine gute Idee. Denn wer einfach alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in sich hineinkippt, der verliert schnell den Überblick. So trinkst du viel mehr, als du eigentlich wolltest.

got milk AD
Die Got Milk?-Ad aus den U.S.A. wirbt bereits seit mehr als 25 Jahren mit den gesunden Inhaltsstoffen der Milch.

Mythos 8: Jeden Tag ein Glas Milch trinken!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät tatsächlich noch immer dazu, jeden Tag ein Glas Milch zu trinken – eine absolute Unverantwortlichkeit. 

Milch zu trinken ist uns zwar in Fleisch und Blut übergegangen, doch eigentlich sollten wir uns von dem fettigen Getränk fernhalten. Milch ist eine fantastische Erfindung der Natur, um Säuglingen die richtigen Fette, Eiweiße und Hormone mitzugeben. Erwachsene brauchen keine Milch, um ihren täglichen Bedarf zu decken. 

Babys können die in der Milch enthaltene Laktose einwandfrei verdauen, während Erwachsene damit oft Probleme haben. Tatsächlich ist eine Milchsäureunverträglichkeit als Erwachsener der Normalzustand, während wir erst in modernen Gesellschaften eine Toleranz für Laktose entwickelten.

Mythen vergessen, gesund ernähren

Diese 8 Ernährungsmythen haben wir erfolgreich widerlegt. Es ist an der Zeit, euch die Wahrheit über eine gesunde Ernährung zu sagen. Welche gefährlichen Folgen übermäßiger Zuckerkonsum haben kann, erfährst du hier. Welche Wirkungen und Nebenwirkungen Chlorella haben kann, gibt es hier. Diese 23 Superfoods solltest du unbedingt in deinen Ernährungsplan einbauen.


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