Body & Fitness

Runners’ High, oder: Laufen auf Drogen. Wir klären, was es damit wirklich auf sich hat.

Das Runners’ High ist nicht nur etwas für Extremsportler. Wir erklären, wie auch du den drogenähnlichen Zustand erreichen kannst.

Joggerin nach dem Laufen
Nach gut 1 bis 1,5 Stunden des Joggens kann das Runner's High auftreten. (Credit: Xavier Arnau)

Die einsame Straße liegt vor dir. Du hörst nur das unverkennbare Klatschen deiner Sneakers auf dem Asphalt. Es gibt nicht als dich, die Straße und dein unsägliches Glücksgefühl. Glück? Während des Laufens? Ja, das gibt es durchaus! Das Runners’ High (deutsch: das Läuferhoch) ist unter Läufern sagenumwoben. Was das wirklich ist und wie wir es erreichen können, zeigen wir dir hier.


Was ist das Runner's High – Definitionsversuche

Unter Langstreckenläufern wird das Runner’s High als ein Zustand bezeichnet, der einem ausgewachsenen Drogenrausch sehr nahekommt. Das High ist jedoch körpereigen indiziert und somit ein natürliches Phänomen. Ein unverhofftes Glückgefühl, vollkommene Euphorie und Schmerzfreiheit sind die Folge.


Runners High Ablauf des Rausches

Um das Runner’s High zu erleben, bedarf es harter Arbeit. Bei den meisten Läufern setzt es erst nach gut 1 bis 1,5 Stunden strengen Joggens ein. Eine Laufstrecke von mindestens 15 km ist also unabdinglich. Außerdem folgt das Runner’s High unmittelbar auf eine Laufphase, in der scheinbar garnichts mehr geht. Wenn die Muskeln zumachen und du bereits aus dem letzten Loch keuchst, dann ist es bald so weit. Wer diese Phase übersteht, wird belohnt: Nach wenigen Minuten setzt das Runner’s High ein (keine Gewähr!) und du fliegst über den Asphalt!


Frau rennt schnell
Wenn du keine Schmerzen spürst und du zu schweben scheinst, dann ist es das Runner's High!(Photo: jacoblund)

Runner’s High 2 Theorien zu Entstehung

Es ist Wissenschaftlichern bis heute noch nicht vollkommen klar, was das Runner’s High wirklich ist und wie es zu Stande kommt. Es gibt jedoch mehrere Theorien, die sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen. Die beiden Bekanntesten stellen wir hier vor:

Theorie 1: Die Doofy-Theorie

Laufen macht dumm? Glaubt man der Wissenschaft, ist das durchaus möglich. Es heißt, dass das Gehirn bei einer lang anhaltenden Überanstrengung mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Aus diesem Grund fährt der präfrontale Cortex seine wichtigsten Prozesse herunter. Dazu gehören Dinge wie Lernen, Vergleichen oder auch das Problemlösen – Wir werden schlicht zu doof, um uns unseren Schmerzen bewusst zu sein. Das Ergebnis ist unbedarfte Glückseligkeit und umso flinkere Füße.


Theorie 2: Selbstschutz

Diese Theorie geht davon aus, dass der Körper eines Läufers nach einer bestimmten Zeit der Anstrengung seine Schmerzgrenze überschreitet. Was nun? Er schüttet eine gewaltige Menge Endorphine (Glückshormone) aus. Endorphine sind nicht nur eine gute Stimmung zuständig, sondern gelten auch als natürliches Schmerzmittel.

Unabhängige Studien haben gezeigt, dass die Endophin-Theorie tatsächlich sehr wahrscheinlich der Grund für das Runner's High ist. In verschiedenen Tests wurden die Gehirne von Langstreckenläufern untersucht. Nach mehrstüdnigen Laufeinheiten hatte der Endorphinhaushalt in den Läufergehirnen sich deutlich erhöht.


Verschnaufpause nach dem Laufen
Runner's High ist immer mit Überanstrengung verbunden, also sei lieber vorsichtig.(Photo: bernardbodo)

Fazit - Vorsicht ist geboten

In diesem Artikel haben wir geklärt, was das Runner’s High ist und wie du es erreichen kannst. Sei aber vorsichtig, wenn du auf der Suche nach dem Kick bist – Wie wir gesehen haben, ist ein Runner’s High immer Ausdruck einer körperlichen Überanstrengung. Selbst erfahrene Marathonläufer erreichen den Zustand nicht immer und gerade Anfänger sollten Vorsicht walten lassen. Auch andere Sportarten – wie beispielsweise ein anstrengendes Home Workout – können übrigens viele Endorphine ausschütten!