Warum Mittagsschlaf gefährlich sein kann
Wer regemäßig Mittagsschlaf macht, setzt sich gesundheitlichen Risiken aus. (Photo: Shutterstock/silverkblackstock) Source: Shutterstock/silverkblackstock

Warum Mittagsschlaf gefährlich sein kann

Ein Nickerchen kann dir dabei helfen, neue Kräfte zu sammeln. Aber Vorsicht: Dauert ein Mittagsschlaf zu lange, kann er deiner Gesundheit schaden!

Mitten am Tag einfach mal die Augen schließen und kurz ins Land der Träume abtauchen – viele schwören auf den Mittagsschlaf. Doch das Nickerchen birgt auch gesundheitliche Risiken, wie jetzt eine Studie belegt. Die Untersuchung von der Guangzhou Medical University in China zeigt: Wer zu lange schläft, erhöht sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verkürzt seine Lebensdauer.

Ab wann Mittagsschlaf die Gesundheit gefährdet

Doch wie lange ist zu lange? Die chinesischen Forscher analysierten das Verhalten von mehr als 300.000 Teilnehmern aus 20 Studien, von denen 39 % Mittagsschlaf machten. Dabei entdeckten sie etwas Bemerkenswertes: Bei den Probanden, die tagsüber ein Nickerchen machten, stieg das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 34 %. Und damit nicht genug: Auch das Sterberisiko erhöhte sich um 30 % im Vergleich zu den Personen, die auf Mittagsschlaf verzichteten. 

Wenn du angesichts dieser Ergebnisse Angst haben solltest, keinen Mittagsschlaf mehr machen zu dürfen, können wir Entwarnung geben. Diese Risiken betrafen vor allem die Personen, die tagsüber mehr als eine Stunde schliefen. Power-Naps oder Nickerchen sind noch immer drin, wenn auch zeitlich begrenzt. 

So lange solltest du maximal schlafen

Damit du dich nicht müde schläfst, sollte dein Mittagsschlaf zwischen 10 und   30 Minuten dauern. Der Grund: Schlummerst du länger, kommst du in die Tiefschlafphase. Wachst du dann auf, fühlst du dich oft müder als vorher und kommst nicht in die Gänge. 

Hältst du dich an die maximal 30 Minuten, kannst du deinen Körper sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, wie Forscher der Universität von Athen bereits 2007 herausfanden.  

Allerdings, so die Erkenntnisse der Wissenschafler der Universität von Kalifornien aus dem Jahr 2019, scheint es auch auf die Häufigkeit der mittäglichen Auszeiten anzukommen. Das Risiko, an einem Herzinfarkt, an Herzversagen oder an einem Schlaganfall zu leiden, verringerte sich nur bei maximal zwei Naps wöchentlich. Bei den Probanden, die öfter Mittagsschlaf machten, verschwand dieser positive Effekt allerdings wieder.

Woran es liegt, dass ein Mittagsschlaf solche Auswirkungen auf die Gesundheit hat, ist den Forschern bisher noch ein Rätsel. Generell sind noch viele Fragen zum Mittagsschlaf in der Wissenschaft ungeklärt. Auch, weil die Studienlage teilweise widersprüchlich ist.

Wie viel Schlaf
Wenn du abends nicht gut einschlafen kannst, solltest du den Mittagsschlaf weglassen.(Photo: LaylaBird/ istock)

So hilft dir der Mittagsschlaf

Zwei Siestas die Woche scheinen laut Wissenschaftlern ideal. Die positive Auswirkung auf die Gesundheit kann aber auch damit zusammenhängen, dass die Menschen, die sich gezielt eine Auszeit nehmen, generell einen gesünderen Lebensstil haben.

Für dich heißt das: Solltest du tatsächlich müde sein, kannst du dich unbesorgt für maximal 30 Minuten aufs Ohr hauen. Hast du Probleme, rechtzeitig aufzustehen, kann dir der Coffee Nap helfen.

Plagen dich abends allerdings Einschlafprobleme, solltest du probieren, den Mittagsschlaf wegzulassen, damit du abends besser in den Schlaf findest.

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