In Deutschland haben insgesamt 15,5 Millionen User:innen eine Smartwatch, die täglich ihre Vitalwerte aufzeichnet. Dazu gehören unter anderem der Puls und die tägliche Bewegung. Gehörst du auch zu den Menschen, die ihr Leben aufzeichnen?

Im Jahr 2020 hat das Robert-Koch-Institut die Pulsschläge der Deutschen anhand von einer halben Million Smartwatch-User:innen ausgewertet. Diese Daten wollten die Forscher:innen nutzen, um Corona-Hotspots frühzeitig zu erkennen. 

Aus den Ergebnissen lässt sich allerdings nicht nur ein Zusammenhang zwischen dem Ruhepuls und der Lebenserwartung ziehen. Die Auswertung zeigt auch, wie unterschiedlich es den Menschen in verschiedenen Regionen Deutschlands geht.

Der Ruhepuls: Was ist das?

Der Ruhepuls ist der Pulsschlag, den du pro Minute hast, wenn dein Körper ruht. Die Ruhepulswerte können sehr stark schwanken. Während sportscheue Menschen über 80 Schläge haben können, sind es bei Freizeitsportlern 60 – 70 und bei Profisportlern nur um die 40 Schläge pro Minute. Das liegt daran, dass Spitzenathleten mit einem Herzschlag mehr Blut in den Kreislauf pumpen können und deshalb weniger Schläge benötigen.

In den erfassten Daten des RKI ist zwischen 40 und 90 Schlägen alles dabei, sorgen musst du dich allerdings erst, wenn du über eine längere Zeit weniger als 50, oder mehr als 70 Schläge pro Minute misst. Die Nutzer:innen der Pulsmesser hatten einen durchschnittlichen Ruhepuls von 61 Schlägen pro Minute.

Ist der Ruhepuls erhöht, kann das ein Warnzeichen für die weltweit häufigste Todesursache sein: Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rund 34 % der Todesfälle gehen darauf zurück.

So unterscheiden sich die Pulsschläge

Jeder Lebensabschnitt ist mit einem anderen Ruhepuls verbunden. So haben Babys einen viel schnelleren Puls als Erwachsene. Mit den Lebensjahren nimmt der Ruhepuls immer weiter ab.

AltersgruppeAlterNormalwerte Ruhepuls
Neugeborene0 – 1 Jahr120/min
Kleinkind2 – 3 Jahre110/min
Vorschulkind4 – 7 Jahre100/min
Kind8 – 13 Jahre90/min
Jugendliche14 – 17 Jahre85/min
Erwachsene Frau18 – 64 Jahre75/min
Erwachsener Mann16 – 64 Jahre70/min

Bei der Studie des RKI kam außerdem heraus, dass die Pulswerte innerhalb Deutschlands sich ebenfalls stark unterscheiden.

Besonders auffällig: Vor allem im Süden haben die Menschen einen niedrigen Puls. Egal, ob ländliche Region oder Großstädte wie München und Heidelberg. Der höchste Puls wurde dagegen im Osten gemessen, im Durchschnitt ist hier der Ruhepuls um fast einen Schlag höher. Dort ist auch der Unterschied zwischen Stadt und Land erkennbar. In Großstädten, zum Beispiel Leipzig, war der Ruhepuls niedriger als in der restlichen Region.

Das Fazit: Menschen aus sozial und wirtschaftlich schwachen Regionen haben einen schnelleren Herzschlag und genau in diesen Regionen ist auch die Lebenserwartung geringer.

Die Menschen haben den höchsten Ruhepuls

Stress wirkt sich massiv auf den Pulsschlag aus. Das ist bekannt. Die am meisten von Stress befallenen Menschen sind aber nicht die Manager:innen Firmenchef:innen, wie viele meinen würden. Viel Arbeit bedeutet natürlich sehr viel Stress. Doch noch mehr Stress scheint Geldnot bei den Menschen auszulösen.

Sozial Benachteiligte und Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten haben mit den Folgeerkrankungen zu kämpfen. Der schnelle Puls ist dabei eine Begleiterscheinung. Die Chance auf Herzkrankheiten steigt somit sehr. Die Lebenserwartung armer Menschen sinkt gleichzeitig.

Dies ist nicht nur mit dem Stress durch Armut zu begründen. Studien zeigen ebenfalls, dass arme Menschen sich sehr viel schlechter ernähren als reiche Menschen. Ein hoher Puls kann auch Folge von schlechter Ernährung sein. Die geringere Lebenserwartung armer Menschen ist also auf mehrere Faktoren zurückzuführen.

Stress ist ungesund

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